Vorsicht beim Bad im Meer

15. Juli 2020 16:29; Akt: 15.07.2020 16:32 Print

Hitze lässt fleischfressende Bakterien gedeihen

Weil die Meere sich aufheizen, vermehren sich gefährliche Vibrionen. Die Erreger können schwere Durchfälle und Wundinfektionen auslösen, aber auch zum Tod führen.

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Das Aufheizen der Meere kann für Menschen schneller als gedacht ein Problem werden. Denn «durch den Klimawandel wird aufgrund steigender Wassertemperaturen weltweit eine Zunahme von Vibrionen erwartet», warnen die Experten vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung BfR.

Dabei handelt es sich um Bakterien, die je nach Einfallsort am menschlichen Körper Durchfälle oder Wundinfektionen auslösen können:

Infektionen, Amputationen, Tod

Wird nicht schnell genug gegengesteuert (siehe Box), endet der Kontakt mit Vibrionen mitunter mit Amputationen oder sogar tödlich, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt. Nicht umsonst werden die Erreger als fleischfressende Bakterien bezeichnet.

Wie schnell eine Vibrionen-Infektion voranschreiten kann, zeigen Fälle aus den letzten Jahren (siehe Bildstrecke). Problematisch ist, dass die Betroffenen oft nicht merken, wenn sich die Keime am Körper zu schaffen machen. Als erste Symptome gelten lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost. Manche Betroffene erzählen aber auch, dass sie lediglich einen kleinen Fleck am Körper entdeckten, diesen aber auf einen Spinnenbiss zurückführten.

Menschen mit einem schwachen Immunsystem, Krebserkrankte oder solche mit Leber- oder Nierenschwäche sind besonders gefährdet.

Gefahr steigt weltweit

Die stäbchenförmigen Erreger fühlen sich bei Wassertemperaturen ab 20 Grad pudelwohl und vermehren sich dann rasant, so das BfR. Die Keime kommen weltweit vor allem in Meeren und Flussmündungen vor. Auch in Brackwasser und Lagunen sind sie anzutreffen. «Gewässer mit Süsswasser sind in der Regel nicht betroffen.»

Wie stark die Gefahr durch Vibrionen zugenommen hat, zeigt unter anderem eine im Januar im Fachjournal «Advances in Atmospheric Science» veröffentlichte Auswertung von Forschern um den Ozeanografen und Atmosphärenphysiker Cheng Lijing. Demnach sind die vergangenen fünf Jahre die fünf wärmsten Jahre, die je gemessen wurden. Auch in Nord- und Ostsee sind die Temperaturen zuletzt deutlich gestiegen. Das gab kürzlich das deutsche Bundesverkehrsministerium auf Nachfrage einer Grünen-Politikerin bekannt.

Auf ein erfrischendes Bad muss jedoch niemand verzichten: Das Wasser an den Badeorten wird regelmäßig kontrolliert, und die Behörden warnen bei bestehender Gefahr. Wie man die Gefahr einer Vibrionen-Infektion weiter senken kann, zeigt das obige Video.

(L'essentiel/Fee Anabelle Riebeling)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Léon am 16.07.2020 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Laisser la mer aux poissons

  • kaa am 15.07.2020 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrjé, nach eng Katastrophe! Mussen mir eis elo all am Keller oder ennert dem Kichendesch verkrauchen...?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Léon am 16.07.2020 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Laisser la mer aux poissons

  • kaa am 15.07.2020 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herrjé, nach eng Katastrophe! Mussen mir eis elo all am Keller oder ennert dem Kichendesch verkrauchen...?