Gewächshaus

22. Juli 2016 07:26; Akt: 21.07.2016 22:30 Print

Amazon verpflanzt Angestellte ins Biotop

Hängebrücken, ausgewachsene Bäume und Meetingräume, die «Baumhäuser» heißen: Bei Amazon wird aufgemöbelt – mit lebenden Pflanzen.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Facebook stellte Pingpong-Tische auf, Google platzierte Sitzsäcke, bei MTV baute man ein Schwimmbecken ein: Tech-Unternehmen experimentieren seit langem mit der Gestaltung von Arbeitsplätzen, meist verbunden mit außergewöhnlicher Architektur.

In Seattle entsteht derzeit das neueste Modell für den Arbeitsplatz der Zukunft. Amazon schickt seine Angestellten ins Gewächshaus. In drei transparenten kuppelförmigen Gebäuden, die Amazon in der Innenstadt Seattles baut, sollen in Zukunft nicht nur Angestellte, sondern auch Pflanzen Platz haben.

Transparente Architektur für grüne «Bewohner»

Die «Domes», wie sie in Seattle genannt werden, sind schon jetzt eine Touristenattraktion. Amazon nennt sie «Spheres», von «biospheres», Biosphären. In den 30 Meter hohen Kuppeln sollen ganze Bäume Platz haben.

In zwei Jahren wird man darin zwischen Baumkronen arbeiten können. Für das Innere vorgesehen sind Hängebrücken, um Gebäudeteile zu verbinden, «grüne» Wände und Meetingräume, die «Baumhäuser» heißen. «Es soll Spaß machen», sagt Dale Alberda, der Architekt. Die Eröffnung ist für 2018 geplant. Im April wurden in das wabenartige Exoskelett die ersten Glasscheiben eingesetzt.

Im Grünen arbeitet es sich gesünder

Hinter der spektakulären Architektur steht die Idee, dass Angestellte, die Sonnenlicht und grüne Pflanzen in ihrer Umgebung haben, produktiver arbeiten. Die Grundlage dafür sind einmal mehr Daten. Vor den ersten Entwürfen hat Amazon jede Menge Studien geprüft. Eine davon sagt aus, dass Menschen, die in Büros mit Fenstern arbeiten, bei Tests besser abschneiden, eine andere, dass Angestellte mit Blick ins Grüne um 20 Prozent weniger krank werden.

Das gigantische Gewächshaus soll mit bedrohten Pflanzenarten bestückt werden. Dazu leistet sich Amazon einen festangestellten Pflanzenspezialisten, der die Büroarchitektur plant und betreut. Ron Gagliardo bezeichnet sich als «Pflanzenkurator» und hat eben die ersten Bäume in den «Spheres» untergebracht. Geheizt wird mit der Abwärme eines nahen Gebäudes.

Nachts wird es etwas klamm

Beweisen will der Tech-Gigant Amazon mit der grünen Kuppel mitten in Downtown Seattle auch, dass urbanes Wohnen und Naturerlebnis kein Widerspruch sein müssen.

20.000 Angestellte hat Amazon in Seattle, 15 Prozent davon leben im selben Postleitzahlendistrikt, 20 Prozent kommen zu Fuß zur Arbeit. In den nächsten zehn Jahren soll sich ihre Zahl mindestens verdoppeln. Nebenan steht bereits Amazons Doppler-Tower, ein klassisches quaderförmiges Hochhaus, das mit Besonderheiten wie einem Outdoor-Hundespielplatz im 17. Stock glänzen kann.

Wer zu lange arbeitet, dem dürfte in Zukunft allerdings etwas klamm werden. Den Angestellten zuliebe will Amazon das Klima in den grünen Kuppeln tagsüber auf 22 Grad und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit regeln. Nachts hingegen wird auf 12 Grad bei 85 Prozent Luftfeuchtigkeit abgekühlt.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.