Skoda Superb iV

11. Dezember 2019 16:33; Akt: 13.12.2019 16:52 Print

Zwei Wege, ein E-​​Ziel

Mit dem Kleinwagen Citigo als Stromer und dem Flaggschiff Superb auch als Plug-in-Hybrid startet die tschechische VW-Tochter Skoda ins Elektrozeitalter.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Simply clever. Passt gut zu Skoda, dieses Motto, dem die Tschechen schon lange nachleben. Bestrebt, immer etwas mehr zu bieten als die Konkurrenz – auch die aus dem eigenen Konzern – suchen die Skoda-Entwickler stetig noch etwas mehr herauszuholen. Zwar geht es manchmal nur um Details, aber gerade dahinter steckt Kreativität. Zum Beispiel beim Eiskratzer, der nicht im zugefrorenen Auto liegt, wenn man ihn braucht, sondern sich hinter dem Tankdeckel verbirgt. Oder der Regenschirm, der immer griffbereit in der Armlehne steckt. Und zwar auf beiden Seiten.

Flaggschiff auf Premium-Niveau

«Clever» darf man auch nennen, wie es den Tschechen jeweils gelingt, gängige Plattformen aus dem VW-Konzern bis auf den letzten Millimeter auszureizen. So übertrifft beispielsweise das Skoda-Flaggschiff Superb mit seinen 4,86 Metern den VW Passat, der als weltweit erfolgreichstes Geschäfts- und Familienauto gilt, in der Länge gleich um zehn Zentimeter, dazu ist er breiter. Und weil die Ingenieure in Mlada Boleslav auch den Radstand um fünf Zentimeter gestreckt haben, ergibt sich in der Summe ein Innenraum-Wohlgefühl, das selbst von den Modellen der Premium-Hersteller nicht getoppt werden kann.

Auch bei der Elektrifizierung, die Skoda jetzt angeht, machen es die Tschechen clever: Sie setzen zu Jahresbeginn zunächst ihren Kleinsten, den Citigo, unter Strom, elektrisieren gleichzeitig aber auch ihren Größten, den Superb adäquat. So erhält das Flaggschiff zusätzlich zu seiner bewährten Antriebspalette mit Benzinern und Selbstzündern einen Plug-in-Hybrid-Antrieb.

Akku und Tank sollen für 930 Kilometer reichen

Das heißt ab Februar: Strom für die kurze Fahrt mit dem Citigo in die Stadt, das Zusammenspiel von Verbrenner und Elektromotor dann, wenn es mit dem Superb über längere Distanzen geht und dabei auch Leistung und Reichweite eine Rolle spielen. Mit voll geladenem Akku und mit gefülltem Tank soll es der Mittelkasse-Kombi 930 Kilometer weit schaffen. Sagt jedenfalls Skoda.

Dass bei der angestrebten Entwicklung in die Breite auch der Preis stimmen muss und Elektromobilität tatsächlich erschwinglich wird, dem trägt Skoda ebenfalls Rechnung.

Sanftes Gleiten mit und ohne Strom

Wie schon beim VW Passt wirken beim Skoda Superb ein 1,4 Liter Benziner, ein Elektromotor und ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe wirkungsvoll zusammen; die Systemleistung beträgt 218 PS. Dabei sind verschiedene Fahrmodi individuell programmierbar. Rein elektrisch soll der Mittelklasse-Skoda maximal 62 Kilometer weit kommen.

Bei einer ersten Probefahrt von Amsterdam aus schaltete sich der Turbobenziner allerdings früher ein – lautlos. Wie eigentlich die ganze Fahrt einem sanften Gleiten gleichkam. Am Etappenziel Den Haag maßen wir einen Durchschnittsverbrauch von beachtlichen 2,9 Liter. Skoda gibt als Normwert allerdings 1,1 Liter an, was einem einem CO2-Ausstoß von 25 Gramm entsprechen würde.

Bis auf die zusätzliche Kennzeichnung iV am Heck, die es künftig bei allen elektrifizierten Modellen von Skoda geben wird – bis 2022 sind fünf weitere geplant – ist der Hybrid-Superb äußerlich nicht von der aktuell dritten Generation zu unterscheiden, die im Frühsommer ein Facelift erfahren hat. Und was beim Superb wirklich neu ist, betrifft die Plug-in-Hybrid-Version nicht: Erstmals nämlich gibt es den großen Tschechen auch in einer Scout-Version. Deutlich höher gesetzt und mit seitlicher Beplankung sowie Unterfahrschutz wirkt das Flaggschiff im Stil eines Crossovers robuster. Die Tschechen wollen so dem SUV-Boom entgegenwirken.

Zu haben ist dieser Superb-Scout allerdings in keiner Sparversion, auch beim Verbrauch nicht. Es gibt ihn nur in der jeweils stärksten Motorisierung (Diesel mit 190 PS, Benziner mit 270 PS) und mit Allradantrieb.

Skoda Superb

Modell: Mittelklasse-Kombi

Maße: Länge 4863 mm, Breite 1864 mm, Höhe 1516 mm, Radstand 2838 mm

Kofferraum: 660 bis 1950 Liter (Hybrid 510 bis 1800 Liter)

Motoren: Drei Benziner mit 150, 190 und 272 PS, zwei Diesel mit 150 und 190 PS. Plug-in-Hybrid mit einer Systemleistung von 218 PS

Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 5,6 bis 9,1 Sekunden (Hybrid 7,8 Sekunden), Höchstgeschwindigkeit von 221 bis 250 km/h (Hybrid 224 km/h)

Verbrauch: 4,4 bis 7,1 Liter auf 100 Kilometer (Hybrid 1,1 Liter laut Werk)

CO2-Ausstoß: 116 bis 162 Gramm pro Kilometer (Hybrid 25 Gramm)

Markteinführung: Februar 2020

Infos: www.skoda.lu

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.