Intermeccanica Murena 429 GT

21. März 2020 09:20; Akt: 21.03.2020 09:25 Print

Ein exzentrischer Express-​​Kombi aus Italien

Inmitten der anderen Automobile der 1960er-Jahre muss der Intermeccanica Murena 1969 wie von einem anderen Stern gewirkt haben.

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Das Rezept war einfach: Zwei vermögende Freunde skizzierten einen luxuriösen Kombi mit zwei Türen, beauftragten den italienischen Fahrzeugbauer Intermeccanica mit der Umsetzung der Idee und ließen den exzentrischen gezeichneten Shooting Break mit einem 7-Liter-V8-Motor mit mehr als ausreichender Leistung bestücken. Heraus kam ein imposantes Luxusgefährt!

Die Idee, den schnellsten und luxuriösesten Kombi der Welt zu bauen, stammte von den beiden Amerikanern Charles Schwendler und Joseph Vos. Die Freunde fuhren gerne in die Berge zum Skifahren, sie ärgerten sich aber, kein sportliches Fahrzeug mit genügend Platz zu besitzen. Ihr Porsche 911 bot Fahrspaß, hatte aber zu wenig Stauraum, und ihr Kombi war zwar geräumig, aber nicht sportlich.

Zwei Freunde

Die beiden entwarfen erste Skizzen zu einem sportlichen Kombi, der ihre Ansprüche erfüllen sollte. Sie wandten sich damit an den Kleinserien-Hersteller Intermeccanica in Turin, der mit dem Italia bereits Erfahrung mit italienischem Design und amerikanischer Technik hatte, und beauftragten den Unternehmer und Inhaber Frank Reisner mit der Umsetzung des Projektes.

Illustre Kundschaft

Vorgestellt wurde der Vierplätzer an der New York Motor Show im Jahr 1969. Es wird erzählt, dass Elvis Presley gleich zwei Stück davon bestellt haben soll. Auf der Kundenliste hätten auch so illustre Namen wie Sammy Davis Jr., Frank Sinatra und andere Berühmtheiten gestanden.

«Motor Trend» schrieb im World Automotive Yearbook 1970: «Der Murena GT strahlt eine ‹Geld spielt keine Rolle›-Aura aus. Er ist das perfekte Auto, um schnell über lange Wüstenstraßen zu reisen, besonders in Staaten, in denen keine Geschwindigkeitslimiten das legale Tempo einschränken»

Reichlich Vortrieb

An Leistung hat es nicht gemangelt. Der Motor stellte bei bei 4600 U/min rund 280 PS bereit. Viel interessanter ist aber das Drehmoment von 650 Newtonmeter, die schon bei 2800 U/min auf die Kurbelwelle gewuchtet wurden. Das sorgte für mehr als ausreichend Durchzugskraft in jeder Lebenslage. Wenn es sein musste, erledigte der Shooting Break den Spurt von null auf 100 km/h in knapp über sieben Sekunden.

Trotz des Leergewichts von knapp über 1700 Kilogramm waren dies Leistungsdaten, die sich mit Sportwagen von Ferrari und Lamborghini messen konnten. Jedenfalls dürfte die Motorisierung ausgereicht haben, um mit dem 520 cm langen und 190 cm breiten Express-Kombi flott unterwegs zu sein, auch wenn er mit einem Radstand von fast drei Metern kein Kurvenkünstler gewesen sein dürfte.

Der Tank fasste 95 Liter, und im Prospekt wurde mit einer Tankfüllung eine Reichweite von 725 Kilometern versprochen, was einem Benzinverbrauch von 13,1 Liter auf 100 Kilometer entsprechen würde. Für einen Motor mit sieben Litern Hubraum scheint diese Angabe reichlich optimistisch.

Für den US-Markt

Der in Turin produzierte Luxus-GT war nur schon aufgrund seiner Größe für Europa ungeeignet, für die amerikanischen Straßen aber ein perfektes Reiseauto. Die Innenausstattung war mit edlem Leder ausgeschlagen, und eine Klimaanlage sorgte für einen kühlen Innenraum. Die Mittelkonsole verlief bis zu den beiden hinteren Einzelsitzen und bot den Passagieren auch eine Minibar.

Es wurden zehn, vielleicht auch elf Murena gebaut, danach war Schluss. Wenn einer der seltenen GT auf dem Markt auftaucht, ist die Aufregung groß. So auch auf der RM Auction Palm Beach, die derzeit stattfindet. Dort soll dieser erste je produzierte Murena unter den Hammer kommen.

(L'essentiel)

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