Autoausstellung Frankfurt

12. September 2019 08:58; Akt: 12.09.2019 08:58 Print

Spannungshoch im Stimmungstief

An der IAA wehrt sich die Auto-Industrie gegen den Bedeutungsverlust. Doch mehrere Serienmodelle mit Elektroantrieb zeugen vom Wandel in der Branche.

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Nur die Hälfte der Hallen geöffnet, viele große Hersteller gar nicht präsent, auf dem Messegelände nur wenige Fachbesucher statt der üblichen Menschenmassen und vor den Toren Demonstranten – die IAA in Frankfurt hat schon bessere Jahre gesehen. Doch die Autobranche stellt sich neu auf: SUV-Kritik hin, CO2-Richtlinien her und allen Umsatzsorgen und Gewinnwarnungen zum Trotz erzeugt sie mitten im Stimmungstief ein Spannungshoch. Denn nach Jahren der Ankündigungen wird jetzt endlich geliefert – die Hersteller starten im großen Stil auf die Electric Avenue.

Allen voran fährt in diesem Jahr der VW-Konzern, der nun endlich auch Serienprodukte präsentiert statt nur abgehobene Ausblicke. Nicht nur, dass die Muttermarke mit dem ID.3 endlich selbst ein kompaktes Elektroauto mit einem Basispreis von etwa 32.000 Euro an den Start bringt – auch viele Tochtermarken sind inzwischen in der Startblöcken beim Thema E-Mobilität.

Porsche lanciert den vor vier Jahren als Mission E angekündigten Taycan und bietet den Gutbetuchten endlich eine Alternative zu dem inzwischen etwas in die Jahre gekommenen Tesla Model S. Seat zeigt den elektrischen Winzling Mii und Skoda den baugleichen Citigo, die sportlichen Spanier von Cupra rücken die seriennahe Studie Tavascan als elektrisches SUV-Coupé ins Rampenlicht. Audi überrascht mit dem AI-Trail: Was aussieht wie ein Mondauto soll nicht weniger als der Quattro der Zukunft sein, den sich umweltbewusste und naturverbundene Kunden immer dann ausleihen sollen, wenn sie mal ein Wochenende im Grünen verbringen wollen.

EQS – die erste elektrische Alternative zur S-Klasse

Auch Mercedes-Benz blickt ein Stück weiter den Electric Boulevard hinunter, bewahrt dabei aber deutlich mehr Bodenhaftung: Wenn auch die Vision EQS mit ihrer mehr als fünf Meter langen, weit überspannten Karosserie und den holografischen LED-Elementen auch futuristisch aussehen mag, so soll daraus doch in weniger als zwei Jahren die elektrische Alternative zur S-Klasse werden. Und wer so lange nicht warten will, der kann sich schon jetzt mit einem Update des fortan ausschließlich elektrisch angetriebenen Smart oder mit dem EQV als erster Großraumlimousine mit Batterieantrieb anfreunden.

Neu an der Ladesäule sind zudem der Opel Corsa, der in der jüngsten Auflage erstmals auch mit Stecker angeboten wird, der Mini E, der nach all der vielen Vorarbeit für BMW endlich selbst einen Akku bekommt, sowie der coole Kleinwagen Honda e, mit dem der erste japanische Hersteller ernsthaft mitmischt im Segment der reinen Stromer – und das zu Preisen ab 43.100 Euro für das Topmodell Advance.

Auch China stromert (umwelt-)freundlich nach Frankfurt

Unter den Japanern mag der Honda der erste sein, doch aus Asien sind noch mehr Stromer nach Frankfurt gekommen – allen voran aus China. So hat Byton den lange erwarteten M-Byte enthüllt und damit die letzte Scheibe von einer schier endlosen PR-Salami geschnitten. Wey nähert sich mit zwei weiteren SUV der Serienreife, Aiways gewährt einen Blick auf den U5, der ähnlich viel können soll wie ein Mercedes EQC und dabei nur die Hälfte kosten, und die Luxusmarke Honqi zeigt mit einem elektrischen Supersportwagen sowie einem riesigen SUV die ersten Entwürfe aus ihrem neuen Designstudio in München.

