Venedig

10. November 2017 13:11; Akt: 10.11.2017 13:15 Print

Ist bald endgültig Schluss mit diesem Anblick?

Kreuzfahrtschiffe sollen künftig nicht mehr durch Venedigs Altstadt schippern. Auf dem Festland soll ein neuer Hafen entstehen.

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Aus für Kreuzfahrtdampfer in Venedigs Altstadt: Künftig sollen keine riesigen Schiffe mehr direkt am berühmten Markusplatz vorbei über den Kanal von Giudecca schippern, wie das italienische Verkehrsministerium am Dienstagabend mitteilte. Stattdessen sollen ab 2019 Passagierschiffe nach und nach auf der gegenüberliegenden Seite der Lagune auf dem Festland anlegen. Hierfür soll ein neuer Hafen gebaut werden - die Kosten sind noch unbekannt.

Das zuständige Komitee habe grünes Licht für den entsprechenden Vorschlag der Regierung gegeben, erklärte Verkehrsminister Graziano Delrio im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er äußerte sich nach interministeriellen Beratungen, an denen auch örtliche Behörden und Gemeindevertreter teilnahmen. Der Einigung waren anderthalbjährige Verhandlungen vorangegangen.

Andere Einfahrt

Nach dem Plan sollen die Kreuzfahrtdampfer künftig weiter südlich in die Lagune einfahren - so wie jetzt bereits Containerschiffe und Öltanker. Die größten Passagierschiffe sollen im Industriegebiet Marghera anlegen, in einem Hafen, der eigens dafür gebaut werden muss und wo auch die Passagiere aussteigen sollen. Kleinere Schiffe sollen weiter im bereits existierenden Hafen einlaufen, aber über einen Kanal fahren, der um mehrere Meter vertieft werden muss.

Venedigs Bürgermeister Luigi Brunaro nannte die Regelung ein «großes Ergebnis für die Venezianer». Allerdings gibt es noch keine offiziellen Kostenschätzung. Kritiker hatten gefordert, dass Kreuzfahrtschiffe gar nicht mehr in die Lagune einfahren dürfen. Stattdessen hätte ein Passagierterminal am Eingang der Lagune gebaut werden sollen.

Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» im Jahr 2012 vor einer Insel im Westen Italiens hatte die Regierung in Rom den Verkehr größerer Passagierschiffe deutlich eingeschränkt. Vor allem Venedig war davon betroffen.

Die Kreuzfahrtunternehmen verbannten Dampfer mit mehr als 96.000 Tonnen Gewicht komplett aus der Lagune und verringerten allgemein die Zahl der großen Passagierschiffe. Nach Angaben des internationalen Kreuzfahrtanbieter-Branchenverbandes Clia ging die Zahl der Passagiere in Venedig seit 2013 um eine halbe Million zurück. Demnach kamen 2017 noch etwa 1,4 Millionen Kreuzfahrt-Touristen in die Lagunenstadt.

(L'essentiel/jpf/cp/afp)

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