Fasaneninsel

22. Januar 2020 14:27; Akt: 22.01.2020 14:31 Print

Insel wechselt alle sechs Monate das Land

Die Fasaneninsel befindet sich zwischen Frankreich und Spanien. Seit 1659 wechselt sie alle sechs Monate die Herrschaft.

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Direkt an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien befindet sich eine kleine Insel. Niemand wohnt dort, abgesehen von einem weißen Monument ist das kleine Landstück leer. Die Insel wirkt zwar ganz unspektakulär, ist aber gesetzlich gesehen ein absoluter Ausnahmefall.

Die Fasaneninsel, wie die 224 Meter lange und bis zu 41 Meter breite Insel heißt, ist nur gerade 6820 Quadratmeter groß und liegt im Bidasoa, einem französischen Grenzfluss. Sie ist ein sogenanntes Kondominium, also ein Ort, der zwei Herrschaften hat.

Länderwechsel alle sechs Monate

Für die Fasaneninsel bedeutet das, das sie alle sechs Monate das «Besitzerland» wechselt. Dafür treffen sich Abgeordnete der beiden Länder auf der Insel und tauschen die offiziellen Besitzdokumente aus. Dabei wird die Herrschaft über die Fasaneninsel für das nächste halbe Jahr abgetreten.

Diese Insel ist aber nicht nur das älteste Kondominium der Welt, es ist auch sonst außergewöhnlich: Bei anderen Kondominien teilen sich einfach zwei (oder mehr) Länder die ständige Herrschaft, bei der Fasaneninsel wird halbjährlich gewechselt. Obwohl das Gebiet sich nur wenige Meter vom jeweiligen Festland entfernt befindet, ist das Betreten der Insel für Besucher verboten.

Neutraler Ort für Verträge

Diese seltsame Abmachung zwischen Frankreich und Spanien entstand vor rund 400 Jahren: Als der Dreissigjährige Krieg 1648 offiziell endete, gab es zwischen Spanien und Frankreich weiterhin Spannungen, Gewalt und politische Beeinflussung. Das endete erst, als 1659 der Pyrenäenfrieden geschlossen wurde.

Um den Friedensvertrag zu unterschreiben, brauchten die beiden Länder einen neutralen Ort und stießen schnell auf die Fasaneninsel (französisch: Île des Faisans, spanisch: Isla de los Faisanes), die ja praktischerweise direkt zwischen den beiden Ländern lag.

Über 700-mal getauscht

Die Verantwortlichen beider Länder stellten sicher, dass die Insel künftig jedes halbe Jahr vom einen Land an das andere überging. Zwischen Februar und Juli gehört die Binneninsel zu Spanien, zwischen August und Januar zu Frankreich. Der Tausch soll Frieden und Ebenbürtigkeit symbolisieren.

In den vergangenen 400 Jahren war sie ein beliebter Ort für neutrale Gespräche. Hier wurden Geiseln ausgetauscht, Adlige trafen ihre künftigen Angetrauten aus anderen Königshäusern. Seit 1659 wurde die Insel über 700 Mal zwischen den beiden Ländern hin- und hergegeben.

(L'essentiel/mst)

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