Audi A1 Citycarver

14. Juli 2020 11:44; Akt: 14.07.2020 11:52 Print

Kleinwagen mit großem Auftritt

Seit dem letzten Modellwechsel tritt der Audi A1 optisch selbstbewusster auf. Wem das noch nicht reicht, findet in der Citycarver-Variante eine noch profiliertere Alternative.

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Ein SUV ist chic, hat aber in der Stadt nichts zu suchen? Wer so denkt, könnte im Audi A1 Citycarver das passende Auto finden. Dem Kleinwagen im Offroad-Kleid gelingt der Spagat zwischen kernigem Auftritt und geringem Raumbedarf. Allerdings zu einem hohen Preis.

Ein wenig Widerspruch steckt schon in der neuesten A1-Variante. Doch wer dem Gedanken folgen kann, ein dezidiertes Stadtauto mit hoher Bodenfreiheit und robusten Plastikplanken auszustatten, findet ihn im Citycarver handwerklich stimmig umgesetzt. Kommt der kleinste Audi seit dem Neustart 2018 aus Angst vor zu viel Stadtflitzer-Niedlichkeit sowieso schon wie ein kleiner Macho daher, unterstreicht das Geländewagen-Paket den aggressiven Auftritt noch einmal. Vor allem der große schwarze Kühlergrill, wie bei den echten Audi-SUV acht- statt sechseckig ausgeführt, wirbt um Aufmerksamkeit. Dazu passt, dass sich das ganze Auto mit seiner leicht höher gesetzten Karosserie (3,5 Zentimeter) sowieso um Achtung heischend nach oben reckt. Auf sensible Naturen mag der Citycarver vielleicht wie ein Gernegroß wirken, objektiv gesehen steht ihm die Schlammpackung aber richtig gut.

Maximal 150 PS für den Citycarver

Jenseits von der Optik hat das Ankreuzen der Citycarver-Option allerdings keine spürbaren Auswirkungen. Von der Höherlegung jedenfalls ist auf der Straße nicht viel zu merken, der Kleinwagen liegt wie gewohnt verbindlich auf der Fahrbahn und straff in der Kurve, die Lenkung ist dynamisch und die Bremse gut dosierbar und bei Bedarf zupackend. Für den Antrieb stehen mittlerweile drei Benziner zur Verfügung, im Testwagen tat der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 85 kW/116 PS seinen Dienst. Ordentliche Fahrleistungen, ein leicht kerniger Klang und ein Verbrauch im 6-Liter-Bereich machen ihn zum guten Allrounder für Stadt- und Überlandverkehr. Wer ausschließlich in der City unterwegs ist, dem reicht vielleicht auch sein kleiner Bruder mit 70 kW/95 PS. Wer es permanent eilig hat, ist mit dem 110 kW/150 PS starken 1,5-Liter-Vierzylinder besser bedient. Den 2,0-Liter-Motor mit 147 kW/200 PS gibt es bislang nicht in Kombination mit der Citycarver-Ausstattung, sondern ausschließlich für das sportlich gestaltete «S-Line»-Modell.

Zum Preis von zwei Polos

Wovon ein Designermodell wie der Citycarver besonders profitiert, ist der sehr wertige Innenraum des A1. Materialauswahl, Verarbeitung und Ergonomie des fahrerzentrierten Cockpits zählen immer noch zu den besten in dieser Klasse. Mit dem nötigen Kleingeld kann man sogar für echtes Luxus-Flair sorgen. Womit wir auch bei der herausstechenden Schwäche des kleinen Audis wären: ein extrem hohes Preisniveau, auf das der Citycarver mit zahlreichen Extra-Ausstattungspaketen noch einmal eine Stufe draufsetzt. So liegt der Basispreis des Testwagens bereits bei selbstbewussten 28.300 Euro, fertig zusammengestellt – zugegebenermassen geschmackvoll und großzügig – kommt er locker auf 33.600 Euro oder mehr. Wohlgemerkt: Es handelt sich in diesem Fall noch nicht um die Spitzenmotorisierung, eine Automatik ist ebenfalls nicht im Preis inbegriffen. Für das Geld gibt es zwei VW Polo in der Basismotorisierung und mit ein paar Extras – immerhin ist der Wolfsburger der technisch weitgehend identische Modellbruder.

Wer sich an dem extremen Preisniveau nicht stört, findet im Citycarver eine stimmig gestylte Alternative zum normalen A1. Mit allen bekannten Tugenden des Grundmodells – vom agilen Fahrverhalten über das gute Raumangebot bis hin zum edel möblierten Cockpit. (SP-X)

(L'essentiel/Holger Holzer)

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