Ungesundes Wachstum

15. Mai 2018 16:04; Akt: 15.05.2018 16:07 Print

Das Durchschnittsauto ist 12,3 cm breiter als 1990

Nein, es sind nicht die Parkhäuser oder Parkplätze, die immer enger und kleiner werden. Es sind die Autos, die seit 1990 um die Hüfte 7,3 Prozent zugelegt haben.

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Der Ford Edge misst in der Breite 1,93 Meter. (Bild: Ford)

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Jeder Autofahrer kennt die Situation: Mit Mühe und Not hat man sein Auto in die Parklücke manövriert, doch an ein Aussteigen ist nicht zu denken – zu wenig Platz. Oft enden solche Situation in einer Schimpftirade. Und die richtet sich meist nicht etwa an die Autohersteller, sondern an die Stadtplaner und Architekten.

Das ist falsch. Denn wie das Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen ermittelt hat, ist das Durchschnittsauto seit 1990 deutlich in die Breite gegangen. Maß es damals im Mittel noch 1,679 Meter, sind es heute 1,802 Meter – ein Plus von 12,3 Zentimetern beziehungsweise 7,3 Prozent. Ohne Spiegel, versteht sich. Dieses Wachstum spüren die Autofahrer deutlich besser, als die 3,4 Prozent, die die Fahrzeuge in der Länge auf einen Durchschnitt von 4,403 Metern zugelegt haben.

Ford breiter als Mercedes-Benz

Erstaunlicherweise hat derzeit Ford die breitesten Neuwagen im Programm: Mit durchschnittlich 1,845 Metern übertrifft die Marke selbst den deutschen Premiumhersteller Mercedes-Benz, der mit 1,840 Metern auf Rang zwei landet. «Ein Grund dafür dürften neben mehreren Vans im Ford-Programm die zahlreichen Modelle mit US-Genen sein», heißt es in der Studie. So misst der Mittelklasse SUV Edge etwa von Türgriff zu Türgriff 1,93 Meter.

Kleinwagen mit größtem Wachstum

Besonders stark haben in den vergangenen knapp drei Jahrzehnten laut der Studie aber nicht etwa Luxusfahrzeuge zugelegt, sondern die Kleinwagen. Als Beispiel führen die Experten den aktuellen Opel Corsa an, der um 14 Prozent von 1,532 Metern auf 1,746 Meter in die Breite gegangen ist. Der VW-Bestseller Golf wurde im gleichen Zeitraum nur um 7,1 Prozent breiter und misst aktuell 1,799 Meter.

Sicherheit als Hintergrund

Ein möglicher technischer Grund für das Breitenwachstum bei Autos liegt laut den Experten des CAR in der Verbesserung des Seitenaufprallschutzes – der Raum zwischen Sitz und Tür wächst, um dort Platz für die Airbags zu schaffen. Daneben dürften Prestigedenken und das Komfortbedürfnis der Kunden verantwortlich für das Wachstum sein. Oder gar die Fitness? Da der durchschnittliche Body-Maß-Index bei Männern seit 1990 von 26 auf 27,2 gestiegen ist, dürfte auch dieser Faktor zum Breitenwachstum beigetragen haben.

Aufpreis für breite Parkplätze?

Internationale Experten schlagen deshalb schon seit längerem vor, Personenwagen nach ihren Dimensionen zu besteuern oder Zusatzgebühren für besonders breite Parkplätze zu erheben. Die CAR-Studie zählt aber auch eine schnelle Vollautomatisierung des Einparkens zu den möglichen Lösungen. «Weil für das Rangieren kein Fahrer nötig ist, lassen sich Autos eng an eng stellen, um den Parkraum optimal auszunutzen», heißt es.

(L'essentiel/lab)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimbo am 16.05.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    dLeit sinn mat der Zäit jo och méi fett ginn, dofir gëtt den Auto dann och méi breet..... logesch,oder?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jimbo am 16.05.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    dLeit sinn mat der Zäit jo och méi fett ginn, dofir gëtt den Auto dann och méi breet..... logesch,oder?