Peugeot 2008 und e2008

02. Januar 2020 13:55; Akt: 02.01.2020 14:04 Print

Französisches Mixed-​​Doppel im SUV-​​Getümmel

Der neue 2008 von Peugeot kommt nicht auf den neu geforderten Grenzwert von 95 g/km CO2-Ausstoß. Sein elektrischer Bruder muss deshalb für Ausgleich sorgen.

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Die Städter sind wie im SUV-Rausch und alle warten auf das böse Erwachen. Denn die Klimaschützer kämpfen für Fahrverbote, die Luft wird immer dicker und der Verkehr immer dichter. Kein Wunder, dass die Stimmung langsam umschlägt und die vielen kleinen und deshalb eigentlich recht harmlosen Geländewagen so viele Gegner haben wie Freunde.

Doch Peugeot macht jetzt beiden Lagern ein Friedensangebot: Wenn die Franzosen im neuen Jahr die zweite Generation des 2008 an den Start bringen, gibt es den von Ende Januar an nicht nur als Benziner und als Diesel, sondern ab April auch als Elektroauto. Zwar wird der Ablass vom Abgas gemessen am teuersten Benziner noch immer ein paar Tausender Aufpreis kosten, doch bleibt dafür das schlechte Gewissen mehr oder weniger Zuhause.

Im Sportmodus ein kurzes Vergnügen

Sonst muss man allerdings auf kaum etwas verzichten. Denn mit 100 kW und 260 Nm ist der 2008 flott bei der Sache, lässt beim Ampelspurt auch stärkere Verbrenner stehen und taugt auf der Landstraße auch zum Überholen. Nur lange Strecken auf der Autobahn sind ein zähes Geschäft, weil der 2008 reichlich Anlauf braucht um die 120 km/h zu erreichen. Maximal stehen 150 Stundenkilometer auf dem Programm. Oft sollte man diese Möglichkeit aber nicht ausreizen. Zwar reicht der Strom aus den 50 kWh großen Akkus im Normzyklus immerhin für 320 und im Alltag zwischen Kita und Bioladen gut und gerne für 200 Kilometer.

Doch wer sich nicht mit dem auf 60 kW gedrosselten Eco- oder dem 80 kW starken Normalbetrieb begnügt, sondern im Sport-Modus die volle Leistung abruft, der steht schneller an der Steckdose, als ihm lieb ist. Und das kann dauern. Denn so eindrucksvoll und alltagstauglich die 80 Prozent in 30 Minuten an einer 100 kW-Säule sind, so lang werden die 24 Stunden an der Haushaltssteckdose.

Der Stromer ist noch nicht ganz ausbalanciert

So, wie man dem e2008 seinen Elektroantrieb nur an Details wie dem zweifarbigen Markenlogo und dem Kühlergrill in Wagenfarbe ansieht, so gering sind auch die Unterschiede beim Fahren: Im Guten, weil die rund 300 Kilogramm für die Batterie kaum ins Gewicht fallen und die größere Fliehkraft durch den tieferen Schwerpunkt kompensiert wird. Und im schlechten, weil man schnell das von vielen Elektroautos bekannte One-Pedal-Feeling vermisst und man den 2008 auch in der stärkeren der beiden Rekuperationsstufen selbst im Eco-Programm nicht ohne Bremse fahren kann.

Wer einen größeren Aktionsradius braucht oder wem der Geldbeutel wichtiger ist als das Gewissen, dem bieten die Franzosen den 2008 auch weiterhin mit ganz konventionellen Motoren an. Es gibt einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 100, 130 oder 155 PS sowie einen Diesel, der aus 1,5 Litern Hubraum 100 oder 130 PS schöpft. Das genügt, und schämen muss man sich dafür bei Verbrauchswerten zwischen 4,5 und 6,2 Litern auch nicht. Während der Frontantrieb obligatorisch und der Allradantrieb kategorisch ausgeschlossen ist, kann man zumindest bei den stärkeren Varianten statt der Sechsgang-Schaltung auch eine Achtgang-Automatik bestellen.

Unterm Strich gibt's viel Auto für's Geld

Egal welchen Antrieb man bestellt, immer bekommt man ein schickes Design mit einer stolzen Front, einem hohen Heck und dazwischen vielen Ecken und Kanten, einem avantgardistischen Ambiente mit der modernsten Fassung des ungewohnten i-Cockpits mit dem kleinen Lenkrad und einem weit nach oben gerückten Bildschirm und spektakulären 3D-Grafiken.

Zwar will der 2008 vor allem mit seinem stylischen Design und seiner sauberen Technik beeindrucken, doch haben die Franzosen darüber die praktischen Tugenden des kleinen Geländewagens nicht vergessen. Deshalb hat Peugeot den Radstand um elf Zentimeter auf 2,60 Meter und die Länge um 14 Zentimeter auf 4,30 Meter gestreckt. Mit Erfolg, melden die Entwickler stolz: Der Kofferraum fasst jetzt für alle Varianten 405 Liter und damit 55 Liter mehr als früher, bei den Verbrennern gibt's im Souterrain weitere 29 Liter und die Beinfreiheit im Fond ist größer als bei jedem anderen Auto auf dieser Plattform.

(L'essentiel)

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