A-Klasse der Superlative

05. Juli 2019 15:54; Akt: 05.07.2019 15:58 Print

Wie AMG die A-​​Klasse zum Spitzensportler macht

Wenn Mercedes-Ableger AMG jetzt den neuen A 45 an den Start bringt, wird das Baby von Benz mit bis zu 421 PS zum König der Kompaktklasse.

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Dagegen ist ein Golf GTI zum Einschlafen und ein Focus RS nicht viel besser. Denn unter der Haube des neuen A 45 ist nichts anderes verbaut als der stärkste Vierzylinder, der aktuell in Großserie gefertigt wird. Wie der 305 PS starke Motor aus den 35er-Modellen hat auch er 2,0-Liter-Hubraum, ist aber komplett neu entwickelt worden. Intern als «M139» geführt, wird es ihn, wie bislang nur die V8-Modelle, künftig sogar in zwei Leistungsstufen geben: Als Basismodell mit 387 oder als S-Version mit 421 PS. Das sind gute zehn Prozent mehr als beim Vorgänger und genug für einen neuen Superlativ. Denn der M139 hat nicht nur eine Literleistung wie ein Supersportwagen, sondern er ist obendrein der aktuell stärkste Vierzylinder, der weltweit in einem Serienmodell angeboten wird.

Neben der Leistung hat AMG auch das Drehmoment angehoben und die Drehzahlkurve nach oben verschoben. So gipfelt die Anzugskraft des Vierzylinders jetzt bei 480 oder 5000 Newtonmeter und der Motor wird erst bei 7200 Touren eingebremst. Das ermöglicht Fahrleistungen, die man bislang eher bei Porsche und nicht in der Kompaktklasse erwartet hätte: So beschleunigt der A 45 S mit rasend schneller Achtgang-Doppelkupplung und sportlich ausgelegtem Allradantrieb als Standard in 4,0 Sekunden auf Tempo 100 und wer das AMG-Drivers-Package bestellt, der schießt mit 270 Sachen an der kompakten Konkurrenz vorbei.

One Man, one Engine – und aus Affalterbach

Dazu gibt es wie immer ein Design, das die Kraft auf Anhieb erkennen lässt. Deshalb hat AMG nicht nur die Schürzen und Schweller ausgetauscht und einen schmucken Spoiler montiert, sondern auch einen neuen Grill und weiter ausgestellte Kotflügel designt, die Platz für eine Vorderachse mit größerer Spurweite machen. Dazu noch ein Interieur mit tiefer ausgeschnittenen Sitzen, griffigerem Lenkrad und reichlich Karbon auf den Konsolen und schon ist die A-Klasse fit für das aktuelle Sportstudio.

Mit dem neuen Motor geht auch eine Umstellung in der Produktion einher. Wurde der bisherige Vierzylinder noch aus einem Mercedes-Werk in Kölleda zugeliefert, baut AMG den neuen Treibsatz künftig in Affalterbach selbst und wendet dafür ein Prinzip an, das man sonst nur von sehr viel exklusiveren Modellen kenn: One Man, one Engine. Jeder Motor wird von einem einzigen Mitarbeiter weitgehend in Handarbeit montiert, und als letzten Handgriff bestätigt der Monteur die Eigenleistung mit einer Plakette, auf der sein Name steht. Dieses Ehrenabzeichen könnte die Kunden allerdings teuer zu stehen kommen: Unter 50.000, eher 60.000 Euro dürfte etwa der neue A 45 als Erstling beim Powerplay kaum zu haben sein.

(L'essentiel)

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