Bristol & Bath

23. Oktober 2019 22:24; Akt: 23.10.2019 22:28 Print

Zuhause bei Banksy und Jane Austen

Street-Art in Bristol, Afternoon Tea in Bath: Die beiden ungleichen Städte in England lassen sich wunderbar kombinieren.

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Sie gerät neben der Mega-Metropole London oft ins Vergessen, dabei gibt es wenige Städte, die eine so angenehme Größe haben wie Bristol: klein genug, um einen freundlichen, gemeinschaftlichen Vibe zu bewahren, aber auch groß genug, damit immer was los ist. Etwa 463.000 Menschen leben in der historischen Hafenstadt im Südwesten Englands, rund zehn Prozent von ihnen sind Studenten.

Der Hafen in der Innenstadt wurde irgendwann zu eng für den kommerziellen Verkehr und dient heute hauptsächlich touristischen Zwecken. Entlang der stillgelegten City Docks reihen sich Museen, Kunstgalerien, schicke Apartmentgebäude an gemütliche Cafés und Restaurants. Sie sind in Containern untergebracht («The Cargos») und führen internationale Hipster-Klassiker wie Ramen, Pulled-Pork-Burger und Sauerteig-Pizza. Man wähnt sich schon mit einem Fuß im Gentrifizierungs-Einerlei, doch dafür ist der Rest der Stadt zu unprätentiös und hat die Rauheit und den Charme einer ganz normalen, englischen Großstadt.

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Wenn man weiß, welche Abzweigung man nehmen muss, begegnet man am Ende der Flaniermeile am Hafen einem Werk des bekanntesten Künstlers der Stadt: «Girl with the Pierced Eardrum» von Banksy. Der Straßenkünstler wurde in Bristol geboren, ansonsten ist über seine Identität wenig bekannt. Im Stadtzentrum hat er ebenfalls das bekannte Werk «Well Hung Lover» hinterlassen; der Liebhaber, der sich mit einer Hand an der Fensterbank festhält, mit der anderen seine Genitalien verdeckt. Es prangt an der Wand einer ehemaligen Sexklinik und ist teilweise überschmiert.

Banksys Werke in Bristol sind nicht geschützt wie in anderen Städten (beispielsweise durch eine Plexiglasscheibe). Banksy dürfte das herzlich egal sein, hat er seine Einstellung gegenüber dem kommerziellen Kunstbetrieb bei einer Auktion vergangenes Jahr doch sehr deutlich gemacht. Kaum war sein Bild «Girl with Balloon» für einen Rekordpreis von umgerechnet 1,2 Millionen Euro versteigert worden, schaltete sich ein im Rahmen versteckter Schredder ein und zerschnitt es.

England-Romantik in Bath

Nur elf Zugminuten von Bristol entfernt, taucht man in die Welt einer anderen britischen Berühmtheit ein: Die Schriftstellerin Jane Austen lebte einige Jahre in Bath und ließ sich von der englischen Bilderbuchstadt für ihre Romane inspirieren. Sandfarbene, georgianische Bauten prägen das Bild der Stadt, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt.

Bath war seit dem 16. Jahrhundert ein Kurort für die Wohlhabenden und ist bekannt für seine natürlichen heißen Quellen – allen voran: das antike römische Bad. 43 n. Chr. erstellten die Römer in Bath, um die einzige thermische Quelle Großbritanniens, eine eindrückliche Badeanlage. Sie ist bestens erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich, baden darf man aus hygienischen Gründen allerdings nicht.

Bath hinterlässt einen charmanten, aber auch etwas unbelebten Eindruck, wirkt teilorts wie eine Theaterkulisse. Wer historisch interessiert ist, wird sich hier wohlfühlen, wer die Aufregung liebt, ist in Bristol besser aufgehoben. Zu entscheiden braucht man sich aufgrund der geringen Distanz ja zum Glück nicht.

(L'essentiel)

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