Museum in Indonesien

12. November 2017 16:05; Akt: 12.11.2017 16:05 Print

Wachsfigur zu beliebt – kein Selfie mehr mit Hitler

Das De ARCA Statue Art Museum hat nach Protesten eine lebensgroße Figur des Diktators entfernt, die vor einem Auschwitz-Foto ausgestellt war.

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Kein Selfie mehr mit Hitler: Ein Museum in Indonesien hat nach Protesten eine lebensgroße Figur Adolf Hitlers entfernt, die vor einem Auschwitz-Foto ausgestellt war.

Das De ARCA Statue Art Museum in der Stadt Yogyakarta zeigt Wachsfiguren von insgesamt rund 80 Persönlichkeiten. Die Adolf-Hitler-Figur war ein besonders beliebtes Fotomotiv: Viele Besucher posierten neben dem Diktator, der breitbeinig vor dem Eingangstor mit dem Spruch «Arbeit macht frei» stand, für Selfies.

Auf Fotos in sozialen Netzwerken war zu sehen, wie einige Besucher neben dem Exponat den Arm zum Hitler-Gruß heben. Auch Kinder posierten neben dem Diktator. Nachdem Fotos in ausländischen Medien veröffentlicht wurden, hagelte es Protest.

Mangelndes Wissen über Holocaust

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum, das sich für die Erinnerung an den Holocaust und die Aufarbeitung der NS-Verbrechen einsetzt, forderte die Entfernung der Hitler-Figur, wie Museums-Manager Jamie Misbah am Samstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. «Wir wollen keine Empörung hervorrufen», sagte Misbah. «Unser Ziel ist es, mit dem Zeigen der Hitler-Figur zur Bildung beizutragen.» Es sei zudem «normal», dass Besucher vor Ausstellungsstücken für Fotos posierten. Aber das Museum respektiere es, wenn das Hitler-Exponat Menschen in aller Welt verärgert habe.

Historikern zufolge gibt es im muslimisch geprägten Indonesien ein mangelndes Wissen über den Holocaust. In der Stadt Bandung auf Java gab es mehrere Jahre lang ein Nazi-Café, in dem die Gäste von Kellnern in SS-Uniform bedient wurden.

(L'essentiel/nag/afp)

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