BMW X1 Facelift

08. Oktober 2019 15:15; Akt: 08.10.2019 15:31 Print

Für die Zukunft geliftet

BMW hat den Kompakt-SUV X1 aufgefrischt. Spannender als das Facelift ist allerdings die Frage, wie die Bayern die Elektrifizierung ihres kompakten Topsellers angehen.

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Spektakulär? Fällt ein Facelift selten aus. Das ist auch bei BMW nicht anders, zumal ein solches Update oft nicht als zwingend erscheint. So, wie jetzt beim X1, dem Topseller in der SUV-Palette der Bayern. Kein anderes X-Modell verkauft sich weltweit besser als dieser Einer. 286.827 Exemplare haben die Bayern allein 2018 ausgeliefert, jeder Zehnte X1 ging in die USA, Tendenz dort ebenfalls steigend.

Geschärftes Design, aber noch ohne volldigitales Cockpit

Wie also geht man damit um, wenn selbst bei einem Topseller ein Facelift ansteht, weil es die Tradition so will? Und der Geschäftssinn natürlich auch. BMW löst das Problem, das beim X1 eigentlich keines ist, wie folgt: Man schärft erstens das Design – zur Modellpflege erhält der kleinste BMW-SUV einen größeren Grill samt neuer Frontschürze, dazu erweiterte Farbumfänge im Innenraum, neue LED-Scheinwerfer und eine neue Leuchtgrafik am Heck.

Zweitens erweitert man die Motorenpalette. Sie beginnt bei den Selbstzündern neu mit einem sparsamen Dreizylinder mit 116 PS, der laut Werk im Schnitt nur 4,1 Liter verbrauchen und 107 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren soll. Und sie endet beim ebenfalls modifizierten, 231 PS-starken Vierzylinder, dessen maximales Drehmoment bei 450 Newtonmeter liegt und der den Spurt von 0 auf 100 km/h in 6,6 Sekunden schaffen soll.

Beide Dieselaggregate erfüllen bereits heute die ab 2021 gültige Abgasnorm. Drittens gibt es die übliche Erweiterung bei den Assistenz- und Infotainment-Systemen. Das volldigitale Cockpit, das eben erst in der jüngsten Generation der 1er-Limousine debütiert hat, wird beim SUV allerdings (noch) nicht erhältlich sein.

Plug-in-Hybrid 2020, ein X1 als Stromer wird folgen

Und doch gibt es im Zuge dieses Facelifts Spannendes zu vermelden. Schon im kommenden Jahr – BMW nennt März 2020 als Produktionsbeginn – wird es den X1 elektrifiziert geben, vorerst als Plug-in-Hybrid in der Version xDrive 25e. Dabei werden die Vorderräder von einem 125 PS starken Turbobenziner angetrieben, die Hinterräder von einem Elektromotor mit 95 PS. Als Systemleistung gibt BMW mathematisch genau 220 PS an. Die rein elektrische Reichweite soll bis zu 57 Kilometer betragen. Aufgeladen werden kann die Lithium-Ionen-Batterie mit 9,7 kWh-Brutto-Energiegehalt an einer herkömmlichen Steckdose in fünf Stunden.

Bleibt die Frage: Wann gibt es den kleinsten SUV der Bayern auch vollelektrisch? Dazu hält man sich bei BMW zwar offiziell noch bedeckt, aber es spricht zumindest auf dem Papier viel dafür, dass es nicht mehr allzu lange dauern dürfte. Die Basis dazu wurde in Abkehr von der Strategie gelegt, Elektroautos jeweils von Grund auf neu für diese Antriebsart zu entwickeln.

Aus für den Pionier i3

Mit dem Entscheid, den Pionier i3 nicht weiter zu produzieren, haben die Bayern diesen Fehler auch eingestanden. Unter dem neuen BMW-Chef Oliver Zipse gilt heute vielmehr die Doktrin, dank einer flexiblen Antriebs-Architektur künftig alle Modelle bei entsprechender Nachfrage kurzfristig auf Elektro-Antrieb umrüsten zu können. Und zwar in ihrem jeweiligen Stammwerk.

Erstmals zum Tragen kommt die neue Strategie, wenn Ende 2020 der X3 auch als iX3 vom Band laufen wird. Ein Jahr später soll der BMW i4 folgen. Und laut deutschem «Handelsblatt» hat neben einem i5 auch ein iX1 vom BMW-Vorstand grünes Licht erhalten. Was bedeuten würde: Das aktuelle X1-Facelift ist tatsächlich eines für die Zukunft.

BMW X1

Typ: Kompakt-SUV

Maße: Länge 4447 mm, Breite 1821 mm, Höhe 1598 mm, Radstand 2670 mm

Kofferraum: pet

Motoren: Drei Benziner mit 140 bis 231 PS, vier Diesel mit 116 bis 231 PS

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 6,5 bis 9,7 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit von 204 bis 235 km/h

Verbrauch: 4,3 bis 6,8 Liter auf 100 Kilometer (Werksangabe)

CO 2-Ausstoß: 113 bis 155 Gramm pro Kilometer

Markteinführung: ab sofort

Preis: ab 39.100 Euro

Infos: www.bmw.ch

(L'essentiel/Peter Hegetschweiler)

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