Rolls-Royce Corniche V

14. Januar 2020 21:30; Akt: 14.01.2020 21:36 Print

Gelebter Luxus im neuen Jahrtausend

Zeitlos elegant und atemberaubend, so präsentierte sich vor 20 Jahren ein neues Cabriolet von Rolls-Royce. Auch heute ist es noch ein luxuriöser Hingucker.

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Wenn es Autos gibt, die bereits als Klassiker geboren werden, dann gehört das Rolls-Royce Corniche Cabriolet Serie V sicher dazu. Zeitlos elegant und atemberaubend präsentierte es sich und ähnelte dabei seinen Vorfahren. Bereits 1966 hatte Rolls-Royce eine Coupé- und Cabriolet-Version des Silver Shadow vorgestellt, die allerdings erst 1971 den Beinamen Corniche erhielt.

Als Volkswagen 1998 neben Bentley auch Rolls-Royce vom Vickers-Konzern übernahm, investierte man wieder in eine neue, offene Rolls-Royce-Version. Man gab dem Neuankömmling, der im Jahr 2000 präsentiert wurde, den Traditionsnamen Corniche.

Beeindruckender Wagen mit altem Bekannten im Bug

2,74 Tonnen brachte das Cabriolet auf die Waage, mit 5,4 Metern Länge und 1,91 Metern Breite übertraf der Rolls die meisten damaligen Straßenkreuzer. Immerhin 329 PS entwickelte der Turbo-beatmete Motor bei nur gerade 4000 Umdrehungen. Der Motor war ein alter Bekannter, der schon seit den 1960er-Jahren in immer wieder verbesserter Form in die Autos von Rolls-Royce und Bentley eingebaut wurde. Im Corniche wies der Alu-V8 6750 cm3 Hubraum auf und wuchtete ein Drehmoment von 738 Nm auf die Kurbelwelle, notabene bei 2100 bis 2300 Umdrehungen.

Bescheidene Trinksitten durften in Verbindung zum enormen Fahrzeuggewicht nicht erwartet werden. Rolls-Royce nannte 17,8 Liter Verbrauch im Stadt-Land-Gemischtbetrieb. Die offiziell genannten 8,5 Sekunden für den Spurt von 0 bis 100 km/h dürften sicherlich realistisch gewesen sein, genauso wie die Spitze von 220 km/h.

Kurze Karriere

Dem Corniche V war nur eine kurze Karriere beschieden. Volkswagen besaß damals zwar das Rolls-Royce-Werk, die Rechte am Rolls-Royce-Kühler sowie an der Kühlerfigur, nicht aber die Namensrechte. Diese lagen bei BMW, worauf VW die Marke an die Bayern abgeben und sich auf Bentley beschränken musste. Die Produktion des Modells wurde am 30. August 2002 eingestellt. Nur gerade 374 Fahrzeuge liefen vom Band, was den Corniche V zu einem der seltensten Rolls-Royce der Neuzeit macht.

Komfort in Perfektion

Fast in reiner Handarbeit wurden die Cabriolets erbaut, nur erlesenste Materialien wurden verwendet. Kein Wunder, kostete der Wagen damals 512.775 Euro. Die Fahrt ist ein unvergleichliches Erlebnis. Man setzt sich auf feinstes Connolly-Leder, die Füsse werden von Lammwollteppichen umschmeichelt, das Holz-Furnier des Armaturenbretts dürfte einen Schreiner tagelang beschäftigt haben.

Gestartet wird wie üblich im Rolls-Royce mit der linken Hand durch Drehen des Zündschlüssels. Es erklingt das leise Summen des Achtzylinders, und mit minimalem Kraftaufwand kann mit der rechten Hand am Lenkrad die Fahrstufe eingelegt werden. Die Automatik schaltet weich, die Federung bügelt (fast) jede Unebenheit aus. Komfortabler kann Cruisen kaum sein.

Gepflegtes Reisen

Die Klimaanlage vermag auch im offenen Fahrzeug zu kühlen, Motorgeräusche bleiben im Hintergrund, über die Köpfe säuselt der Wind hinweg. Man räkelt sich in den riesigen Sesseln, die auch in einem Club gut aufgehoben wären, die Augen gleiten über die lange Motorhaube und die Kühlerfigur. Da kann eine Reise gar nicht weit genug sein.

Heute kostet ein gepflegter Corniche kaum mehr ein Fünftel seines Neupreises, und den Wert dürfte der Rolls ab jetzt sicherlich deutlich besser halten als ein Neuwagen. Bezüglich Eleganz und Fahrkultur kann sich kaum ein moderner Konkurrent mit ihm messen.

(L'essentiel)

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