Leichtfertige Entsorgung

15. Januar 2018 18:07; Akt: 15.01.2018 18:13 Print

Teures Fleur de Sel ist mit Mikroplastik verseucht

Es gilt als besonders hochwertig, doch nun zeigt sich: Das Edelsalz Fleur de Sel ist oft mit Mikroplastik belastet. Bei einer Sorte kann man das sogar sehen.

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Fleur de Sel ist das teuerste aller Salze. Anders als normales Meersalz, das vom Grund eines sogenannten Salzbeckens gewonnen wird, entsteht Fleur de Sel als hauchdünne Schicht an der Wasseroberfläche und wird meist in Handarbeit mit einer Holzschaufel abgeschöpft.

Doch das exquisite Salz könnte der Gesundheit schaden, berichtet nun das Verbrauchermagazin «Markt» des Norddeutschen Rundfunks, das die fünf meistverkauften Sorten aus Supermärkten und Feinkostläden hat untersuchen lassen (siehe Bildstrecke).

Tickende Zeitbombe?

Durchgeführt wurde die Labor-Analyse von Forschern des Instituts für Biologie und Chemie des Meeres an der Universität Oldenburg. Sie zeigte: Alle Proben enthielten Mikroplastik, wobei der Anteil bei 130 bis 1800 Mikrogramm je 100 Kilogramm lag. In einem Fall ließ sich sogar von bloßem Auge eine Kunststoff-Faser erkennen.

Bei den ebenfalls getesteten vier herkömmlichen Meersalzen waren es nur zwischen 14 und 59 Mikrogramm. Gefunden wurden in den Salzproben nun unter anderem Rückstände von Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET) – alles Bestandteile von Verpackungsmüll.

Spätfolgen erwartet

Zwar gelten die gefundenen Mengen an Mikroplastik als ungefährlich für den Menschen, aber Experten am Institut für Toxikologie und Pharmakologie an der Universität Kiel befürchten, dass der Kunststoff für den Menschen langfristige Folgen haben könnte.

Dies, weil viele Chemikalien, die es zur Herstellung von Plastik braucht, hochgiftig sind. Zudem sind sie im Plastik nicht fest gebunden, könnten mit der Zeit entweichen und im Körper Schaden anrichten.

Selbst schuld

Die vom NDR kontaktierten Hersteller und Verkäufer von Fleur de Sel reagierten unterschiedlich auf die Testergebnisse. Einer verwies auf eigene, unauffällige Kontrollen, andere verwiesen darauf, dass dieses Salz nur selten verwendet werde beziehungsweise in den Kontext einer Salzaufnahme von nur wenigen Gramm am Tag gesetzt werden müsse.

Doch wie kommt der Plastik überhaupt ins Salz? Barbara Scholz-Böttcher von der Universität Oldenburg hat dazu eine eigene Meinung, wie der NDR schreibt: «Plastik im Salz ist eine Konsequenz aus der jahrzehntelangen, leichtfertigen Entsorgung von Kunststoff. Insgesamt hält diese Entwicklung der Gesellschaft den Spiegel vor. Der Plastikmüll landet in einem sehr hochwertigen Produkt jetzt wieder auf dem Essteller.»

(L'essentiel/fee/afp)

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