So ganz frei machen können sich die Hersteller von der alten Antriebs-Welt allerdings noch nicht. Das gilt im Kleinen für Autos wie den neuen Hyundai i10 oder die konventionelle Ausgabe des Opel Corsa, das gilt für SUV wie den neuen BMW X6 und für die überfällige Neuauflage des Land Rover Defender, der optisch ein wenig an ein Playmobil erinnert, digital up-to-date ist und künftig sogar als Plug-In-Hybrid kommt.

Zum Auftakt allerdings gibt's Diesel und Benzinmotoren mit 200 bis 400 PS, alle mit 8-Gang-Automatik. Aber auch für die nach wie vor sehr beliebten Power-Varianten herkömmlicher Modelle wie dem Audi RS6 mit 600 PS oder dem BMW M8 Gran Coupé mit 625 PS fällt der Abschied von der Verbrenner-Welt noch schwer.

Der Sian – Lambo's Hypercar mit Hybridantrieb

Und das gilt erst recht am oberen Ende der Skala: Während die nicht minder exaltierte Schwestermarke Lamborghini mit dem Sian ihr erstes Hypercar mit Hybridantrieb zeigt und zumindest eine Kleinserie davon in den Handel bringt, rüstet Bugatti den Chiron weiter auf und bringt den fast 500 km/h schnellen Rekordwagen mit 1600 statt 1500 PS auf die Straße.

Der Schaden für die Umwelt wird sich jedoch trotz eines Vollgasverbrauchs im dreistelligen Bereich in engen Grenzen halten: Denn erstens werden Bugattis traditionell pro Jahr nur wenige hundert Kilometer gefahren und zweitens wollen die Franzosen von ihrem Rekordrenner nur 30 Exemplare bauen.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sparschwein am 12.09.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    und das zu Preisen ab 43.100 Euro...... Die ticken nit méi richtig,die wessen absolut guer net ,waat Leit wöllen.Een E-Auto mat esu vill PS as Schwachsinn.

  • Julie am 12.09.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wie Sparschwein richtig bemerkt : die ticken nicht mehr richtig . Der Renault Zoe 20.000€ ist das meist verkaufte Elektroauto in Europa, und ein 10.000€ Renault ist bereits angekündigt, da kann Deutschland einpacken. Kommt hinzu mein Mercedes Viano schafft keine 1000 km ohne die nächste Reparatur, die E-Klasse aus dem gleichen Baujahr war ebenfalls ein Flop, aber Kulanz = Fehlanzeige. Dieselgate und kein Ende, Mercedes liegt da gleich auf mit VW, Deutsche Autobauer haben fertig

  • majo am 12.09.2019 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    autohändeler solle mam präiss ëm 20% roof goen dan kommen d'leit och kucken a kaafen, wann dei dat net maan , dan schueden dei sech selver,een räiche keeft een deieren auto!!!mee et gin mei aaremer, dat gët eis jo ze denken ?? oder !!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Julie am 12.09.2019 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wie Sparschwein richtig bemerkt : die ticken nicht mehr richtig . Der Renault Zoe 20.000€ ist das meist verkaufte Elektroauto in Europa, und ein 10.000€ Renault ist bereits angekündigt, da kann Deutschland einpacken. Kommt hinzu mein Mercedes Viano schafft keine 1000 km ohne die nächste Reparatur, die E-Klasse aus dem gleichen Baujahr war ebenfalls ein Flop, aber Kulanz = Fehlanzeige. Dieselgate und kein Ende, Mercedes liegt da gleich auf mit VW, Deutsche Autobauer haben fertig

  • loshein am 12.09.2019 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nëmmen Autoe fir Grossstadtförster.

  • Sparschwein am 12.09.2019 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    und das zu Preisen ab 43.100 Euro...... Die ticken nit méi richtig,die wessen absolut guer net ,waat Leit wöllen.Een E-Auto mat esu vill PS as Schwachsinn.

  • majo am 12.09.2019 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    autohändeler solle mam präiss ëm 20% roof goen dan kommen d'leit och kucken a kaafen, wann dei dat net maan , dan schueden dei sech selver,een räiche keeft een deieren auto!!!mee et gin mei aaremer, dat gët eis jo ze denken ?? oder !!