Elektromobilität

03. Dezember 2019 10:02; Akt: 03.12.2019 10:07 Print

Ein E-​​Auto-​​Akku ist nachhaltiger als ein Steak

Der Wasserverbrauch bei der Lithium-Gewinnung für Akkus steht oft in der Kritik. Neue Zahlen legen nahe, dass die Elektromobilität ressourcenschonender ist, als angenommen.

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Die Akku-Produktion für Elektroautos scheint ressourcenschonender zu sein, als angenommen. (Bild: DPA/Daniel Bockwoldt)

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Die Akkus bei Elektrofahrzeugen stehen wegen der Rohstoff-Gewinnung immer wieder im Zentrum der Kritik, so auch die wasserintensive Förderung von Lithium. Maximilian Fichtner ist Direktor am Helmholtz-Institut für Energiespeicherung und legt in einem Tagesspiegel-Interview erstaunliche Zahlen vor.

Nach gängigen Berechnungsmethoden würden bei der Lithium-Gewinnung für einen 64-Kilowattstunden-Akku, mit dem man in einem heutigen E-Auto rund 450 Kilometer weit fahren kann, 3840 Liter Wasser verdunsten. Diese zweifellos große Zahl setzt Fichtner in dem Artikel in Relation und rechnet vor, dass die gleiche Menge für die Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, zehn Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans gebraucht wird. «Der Akku ist also etwas nachhaltiger als die Jeans oder das Steak», heißt es in dem Artikel.

Er ergänzt, dass die Ölförderung weltweit 46 Milliarden Liter Wasser für den täglichen Ölbedarf verbraucht. Das würde ausreichen, um 1,5 Millionen Lithium-Akkus herzustellen und das jeden Tag, so Fichtner. «Und das Wasser für die Ölförderung verdunstet nicht, es wird häufig vergiftet», fügt er hinzu.

Eine Lebensdauer von 900.000 Kilometern

Auch bei der Lebensdauer der Batterien räumt Fichtner mit gängigen Mythen auf, dass eine solche Batterie nur 160.000 oder gar 80.000 Kilometer durchhalte. Bei seiner angenommenen Lebensdauer von 2000 Be- und Entladezyklen, errechnet er in dem Artikel eine Gesamtfahrleistung von 900.000 Kilometern. Die Anzahl der möglichen Ladezyklen werde in den kommenden Jahren aber sogar noch ansteigen.

Die Diskussionen um die Kobalt-Gewinnung und die Förderung unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen seien zudem ab 2025 hinfällig, da Fichtner ab dann «völlig kobaltfreie Batterien» voraussagt. Zudem kaufe ein Großteil der E-Auto-Hersteller den Rohstoff schon jetzt nur noch aus «einwandfreien Quellen».

(dm/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Widerspruch am 05.12.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Kommentare hier. Wenn eine Studie besagt, dass E-Autos nicht sauber sind, schreiben alle "Genau!". Wenn eine Studie sagt, dass E-Autos sauber sind, schreiben alle: "Fake News! Ist doch gesponsert!"

  • chris am 03.12.2019 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ech hu selwer en Tesla Model 3 an weilt nie mei epes anescht fueren, Leit firwat regt der aerch op an probéiert dei aal Technik ze rechtferdegen? Probeiert et dach an iwerzeegt aerch selwer... et as einfach top!

    einklappen einklappen
  • Gen X am 03.12.2019 11:51 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll dass denn wieder? Wenn Wasser verdunsted, oder getrunken wird, dann ist es doch noch lange nicht verschwunden... Das ist ein ewiger Kreislauf. Aber interssant wird es wenn man schaut wo es verdunstet und eventuell nicht mehr zurück in den Kreislauf kann weil es dor nicht genug regnet... oder wo es im grossen Stil verschmutzt wird?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Widerspruch am 05.12.2019 11:54 Report Diesen Beitrag melden

    Lustige Kommentare hier. Wenn eine Studie besagt, dass E-Autos nicht sauber sind, schreiben alle "Genau!". Wenn eine Studie sagt, dass E-Autos sauber sind, schreiben alle: "Fake News! Ist doch gesponsert!"

  • GoVegan am 04.12.2019 17:38 Report Diesen Beitrag melden

    GoVegan

  • Knouter am 04.12.2019 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    Von wem wurden diese Untersuchung gesponsort? Ein Schelm wer Böses denkt

  • MeMyselfAndI am 04.12.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Naja... Vor kurzem im TV gesehen wie in Chile, glaube ich, den Leuten das Wasder für unsere ach so tollen Autos genommen wird, um die Rohstoffe zu Gewinnen, ja, sehr toll! Wasser ist ihr Gold...! Doch wir müssen das Klima retten, da fallen diese Leute doch nicht ins Gewicht... Das nennt man eben Kollateralschaden, nicht so schlimm, auf zum Tesla-kauf!!!

  • Ice_Gesellschaft_verblöd am 04.12.2019 08:11 Report Diesen Beitrag melden

    alles bullshit! Lithium as net Zukunft. Et get net genuch Lithium op der Welt fir all dei Batterien. Fierun 15 Joer hun se daat selwegt mam Diesel gemach. Brengt ären knaschtegen Benziner an dir kritt een Subsid beim Kaaf vun engem Diesel. An wei as et elo? Diesel as daat Knaschtegst waat ronderem fiert. Elo wellen se dass jiddereen sech een Elektroauto käft obwuel elo schon gewosst as dass dei Technologie niemols Zukunft kann sin. Amplatz elo Milliounen an dei Lithiumtechnolgie ze pompelen, sollen se dei Suen huelen an d Wasserstoffzell (wei Hyundai) förderen.