E-Flitzer

17. Januar 2020 07:38; Akt: 17.01.2020 07:46 Print

Klimaneutraler Wirbel um den E-​​Mini

Ausgerechnet den «sauberen» Elektro-Mini präsentiert die BMW-Tochter in Miami. Trotzdem soll der Event klimaneutral über die ferne Bühne gehen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Lokal emissionsfreie Mobilität ist seine Domäne», schreiben die PR-Verantwortlichen im Vorfeld der internationalen Pressetestfahrten des neuen Elektro-Minis in Miami. Richtig: Der im englischen Oxford gebaute und mit dem Elektromotor des deutschen BMW i3 bestückte 3-Türer wird für die Fahrvorstellung der Medien über 7000 Kilometer weit nach Florida transportiert. Das ist kein Einzelfall, war jahrelang üblich, und auch wir fliegen wegen Fahrvorstellungen tausende Kilometer.

Aber klimaneutral ist das natürlich nicht. «Trotzdem ist auch bei der Medienpräsentation des Mini Cooper SE alles auf Nachhaltigkeit ausgerichtet», entkräftet die Pressestelle der BMW Group bereits im Vorfeld allfällige Kritiken. «Die Fahrvorstellung des rein elektrisch angetriebenen Serienmodells der britischen Kultmarke wird bilanziell CO2-neutral durchgeführt.»

Wie das? Laut der Pressestelle sollen es Testfahrten mit 100 Prozent Ökostrom, eine «konsequent ressourcenschonende Eventgestaltung» und Kompensationsleistungen zugunsten von zertifizierten Klimaschutzprojekten ermöglichen, den ökologischen Fußabdruck des E-Minis bei seinen ersten Testfahrten mit Medienvertretern aus aller Welt auf null zu reduzieren.

Für Windpark

Laut BMW besteht in Miami die Möglichkeit, die gesamte Testwagenflotte ausschließlich mit Strom aus regenerativen Quellen zu versorgen. «Damit erhalten die Medienvertreter die Gelegenheit, ihre Probefahrten sowie die Rundtouren für Film- und Fotoaufnahmen vollkommen emissionsfrei zu absolvieren», betonen die Münchner. Auch die bei der An- und Abreise des Mini-Teams sowie der Journalisten aus allen Regionen der Welt anfallenden CO2-Emissionen werden durch den Erwerb von Umweltzertifikaten kompensiert.

Der Erlös aus dem Erwerb der Umweltzertifikate kommt dem Ausbau des Windparks Peralta in Uruguay zugute. Dort wird durch den Einsatz von 25 Turbinen der Strombedarf von rund 50.000 Haushalten gedeckt. Dieser Windpark wurde vom «Zofnass Program for Sustainable Infrastructure» der Harvard Universität als Pionierprojekt anerkannt. Er trägt dazu bei, den Anteil an erneuerbarer Energie im Strommix Uruguays weiter zu erhöhen und unterstützt damit das ehrgeizige Vorhaben des Landes, bis 2030 eine vollständige Klimaneutralität zu erreichen.

Zudem wird ein Projekt zur Nutzung von Windenergie im Süden Argentiniens unterstützt. In der Region Patagonien liefert die landesweit größte Anlage dieser Art auf einer Fläche von rund 1500 Hektar und mithilfe von 43 Windrädern klimaneutral erzeugten Strom für das nationale Versorgungsnetz. Auch der Ausgleich für alle weiteren im Zusammenhang mit der Veranstaltung nicht vermeidbaren Treibhausgase kommt einem Windenergieprojekt in Südamerika zugute.

Ab März 2020

Der Mini Cooper SE läuft seit ein paar Wochen in Oxford vom Band und steht ab März 2020 zu Preisen ab 32.500 Euro beim Händler. Die Optik orientiert sich am konventionellen 3-Türer – auffällig anders sind nur die gelben Zierelemente und der geschlossene Kühlergrill. Der aus dem BMW i3 bekannte E-Motor mit 135 kW (185 PS) schickt seine 270 Nm an die Vorderräder; der 0-auf-100-Sprint dauert 7,3 Sekunden. Der Lithium-Ionen-Akku mit einem Brutto-Energiegehalt von 32,6 kWh ermöglicht eine für die «urbane Mobilität geeignete Reichweite» von 235 bis 270 Kilometern und ist tief im Unterboden platziert, sodass der Laderaum wie gehabt 211 bis 731 Liter fasst.

Der Stromverbrauch beträgt nach dem aktuellen WLTP-Testzyklus 13,2 bis 15,0 kWh/100 km. Die Rekuperation kennt zwei Stufen – in der höchsten soll die Verzögerung so stark sein, dass man das Bremspedal nur selten braucht. Per Schnellladung ist die Batterie innerhalb 35 Minuten zu 80 Prozent geladen.

(L'essentiel/Dieter Liechti)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.