Bitter CD

31. Januar 2021 20:39; Akt: 31.01.2021 20:44 Print

Ein Hybrid der anderen Art

Erich Bitter war kein Unbekannter, als er 1973 seinen Luxussportwagen CD Diplomat lancierte. Der elegante Bitter CD war ein Hybrid aus amerikanisch-deutscher Technik und schwäbischem Karosseriehandwerk.

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(Bild: Daniel Reinhard / www.zwischengas.com)

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Erich Bitter hat Benzin im Blut, obwohl er anfänglich als Radrennfahrer Karriere machte. Ab 1959 fuhr er Autorennen und schon bald begann er sich auch kommerziell mit dem Automobil zu beschäftigen. So ist es eigentlich kein Zufall, dass Bitter im Jahr 1973 auf der IAA seinen eigenen Sportwagen präsentieren konnte.

Dabei kam ihm entgegen, dass es auch bei Opel offene Ohren für ein Luxuscoupé gab und dass Bitter mit dem Intermeccanica Indra bereits Erfahrungen im Bau und im Vertrieb von Luxusautos gesammelt hatte.

Mit zuverlässiger Technik

Unter dem eleganten Blech des Bitter CD Diplomat steckte die Opel-Diplomat-B-Technik mit V8-Motor, aber um 16,4 cm verkürztem Radstand. Mit 4,855 Metern Länge war der CD nur 10 Zentimeter kürzer als der Diplomat, mit 1750 kg Eigengewicht auch nicht wesentlich leichter. Der 5354 cm3 große V8-Motor kam ursprünglich aus Amerika und tat mit denselben 230 PS bei 4700 auch im Opel Diplomat seinen Dienst. Ein Handschaltgetriebe gab’s nicht, die drei Vorwärtsgänge wurden durch durch ein Automatik-Wandler-Getriebe gewechselt.

Unter der selbsttragenden Karosserie sorgten vorne Einzelradaufhängungen an Querlenkern für die Radführung, hinten kam eine De-Dion-Achse zum Einsatz, spurgenau, aber aufwändig und voluminös. Gebremst wurde mit Scheiben rundum, zur Richtungsänderung wurde am Opel-Kadett-SR-Volant der servounterstützten Kugelumlauflenkung gedreht.

Gebaut wurde der Bitter Diplomat CD bei Baur in Stuttgart, die Technik kam aus Rüsselsheim.

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Eleganz für den Alltag

Richtig sportlich war der Bitter CD nicht geworden. Während das Werk 9,2 Sekunden für den Spurt von 0 bis 100 km/h versprach, mass man im ams-Test 10,3 Sekunden. Auch die Spitze lag mit 209,3 km/h etwas unter den Erwartungen (215 km/h). Aber ein rennstrecken-orientierter Sportwagen wollte das elegante Coupé auch nicht sein.

In der Schweiz kostete der Bitter CD, als er denn zu haben war, CHF 69’300. Fast die gesamte Achtzylinderkonkurrenz war günstiger, einen Iso Rivolta Lele etwa bekam man für CHF 59’800, der Jensen Interceptor III kostete CHF 61’600. Dies hinderte Skirennfahrer Bernhard Russi nicht daran, im eleganten Coupé Platz zu nehmen.

Bereits im Sommer 1977 wurde bei Opel die Produktion des Opel Diplomat eingestellt, damit wurde auch die technische Basis des Bitter CD obsolet. Bis Ende 1979 fabrizierte man bei Baur noch weiter, dann war nach 395 Exemplaren Schluss.

Der Sportwagen für alle Tage

Wenn man sich heute in einen Bitter CD setzt, was weder besondere Beweglichkeit noch Kleinwüchsigkeit voraussetzt, dann blickt man zuerst auf das Opel-Lenkrad, wie es auch im Kadett eingesetzt wurde. Es ist noch nicht das einzige Teil aus dem Großserienregal, trotzdem macht das Coupé auf Anhieb einen hochwertigen Eindruck, was auch am umfangreich verarbeiteten Leder und an denHolzeinlagen im Armaturenbrett liegt.

Man fühlt sich auf Anhieb bequem untergebracht, die Rundumsicht ist für ein knapp 1,3 Meter flaches Coupé hervorragend. Alles funktioniert zuverlässig und auch Instruktionen benötigt man als Fahrer kaum, bevor man sich in Bewegung setzt.

Mit starker Wandlerunterstützung fährt man los und genießt den schönen V8-Sound. Das Coupé federt komfortabel, man spürt den Charakter dieses Luxustourers sofort. Dieses Auto will die Besatzung bequem und ohne Aufruhr von A nach B bringen und dabei gut aussehen. Dies gelingt ihm hervorragend und man versteht, dass gute Bitter CD als Klassiker gesucht sind.

Weitere Informationen und viele aktuelle und historische Fotos zum Bitter CD gibt es samt Verkaufsliteratur von damals auf zwischengas.com.

(L'essentiel/Bruno von Rotz)

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