Sophia Thiel

06. November 2017 10:26; Akt: 06.11.2017 10:30 Print

«Ein Traumkörper geht auch ohne Leiden»

Früher pummelig, heute erfolgreichste deutsche Fitness-Influencerin. Sophia Thiel über Crash-Diäten, Ab-Cracks und Krisen.

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Sophia Thiel, mit deiner eigenen Transformation hat du gezeigt, was mit Willen und Training möglich ist. Heute lebst du den Fitness-Lifestyle rund um die Uhr. Bist du wirklich so diszipliniert, wie du dich zeigst?

Mal mehr und mal weniger, wie jeder normale Mensch, denke ich. Da ich jedoch mit dem Krafttraining schon eine Leidenschaft entdeckt habe und die ausgewogene Ernährung wirklich schätze, liebe ich das, was ich tue. Ich denke, wenn du etwas aus Freude und Überzeugung machst, braucht es gar nicht so viel Disziplin, um es durchzuziehen.

Du warst früher unzufrieden mit deinem Körper, fühltest dich wegen Übergewicht unwohl in deiner Haut. Wie hast du es geschafft, die erfolgreichste Fitness-Youtuberin zu werden?

Zu Beginn wollte ich nur abnehmen, mich selbstbewusst und wohlfühlen. Als ich an das Krafttraining gelangt bin und zum ersten Mal richtige Erfolge sehen konnte, merkte ich, wie viele Menschen, vor allem Frauen, mit ihrem Körper unzufrieden sind und darunter leiden. Da ich für mich die Lösung entdeckt hatte, wollte ich meine Erfahrungen, Tipps und Tricks nicht für mich behalten, sondern mit der Community teilen, damit nicht nur ich etwas davon habe. So startete ich meine Social-Media-Kanäle.

Du willst zeigen, wie es mit der Traumfigur klappt, und Leute motivieren. Was braucht es, damit es mit einer Sophia-Thiel-Figur klappt?

Niemand soll, muss oder kann so aussehen wie ich – das wäre doch total langweilig. Jeder sollte die beste Version aus sich selbst machen! Das Wichtigste ist, dass man regelmäßig Bewegung hat sowie gesunde Ernährung aus Überzeugung zu sich nimmt. Mit Zwang und Druck funktioniert es vielleicht kurzfristig. Doch die langfristigen Erfolge kommen mit einer positiven Einstellung zu Sport und zu seinem eigenen Körper.

Du hast innerhalb von zwei Jahren über 20 Kilo abgenommen. Neben Training ist Ernährung ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Du gibst auch Kochbücher heraus und postest Rezepte. Was rätst du Mädels, die Gewicht verlieren möchten?

Ernährung ist wirklich das A und O. Jedoch darf man den Sport nicht vernachlässigen! Der Schlüssel ist eine schleichende und schrittweise Umstellung der Gewohnheiten und eine gute Kombination aus beidem. So sollte man nichts übers Knie brechen, sondern langsam regelmäßigen Sport in den Alltag integrieren. Auch im Bereich Ernährung empfehle ich immer den Weg zurück zur natürlichen «unverarbeiteten» Ernährung. Das gelingt, indem du weniger Verarbeitetes isst und anfängst, frisch für dich selbst zu kochen.

Von Crash-Diäten, Fastenzeiten bis hin zum Verzicht auf Kohlenhydrate – es gibt unzählige Tipps und Programme, die eine Traumfigur versprechen. Welche Ernährungsmythen wolltest du schon lange aus dem Weg räumen?

Hier gleich mal meine Top-3-Mythen:

1.Kohlenhydrate machen nicht dick! Für den Muskelaufbau sind diese sogar essenziell.

2.Achtung vor Crash-Diäten! Diese bringen vielleicht kurzfristige Erfolge, doch es besteht große Gefahr eines Jo-Jo-Effekts!

3.Einen flachen Bauch oder gar ein Sixpack kann man sich nicht mit 1000 Bauchübungen antrainieren. Der Traum-Bauch entsteht in der Küche.

Noch vor zehn Jahren waren zu viele Muskeln am weiblichen Körper ein Tabu. Ich erinnere mich an die Kritik, sie sehe aus «wie ein Mann», als Madonna 2009 ihren gestählten Körper zeigte. Welche Erfahrungen hast du gemacht?

Da die Geschmäcker so unterschiedlich sind, kannst du es nie jemandem recht machen – aber das musst du auch gar nicht. Das Allerwichtigste ist, dass du dir selbst gefällst und dich wohlfühlst. Was andere denken oder sagen, darf dich nicht davon abhalten zu trainieren, wenn du eben auf Muskeln stehst. Ich persönlich finde Muskeln wunderschön.

«Strong is the new skinny», im Fachjargon SITNS, ist das Phänomen, das sich langsam zur dominierenden Körperbewegung mausert. Muskeln zeigen ist also auch für Frauen das Credo der Stunde?

Niemand muss irgendeinem Trend folgen oder einem Schönheitsideal entsprechen. Ich finde, es gibt nichts Wichtigeres als ein gesundes Körpergefühl – wie dies letztlich bei jemandem optisch aussieht, ist doch komplett egal. Ich finde diesen Trend natürlich besser als beispielsweise Size Zero, ganz klar! Regelmäßigem Sport und einer gesunden Ernährung sollte jeder Aufmerksamkeit schenken, doch ein Sixpack ist kein Indikator für einen Fitness-Lifestyle.

Thigh-Gap, Bikini-Bridge oder Ab-Crack – immer wieder tauchen neue Beauty-Trends im Netz auf. Wann beginnt für dich der Beauty-Wahn?

Definitiv bei solchen Begriffen! Da jeder Körper so individuell ist, sollten solche Beauty-Trends tabu sein, denn so etwas macht vor allem junge Mädels verrückt. Der eigene Körper soll geformt werden, so wie man selbst sich das wünscht. Sobald die Gesundheit oder anderes darunter leidet, solltest du die Notbremse ziehen. Es gibt so viele Wege zum Erfolg. Körperformung oder Abnehmen muss nichts mit Leiden oder Verzicht zu tun haben.

Ich selbst und viele weitere kennen Motivations- und Trainingstiefs aus eigener Erfahrung. Deine Tipps, um da wieder rauszukommen?

Solche Durchhänger und Motivationslöcher sind total normal. Die krassesten Sportler und Athleten haben mal schwierige Phasen, doch das Entscheidende ist, wie du damit umgehst. Sich selbst deswegen fertigmachen? Auf keinen Fall! Hauptsache, du gibst nicht auf und hilfst dir etwas auf die Sprünge. Kleine Motivationshilfen wie eine gute Playlist, motivierende Fotos oder Zitate können manchmal wahre Wunder helfen.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimbo am 06.11.2017 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, mee 2017 gesäit et erëm aus ewéi 2012, do leeft also eppes falsch...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jimbo am 06.11.2017 13:34 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, mee 2017 gesäit et erëm aus ewéi 2012, do leeft also eppes falsch...