Lorenz & Rankl Silver Falcon

10. November 2019 17:26; Akt: 10.11.2019 17:30 Print

Ein seltener Traumwagen aus Deutschland

Nur zwölf Exemplare wurden vom Sportwagen Silver Falcon produziert. Es war der Realität gewordene Traum von Friedrich Lorenz und Heiner Rankl.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

In den Achtzigerjahren gab es nur noch wenige klassische Cabriolets, viele Autobauer waren dazu übergegangen, der Targa-Bauweise den Vorzug zu geben oder ganz geschlossene Wagen zu bauen. Es gab aber sehr wohl eine Kundschaft, die gerne ein richtig offenes Auto kaufen wollte. Dieser sollte Mitte der Achtzigerjahre mit einem exklusiven Automobil geholfen werden.

Dafür verantwortlich war Friedrich Peter Lorenz. Er wurde 1922 geboren. Im Alter von 31 Jahren begann er seine Karriere bei Ford in Köln. 1978 dachte er an eine Frühpensionierung, doch dann baute er ganz für sich privat in 1500 Stunden eine Cobra-Replica. Fortan träumte Lorenz vom eigenen Sportwagen und er hatte klare Vorstellungen, wie dieser auszusehen hatte.

Alleine, für die Entwicklung und den Bau benötigte er Geld. Als er den vermögenden Heiner H. Rankl kennenlernte, konnte er ihn für sein Projekt begeistern, und die beiden gründeten die Firma Lorenz & Rankl GmbH & Co, um sich ihren Traum des eigenen Sportwagens zu erfüllen.

Sportwagen nach eigenen Vorstellungen

Ein erster Prototyp des Silberfalken (so die deutsche Übersetzung) entstand 1983/84, anschließend sollte die Serienreife angestrebt werden. 4,26 Meter lang und 1,75 Meter breit war das 1,2 Meter flache Cabriolet und es kam auf ein Leergewicht von rund 1150 Kilogramm.

Unter der Kunststoffhülle sorgte der von der Cobra-Replica bereits bekannte Rahmen für Stabilität. Dieser Rohrrahmen aus Edelstahl war außerordentlich robust gehalten. Aufhängungselemente und Motoren stammten aus dem Hause Daimler-Benz, genauso wie die Automatik, die wahlweise anstelle eines Getrag-Fünfgangetriebes für die Kraftübertragung sorgte.

Das exklusive Vergnügen ließen sich Lorenz & Rankl natürlich fürstlich bezahlen. Die Preise starteten bei rund 190.000 Euro, je nach Motor und Optionen konnte man aber auch weit über 200.000 Euro ausgeben. Ein Großerfolg wurde der Silver Falcon nicht, es entstanden 12 Autos mit Mercedes-V8-Motoren, von denen das Gros heute noch existieren dürften.

Am Lenkrad

«Das ist sicher ein Ferrari», hört man immer wieder, wenn man mit dem Silver Falcon auftaucht. Sobald der Motor gestartet ist, schwenken allerdings die Passanten zu anderen Markenbezeichnungen, denn der V8 mit 252 PS tönt mehr nach Amerika als Italien. Erraten, um welche Marke es sich handelt, können allerdings nur die wenigsten – kein Wunder bei der geringen Stückzahl. Dem Fahrer soll es Recht sein. Er kann auf bequemen Schalensitzen Platz nehmen und hat wenig Mühe, das Auto zu bedienen, solange er nicht gerade die Motorhaube (über eine versteckt platzierte elektrische Entriegelung) öffnen will.

Der Achtzylinder stellt genügend Schub zur Verfügung, um nie zum Verkehrshindernis zu werden, im Gegenteil: In rund fünf Sekunden ist die 100 km/h Marke erreicht, und auch die Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h dürfte für fast jede Gelegenheit ausreichend sein. Die Lenkung arbeitet erfreulich direkt und die Bremsen verzögern erwartungslaut. Die Funktion der unbeschrifteten Knöpfe sollte man allerdings vor dem Losfahren eruieren, sie erinnern eigentlich mehr an britische Kitcars als an eine deutsche Exklusivproduktion.

Aber das ist schon schnell vergessen, denn um den Kopf fächelt die Frischluft, vom Heck her hört man das Bollern des Fünflitermotors.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.