Lunex-Serie

22. Juli 2016 11:40; Akt: 22.07.2016 11:40 Print

Der Wandel des modernen Radsports

Warum Radfahren eine Teamsportart ist und Schmerzmittel das Sturzrisiko erhöhen, aber den Trainingseffekt mindern können, erklärt Prof. Dr. Axel Urhausen.

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Prof. Dr. Axel Urhausen, Präsident der Lunex University, spricht über die Änderungen im modernen Radsport. (Bild: dpa/Lunex)

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Früher gelang es herausragenden Einzelsportlern immer wieder, das Bild der Tour de France zu prägen. Mittlerweile hat sich der professionelle Radsport zu einem Teamsport entwickelt. Prof. Dr. Axel Urhausen, Präsident der Lunex University, bringt es auf den Punkt: «Im modernen Radsport sind es die Teams, die einem Kapitän den Weg zum Champion bereiten. Aber bei einer Rundfahrt wie der Tour muss der Kapitän am Ende dann doch seinen Mann stehen können, denn ohne gute Einzelzeitfahrqualitäten und eine hohe körpergewichtsbezogene Leistung auf den entscheidenden letzten Kilometern im Hochgebirge kann man auf Dauer vorne nicht bestehen.»

Die verschiedenen Aufgaben innerhalb des Teams werden je nach Etappenprofil und Mannschaftsziel festgelegt. Sie ergeben sich aus den jeweiligen Fahrerprofilen als Sprinter, Bergspezialist oder Zeitfahrer, die auch in leistungsdiagnostischen Tests differenziert werden können.

Jahrelanges Training erforderlich

Viele Radsportfans fragen sich, man die Strapazen eines solchen Wettbewerbs überhaupt bewältigen kann: «Die Teilnehmer der Tour de France muss man eben als Berufssportler begreifen, die sowohl eine besondere genetische Veranlagung für ihre Disziplin aufweisen als auch durch ihr jahrelanges Training fit für diese Herausforderungen wurden, beziehungsweise durch eine harte Selektion übrig blieben. Das gilt genauso für den Fußballspieler, der Athletik mit Balltechnik vereint oder den Autorennfahrer, der bei beeindruckenden Geschwindigkeiten das Steuer stets im Griff behält. »

Als Leiter des medizinischen Stabes des Comité Olympique et Sportif Luxembourgoise (COSL) und Mitglied der Anti-Doping-Agenturen in Luxemburg & Deutschland hat Prof. Dr. Axel Urhausen die gesundheitliche Sicherheit der Athleten besonders im Blick: «Ein aktuelles Thema im Profi-Radsport ist das Sturzrisiko. Viele denken hier vor allem an Stürze bei Massensprints oder durch Kollisionen mit Begleitfahrzeugen. Oft unterschätzt wird das erhöhte Sturzrisiko durch den Missbrauch von bestimmten Schmerzmitteln (Tramadol), die die Fahrtüchtigkeit – wie im Straßenverkehr – beeinträchtigen können. Aktuell wird sogar diskutiert, sie auf die Liste der verbotenen Substanzen zu setzen. Häufig setzen Athleten, natürlich nicht nur Radsportler, auch ohne Rücksprache mit dem Arzt sogenannte nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID) wie zum Beispiel Diclofenac, Ibuprofen oder Acetylsalicylsäure («Aspirin») ein, die auch nicht auf der Dopingliste stehen. Sie tun das mit dem Ziel, Schmerzen zu unterdrücken oder vermeintlich das Blut zu verdünnen. Bei diesen Substanzen werden in der Fachliteratur gerade bei sportlicher Belastung in Einzelfällen Komplikationen an Herz, Magen/Darm, Leber und Nieren beschrieben.»

Auch immer mehr Breitensportler greifen gerne zu solchen Mitteln: «Ohne sich der gesundheitlichen Risiken bewusst zu sein. Was viele Sportler nicht wissen ist, dass die längere Einnahme dieser Entzündungshemmer auch die den eigentlich erwünschten Trainingseffekt vermittelnden Anpassungsreaktionen im Muskel beeinträchtigt. Die beste Prophylaxe vor Schmerzen während/nach dem Training bleibt ein individuell angepasstes Training». Damit ambitionierte Sportler unabhängig von der Leistungsklasse lange Freude an ihren sportlichen Erfolgen haben.

( Prof. Dr. Axel Urhausen/Lunex/L'essentiel)

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