LA Auto Show

04. Dezember 2018 08:01; Akt: 04.12.2018 08:02 Print

In LA hat die Zukunft die Gegenwart überholt

Die LA Auto Show gehort zu den wichtigsten Messen. Doch 2018 werden nur wenige Neuheiten gezeigt, dafur spannende Ausblicke in die Zukunft.

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Nachdem die großen Hersteller noch vor acht Wochen auf dem Pariser Salon die Tristesse gepflegt und Trubsal geblasen haben, geben sie sich in Hollywood wieder optimistisch und vor allem zukunftsfest. Denn die Stars der Messe sind vorwiegend Studien, die bei Design und Technik einen riesigen Sprung machen und trotzdem bald in Serie gehen. Die großen Premieren bei den Serienmodellen sind allerdings rar.

Schönheitskönig Audi E-Tron GT

Der ungekronte Schönheitskonig ist dabei der Audi E-Tron GT Concept. Nachdem das erste Elektroauto der Ingolstädter ein ebenso beliebiges SUV geworden ist, lockt das neue Modell mit den verführerischen Proportionen eines Gran Turismo – es soll Ende 2020 auf die Straße kommen. Auch die Fahrleistungen begeistern: Angetrieben von zwei E-Motoren mit zusammen 590 PS und mit über 90 Kilowattstunden Akkupower schafft er den Spurt von 0 auf 100 km/h in 3,5 Sekunden, eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und eine maximale Reichweite von über 400 Kilometern. Die allerdings kaum zu erreichen ist, wenn man diese Werte ausreizt.

BMW zeigt mit der Studie iNext, wie ein elektrischer und autonomer Geländewagen für die Luxusklasse in Zukunft daherkommen konnte und lasst so den brandneuen X7 schon zur Premiere alt aussehen. «Das jüngste Visionsfahrzeug steht sinnbildlich für den Aufbruch in ein neues Zeitalter der Freude am Fahren», erklaren die Münchner. Denn zum ersten Mal hat die BMW Group alle strategischen Innovationsfelder in einem Fahrzeug gebündelt: Autonomes Fahren, Connectivity, Elektrifizierung und Services (ACES).

Pick-up unter Strom

Ganz andere, aber nicht weniger ehrgeizige Ziele verfolgt das US-Start-Up-Unternehmen Rivian aus Michigan und macht sich mit dem R1T daran, das größte und traditionellste Segment des US-Marktes umzukrempeln – mit einem rein elektrisch angetriebenen Pick-Up- Truck im Format des meistverkauften Autos der USA, dem Ford F-150, mit über 600 Kilometern Reichweite und dem Versprechen, bis 2020 tatsächlich in Serie zu gehen.

Etwas abseits steht da ein Auto, das sonst für gewöhnlich der Star jeder Show ist: Der neue Porsche 911. Er geht in Los Angeles in die achte Generation und kommt bei uns im Frühjahr in den Handel. Doch anders als die serienreifen Studien zeugt er (noch) nicht vom Aufbruch in eine neue Zeit, sondern versucht es noch einmal mit Evolution statt Revolution. Das gilt fürs Design genau wie für die Technik: Denn sehr zur Freude der Porsche-Puristen bleibt es vorerst bei den bekannten und nur im Detail optimierten Boxer-Motoren mit zunächst 450 PS im Carrera S.

Gladiator oder souliger Stromer?

Der monströse Jeep Gladiator, eine um 80 Zentimeter verlängerte Pick-Up-Variante des Wranglers, ist eher ein Eingeständnis verschlafener Produktplanung als eine Innovation. Da macht der neue Kia Soul als coole Kiste aus Korea deutlich mehr her – erst recht mit der Zusage, dass er nach Europa nur noch als Elektroauto kommt.

Die beiden mit Abstand ungewöhnlichsten Antworten auf die aktuellen Fragen der PS- Branche sieht man allerdings bei Mazda und bei Volvo: die Schweden zeigen einen Stand, auf dem kein einziges Auto zu sehen ist. Auch die Japaner schwimmen mit der vierten Generation des Mazda3 gegen den Strom. Entgegen des derzeitigen Trends hin zur umfänglichen Digitalisierung und Automatisierung setzt der Hersteller aus Hiroshima weiterhin voll auf die Kernwerte der Marke: Auf das Fahrerlebnis, die Präzision, auf japanische Handwerkskunst.

(L'essentiel)

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