Neue Studie

22. November 2018 10:50; Akt: 22.11.2018 10:53 Print

Selbstfahrende Autos lösen Sex-​​Boom aus

Autonom fahrende Autos sollen Sex im Auto fördern und die Existenz von Bordellen bedrohen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie aus England.

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Was passiert im Auto, wenn man das Steuer nicht mehr selbst bedienen muss und die Hände für andere Dinge frei hat? Über diese Frage zerbrechen sich Forscher auf der ganzen Welt den Kopf. Britische Wissenschaftler scheinen sich zumindest einer Konsequenz sicher zu sein: Selbstfahrende Autos werden neue Sex-Trends auslösen. Zu diesem Schluss kommt Scott Cohen, Professor für Tourismus an der Universität von Surrey. Mit seinem Team erforscht er die Zukunft des urbanen Tourismus.

Seine im «Annals of Tourism Research» publizierten Untersuchungen besagen, dass sich Menschen durch die Verbreitung autonomer Fahrzeuge deutlich häufiger und länger in Autos aufhalten werden. Das führe automatisch dazu, dass es in den Autos häufiger zu Sex komme. Gegenüber der «Washington Post» sagte Cohen: «Es ist ein natürlicher Schluss, dass Sex in autonom fahrenden Autos zum Phänomen wird.»

Gefahr für Bordelle

Denke man weiter, so Cohen, könnte sich sogar die Autoindustrie am Trend orientieren. Sie könne selbstfahrende Autos bauen, die dem gesteigerten Begehren im Auto entgegenkommt: Eine «Kapitalisierung dieser Interessen» sei sehr wahrscheinlich, sagt Cohen. Denn «Sex sells, natürlich». Immerhin geben bereits heute 84 Prozent aller Amerikaner an, schon einmal ein Sex-Abenteuer im Auto erlebt zu haben.

Mehr Verkehr im Verkehr ist aber nicht der einzige Effekt, den K.I.T.T.s Nachkommen auf die Welt von morgen haben dürften. Cohens Studie prophezeit, dass auch das älteste Gewerbe der Welt in Bewegung kommt. Konkret könnten Stundenhotels durch autonome Fahrzeuge ersetzt werden. Sobald autonome Fahrzeuge definitiv im öffentlichen Verkehr angekommen und weit verbreitet seien, könne dies das Ende für klassische Bordelle bedeuten.

Zwar sei davon auszugehen, dass selbstfahrende Autos von Sharing-Anbietern per Kamera überwacht würden. Doch auch private Fahrzeuge könnten als rollende Liebeshotels genutzt werden und damit die Existenzgrundlage von sogenannten Stundenhotels gefährden. Die Hemmschwelle innerhalb der eigenen sechs Scheiben sei zudem bedeutend niedriger – und die Kontrolle schwieriger. Beides seien Aspekte, die für eine Zunahme von erotischen Akten im Auto sprechen würden.

Auswirkungen auf das Reisen

Auch Bereiche des urbanen Tourismus würden laut der Studie durch Roboterautos tüchtig aufgemischt werden. So könnten etwa Anbieter von Sightseeing-Touren darunter leiden, dass autonome Autos mit automatischen Stadtführungen mehr Freiheit und Flexibilität bieten und zudem günstiger angeboten werden können. Als unschöne Folge sagen die britischen Tourismus-Experten voraus, dass es in Zukunft bei berühmten Sehenswürdigkeiten vermehrt zu verstopften Straßen kommen werde.

Das Reiseverhalten wird sich mit dem Aufkommen autonomer Autos ohnehin grundlegend verändern, so Cohen und seine Mitarbeiter. Vor allem Hotels oder Fluglinien könnten dies zu spüren bekommen. Mit selbstfahrenden Fahrzeugen sei es beispielsweise deutlich einfacher, Fahrten über Nacht zu machen und dabei im besten Fall sogar noch schlafen zu können. Um lange Autofahrten bei Nacht zu vermeiden, nutzen viele Reisende heute Flüge, oder sie fahren in Etappen und übernachten in Hotels. Ob die Studie recht behält, wird sich allerdings erst in einigen Jahren zeigen: Etwa im Jahr 2040, so kommen die Experten zum Schluss, werde Sex im selbstfahrenden Auto «weit verbreitet oder sogar die Norm» sein.

(L'essentiel/srt)

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