Westafrika

13. April 2018 08:44; Akt: 13.04.2018 08:49 Print

Auf dem Schiff durch den Senegal

Eine Fahrt mit der Bou El Mogdad zeigt das Land von einer unbekannten Seite.

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«Gewusel» wird in Guet N'Dar neu definiert. Die lärmigen Straßen im Fischerviertel der senegalesischen Kolonialstadt Saint-Louis sind berstend voll mit Leben. Hier ein Motorrad, der mit einem Hühnerkäfig auf dem Sozius vorbeiknattert, dort eine Ziege, die an Küchenresten knabbert, und allenthalben: Menschen. Über 25.000 ­leben auf der schmalen Landzunge Tür an Tür. Kleine, Große, Alte, Junge. Beim Schwatzen, Kleiderwaschen, Fernsehen oder Einkaufen. «Die Leute schlafen in Schichten. Während die einen arbeiten, ruhen sich die anderen aus und umgekehrt», erklärt Fremden­führer Mohammed.

Highlight für Vogelfans

Wie eine Oase der Ruhe mutet die Bou el Mogdad an, als sie bei Tagesanbruch ausläuft und gemächlich an der erwachenden Stadt vorbeizieht. Am Horizont schrumpfen die Minarette, bis sie schließlich vom meterhohen Schilf abgelöst werden. Bis 1970 transportierte der alte Dampfer Fracht und Post zwischen der Meeres­küste und dem Landesinneren. Heute nippen Touristen auf dem Panoramadeck an ihren Drinks und lassen die monotone Landschaft an sich vorbeiziehen: Am einen Flussufer die trockene Einöde Maure­taniens, am anderen die Reis- und Zuckerrohrfelder Senegals.

Zwischenstopp am Djoudi-Nationalpark: Im drittgrößten Vogelreservat der Welt tummeln sich neben Zugvögeln aus Europa auch einheimische Flamingos, Pelikane und Kraniche. Nach erfolgreicher Foto-Safari taucht man wieder ein in den entschleunigten Alltag an Bord: Nickerchen an der Sonne, Mahlzeiten im holzgetäfelten Restaurant, ein Besuch auf der Brücke. So verstreichen die Stunden, bis in der Grenzstadt Rosso schließlich wieder Bewegung in den Alltag kommt. Pirogen, die Menschen, Tiere und Güter hin- und herschippern. Gewusel. Der wahre Rhythmus des Landes. Ein bisschen hatte man ihn schon fast vermisst.

(L'essentiel/sei)

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