Long Island

27. Februar 2020 09:02; Akt: 27.02.2020 09:06 Print

Amerikas exklusivster Ferienort

Traumstrände und Ruhe unweit der Großstadt: In Long Island erholt sich die New Yorker Oberschicht.

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Long Island mit den berühmten Hamptons kennt man vor allem aus Filmen und Serien – oder von Ferienfotos der Promis. Der durchschnittliche New-York-Tourist hat die Insel neben dem Big Apple aber kaum auf dem Radar. Long Island gilt als Rückzugsort der Superreichen, die sich vom Trubel der Großstadt erholen wollen. Und war der Place to Be in den wilden 20er-Jahren, Stichwort: «The Great Gatsby». Im Film schmeisst Leonardo DiCaprio als Lebemann und Millionär Jay Gatsby in seiner prunkvollen Villa auf Long Island ein rauschendes, dekadentes Fest nach dem anderen.

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Leonardo DiCaprio haben wir bei unserem Besuch leider nicht gesehen, aber Anwesen wie jenes des großen Gatsby gibt es auf Long Island en masse. An der Nordküste, die jeder nur «Gold Coast» nennt, steckt «the old money», wie unsere Reiseleiterin Maggie LaCasse erzählt. Sie meint das Geld von schwerreichen Unternehmern wie Cornelius Vanderbilt, J. P. Morgan oder F. W. Woolworth, die sich Ende des 19. Jahrhunderts auf Long Island niederließen.

Zu Hause beim Monopoly-Mann

Hier wollen wir uns das Oheka Castle ansehen, das zweitgrößte Privathaus in den Vereinigten Staaten mit 127 Zimmern. Es war die Sommerresidenz des deutschen Bankiers Otto Hermann Kahn (daher der Schlossname O-He-Ka), der als Vorlage für die Brettspielfigur von Monopoly gilt. Mittlerweile ist das Oheka Castle ein Hotel, eine beliebte Hochzeits- und Filmlocation. Das legendäre Drama «Citizen Kane» von 1941 wurde hier gedreht sowie vor einigen Jahren das weniger legendäre Musikvideo «Blank Space» von Taylor Swift.

Wir fahren durch die lange, begrünte Auffahrt, durch die auch Taylor mit ihrem Schimmel reitet, zum Hoteleingang und treten ein. Doch das großzügige Entrée mit Kronleuchter und Treppenaufgang ist alles, was wir vom Oheka Castle sehen werden. Das ganze Hotel ist für Führungen gesperrt wegen – surprise! – eines Filmdrehs.

Zu Hause beim Präsidenten

Doch andere Reiche haben zum Glück auch schöne Anwesen. Und so besichtigen wir stattdessen die Coe Hall, ein prunkvolles Landhaus mit 160 Hektaren Umschwung, und die Villa der Vanderbilt-Familie, heute sind beides Museen. Man kann nur erahnen, was für opulente Feste früher hier gefeiert wurden und was für Bekanntheiten ein und aus gegangen sind. Bescheidener dagegen ist das Haus von Theodore Roosevelt (1858–1919). Der 26. US-Präsident verbrachte seine Sommer auf Sagamore Hill und ist auf dem etwa zwei Kilometer entfernten Friedhof begraben.

Die Milliardärsstraße

Während man im Norden von Long Island im musealen Glanz vergangener Zeiten schwelgt, wohnen die heutigen Schwerreichen im Osten. «Billionaire Lane» nannte das «Forbes»-Magazin die sechs Kilometer lange Meadow Lane am Südweststrand von Southampton. Hier wohnt unter anderem der Modedesigner Calvin Klein, der sich für 75 Millionen Dollar ein Grundstück kaufte und eine Villa bauen ließ. In dieser Liga reist man natürlich nicht mehr mit dem Zug oder Auto nach New York. Die Meadow Lane verfügt über einen eigenen Heliport, innerhalb 30 Minuten gelangt man mit dem Helikopter nach Manhattan.

Die Anwesen an der «Billionaire Lane» aus der Vogelperspektive:

Das letzte Dorf der Hamptons

An der östlichen Spitze von Long Island liegt Montauk. Schon Max Frisch gefiel es hier. 1974 verbrachte der Schriftsteller ein Wochenende mit seiner Geliebten in Montauk und gab einer autobiografischen Erzählung den Namen des Fischerdorfes. Bis vor nicht allzu langer Zeit war das letzte Dorf der Hamptons ein bescheidener Ort mit Motels, Familienbetrieben und breiten, leeren Stränden. Mittlerweile entdeckten Investoren den Ort, Edelrestaurants, High-End-Boutiquen und Designhotels am Meer folgten.

Eine besonders feine Adresse ist das Gurney's Montauk Resort & Seawater Spa, in dem A-Listers ein und aus gehen. Es liegt direkt am weißen Privatstrand, auf den man von jedem Zimmer aus Sicht hat. Der Bikini kommt bei unserem Besuch im Oktober zwar nicht zum Einsatz, es windet und das Meer tost wie wild. Doch die raue Stimmung am Strand ist magisch auf ihre Weise und könnte den Charme des ehemaligen Fischerdorfes nicht besser unterstreichen.

Diese Reise wurde durch Discover Long Island ermöglicht.

(L'essentiel)

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