Gerüchteküche

04. Oktober 2017 09:17; Akt: 04.10.2017 09:29 Print

An diese 6 Kaffee-​​Mythen glauben Sie sicher auch

Eine Bohne, viele Gerüchte: Kaffee macht süchtig, schön, impotent. Stimmt das?

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1 Kaffee macht süchtig: Wer aufhört, ihn zu trinken, leidet unter Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwäche.

Koffein ist eine spannende Substanz, weil es die Adenosin-Rezeptoren blockiert. Sehr vereinfacht gesagt, sorgt das dafür, dass der Körper nicht in die Entspannung kommt. Der Körper ist aber schlau: Weil Koffein diese Rezeptoren blockiert, bildet er einfach mehr davon aus. Fehlt das Koffein – beispielsweise, wenn wir am Wochenende ausschlafen –, stehen plötzlich verhältnismäßig viele Rezeptoren zur Verfügung. Mehr Adenosin dockt an und wir entspannen uns quasi zu stark. Dann hätten wir die Symptome eines leichten Koffeinentzuges, die «Wochenend-Kopfschmerzen». Und ja, es gibt ausreichend Berichte von Koffeinsucht – sowohl mittels Koffeintabletten als auch mit Kaffee.

2 Kaffee fördert die Ausdauer: Das Getränk steigert bei Sport, wie Rennen, Radfahren und Schwimmen die Leistung.

Koffein steht zwar seit 2004 nicht mehr auf der Dopingliste, aber ja, es gibt viele Studien, die zeigen, dass es zu einer Leistungsverbesserung führt. Der genaue Mechanismus würde den Rahmen hier sprengen, aber wer es probieren will: 3 bis 6 Milligramm Koffein pro Kilo Körpergewicht gegen Ende der Leistung getrunken, zeigt gute Effekte.

3 Kaffee macht schlank: Er zügelt den Appetit und kurbelt die Fettverbrennung an.

Koffein an sich zeigt diese Wirkungen in Tiermodellen tatsächlich. Doch bei einem großen Latte macchiato mit Caramel-Topping dürfte der Koffeineffekt schnell wieder aufgehoben sein – sprich der Zaubertrank zum Abnehmen ist Kaffee nicht! Aber ich mache gute Erfahrungen mit meinen abnehmwilligen Patienten, die Kaffee trinken anstatt zu snacken – hier aber Kaffee in einer kalorienneutralen Variante.

4 Kaffee bringt um den Schlaf: Koffein wirkt anregend und raubt abends die Nachtruhe.

Koffein hat einen Einfluss auf die Ausschüttung von Melatonin, einem schlaffördernden Hormon. Sie dürfen davon ausgehen, dass Sie später einschlafen und die Tiefschlafphase sowie der Schlaf allgemein kürzer ist. Dennoch gibt es viele Personen, die davon nichts zu spüren scheinen. Essen Sie aber Schokolade zum Kaffee, verlängert sich die Koffeinwirkung. Das Theobromin aus der Schokolade hemmt den Abbau! Falls Sie koffeinsensibel sind, wäre Kaffee und Schoki nach dem Abendessen eine eher ungünstige Kombination.

5 Kaffee macht schön: Beim Aufbrühen werden Antioxidantien freigesetzt, das beste Rezept gegen Falten.

Die Kaffeebohne enthält nicht nur Koffein, sondern auch viele sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Darunter auch Antioxidantien – das, was wir auch in bunten Gemüsen und Früchten finden. Wie diese Substanzen wirken, wissen wir erst ansatzweise. Doch gibt es einzelne Belege dafür, dass Koffein gut ist für die Haut. Die Studien wurden aber mit koffeinhaltigen Cremes gemacht und nicht mit Kaffeetrinken.

6 Kaffee macht impotent: Stimmt die Redewendung «Kaffee macht müde Männer munter» in doppeltem Sinne?

Die Behauptung, dass Kaffee impotent mache, hat eine lange Geschichte. Sie geht zurück auf Friedrich den Großen (1740). Dieser wollte dem zunehmenden Kaffeekonsum und insbesondere der Kaffeehauskultur Einhalt gebieten. Er nutzte diese damals unter Ärzten weit verbreitete Annahme, um Angst zu machen. Hat nicht wirklich funktioniert. Erstaunlicherweise sehen wir bezüglich der Zeugungsfähigkeit von Männern zwei Effekte: Eine geringe Dosis Koffein (zwei Tassen Kaffee pro Tag) macht Spermien eher munter. Doch mit steigender Menge dreht sich die Wirkung ins Gegenteil. Auch hier ist die Dosis entscheidend.


(L'essentiel/Sulamith Ehrensperger)

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