Doch nicht wehleidig

17. November 2017 17:23; Akt: 17.11.2017 17:27 Print

Den «Männerschnupfen» gibt es wirklich

Was Frauen gerne höhnisch als «tödlichen Männerschnupfen» abtun, ist – für Männer– gar nicht so lustig: Eine neue Studie gibt dem leidenden starken Geschlecht recht.

storybild

Der berühmte "Männerschnupfen" existiert - mehr oder weniger. (Bild: iStock)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Ein leichtes Kratzen im Hals, ein Kitzeln in der Nase – schon ist «Mann» krank. Gerne macht sich die Frauenwelt einen Spaß daraus, wie sehr männliche Artgenossen bei Erkältungen zu leiden scheinen. Neueste Forschungsergebnisse geben den Männern nun Rückendeckung: Tatsächlich unterscheiden sich die Immunsysteme von Frauen und Männern und Letztere werden leichter krank.

«Echte Männer» leiden schlimmer

Beatrix Grubeck-Loebenstein, Immunologin an der Universität Innsbruck, erklärt: "Grob vereinfacht lässt sich feststellen, dass Männer durch die Unterschiede in der Immunantwort häufiger krank werden können als Frauen." Wenn Krankheitserreger in den Körper eindringen, werden sie bestenfalls von körpereigenen Immunzellen bekämpft.

Von den spezifischen (es gibt auch unspezifische) Immunzellen, die dafür vorrangig verantwortlich sind, gibt es allerdings nur eine geringe Menge im Körper. Sie müssen sich millionenfach vermehren, um eindringende Krankheitserreger abwehren zu können. Die Vermehrung der Zellen wird durch das weibliche Hormon Östrogen unterstützt, während das männliche Hormon Testosteron genau das Gegenteil bewirkt.

"Östrogen stimuliert das Immunsystem, Testosteron hingegen unterdrückt es. Das Immunsystem von Frauen reagiert deshalb schneller und aggressiver gegen Krankheitserreger als das von Männern", erklärt Marcus Altfeld vom Heinrich-Pette-Institut in Hamburg. Für "echte Kerle" besonders interessant: Je höher der Testosteronspiegel ist, umso einfacher wird das männliche Immunsystem geschwächt.

Ernährung kommt hinzu

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede belegen somit, dass Männer tatsächlich anfälliger für Krankheiten sind und sich demnach leichter einen schlimmen Schnupfen einfangen als ihre weiblichen Wegbegleiter. Abgesehen davon kommen laut Grubeck-Loebenstein allerdings noch weitere, sehr wohl beeinflussbare, Faktoren hinzu: "Männer leben immer noch risikoreicher, sie ernähren sich ungesünder und sie lassen sich weniger diszipliniert impfen."

(L'essentiel/ek)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.