Ford-Flitzer

07. Februar 2020 19:58; Akt: 07.02.2020 20:02 Print

Gut gebrüllt, Berglöwe

Ford lanciert den neuen Puma. Das Mini-SUV soll auf Fiesta-Basis für neue Kundschaft sorgen.

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Die rigorose CO2-Politik trägt bizarre Früchte. Mit den strengen Vorgaben sollen die Autohersteller dazu gebracht werden, umweltfreundlichere Autos zu bauen. Nun werden die Fahrzeuge allerorts elektrifiziert, also mit Batterien vollgepackt – doch bei Kleinwagen ist das schwierig. Der Preisdruck lässt den Einbau teurer Akkus kaum zu, und so verschwinden an sich vernünftige Modelle vom Markt, weil sie mehr als die seit diesem Jahr geltenden 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Große, stark motorisierte SUV mit hohen Margen sind hingegen ideal für dieses System: Als Plug-in-Hybrid stoßen sie im Zulassungsverfahren WLTP wenig CO2 aus und sind für die Hersteller daher Gold wert. Je mehr von ihnen verkauft werden, desto tiefer sinkt der CO2-Schnitt der Marke, desto kleiner wird die allenfalls zu bezahlende Strafe.

So nimmt Ford den über fünf Meter langen, siebenplätzigen und 450 PS starken SUV Explorer liebend gerne in die europäische Modellpalette auf – er ist ein Plug-in-Hybrid und weist mit 78 Gramm pro Kilometer eine fabelhafte CO2-Bilanz auf. Unabhängig davon, ob das Auto auch wirklich an der Steckdose geladen wird, oder nicht. Im Gegenzug müssen vernünftige Modelle wie der Ka+ oder der Ecosport über die Klinge springen. «Die neuen CO2-Vorgaben zwingen uns dazu», sagt Generaldirektor Donato Bochicchio von Ford Schweiz. Sie werden aus dem Angebot genommen und durch Modelle ersetzt, die dank elektrifizierten Antrieben diesen derzeit alles entscheidenden CO2-Wert nach unten drücken.

Trendiger Mini-SUV

Und nun lanciert Ford den neuen Puma: ein trendiger SUV im Miniformat von knapp 4,2 Metern, der die wegfallenden Kleinwagen Ka+ und Ecosport kompensieren soll. «Unsere Kunden wünschen sich einen modernen SUV, der optisch aus der Maße herausragt und mit praktischen Detail-Lösungen überzeugt», ist sich Ford-Europa-Chef Stuart Rowley sicher. Gleichzeitig steht der Puma exemplarisch für die Strenge der politischen Forderungen: Obwohl er mit einem winzigen, auf Effizienz getrimmten Dreizylinder-Motor samt 48-Volt-Mildhybridsystem ausgestattet ist, emittiert er im WLTP-Prüfverfahren mit bestenfalls 124 Gramm deutlich mehr als die erlaubten 95 Gramm pro Kilometer.

Um bei der Kundschaft zu punkten, braucht es aber mehr als eine gute CO2-Bilanz, und da hat der neue Puma einiges zu bieten. Mit seinem eigenständigen Design wird er gut ankommen. Da er die Plattform des viel gelobten Ford Fiesta übernimmt, fährt sich der SUV genauso souverän wie sein kleiner Bruder. 12 Ultraschallsensoren, drei Radarsysteme und zwei Kameras ermöglichen ein großes Angebot an Assistenzsystemen wie etwa teilautonomes Fahren auf der Autobahn oder das System «Lokale Gefahrenhinweise», das dank Car-to-Car-Kommunikation vor vorausliegenden Hindernissen warnt. Ein digitales Cockpit, eine großzügige Ausstattung und Features wie beheizbare Maßagesitze oder abnehm- und waschbare Sitzbezüge machen das Leben an Bord angenehm.

Viel Platz

Und mit praktischen Details wie der so genannten Mega-Box wird der Puma auch Familien gefallen: Das unter dem Kofferraumboden angebrachte Unterflurfach mit einem Volumen von 80 Litern ermöglicht den Transport von hohen Gegenständen (bis 1,15 Metern), kann als Versteck für wertvolle Gegenstände wie Laptops dienen und ist darüber hinaus dank eines Wasserauslasses im Boden einfach ausspülbar – so können auch schmutzige Gegenstände problemlos transportiert werden. Clever.

Der neue Puma hat das Zeug, um die wegfallenden Modelle Ka+ und Ecosport zu kompensieren und um neue Kunden zur Marke zu locken. Und die Antriebspalette bietet nicht viel Raum zum Nachdenken: In der Schweiz werden zwei Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 125 oder 155 PS angeboten, der schwächere ist wahlweise auch ohne Mildhybrid-System erhältlich. Später im Jahr folgt ein Vierzylinder-Diesel mit 120 PS, der edle Vignale und der sportliche ST sind in der Pipeline.

Mit dem vor 23 Jahren von Ford lancierten Sportcoupé Puma hat der neue Puma übrigens nichts zu tun. «Eine Dame, der wir im Rahmen einer Kundenbefragung Zeichnungen des neuen Modells gezeigt haben, sagte: 'Der sieht aus wie ein Puma'», erklärt Design-Chef Thomas Morel. «Das hat uns so gefallen, dass wir das gleich als Modellnamen übernommen haben».

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pia am 25.03.2020 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schéinen Auto :)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia am 25.03.2020 14:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schéinen Auto :)