Kapverden – Teil 2

28. Oktober 2017 07:00; Akt: 27.10.2017 20:00 Print

Der Berg des Feuers und mehr als ein Hauch Afrikas

Inselhüpfen vor der Westküste Afrikas: Heute sind Fogo und Santiago an der Reihe.

Die Kapverdischen Inseln bieten einzigartige Landschaften und mitreißende Musik.

Zum Thema

Fogo – Die Feurige

«Der Vulkan ist unser Freund», sagt Cecilio. Der 41-Jährige lebt in Portela, einem Dorf am Fuß des Vulkans Pico do Fogo (Berg des Feuers), mit 2829 Metern nach dem Teide auf Teneriffa (3718 Meter) zweithöchster Berg im Nordatlantik. Sein Geld verdient er wie viele andere im Dorf im Tourismus, als Guide und Host. Berg rauf, Berg runter. Manchmal zweimal am Tag.

Cecilio sagt: «Der Vulkan gibt und nimmt.» Am 23. November 2014 hat der Vulkan das letzte Mal genommen: Ausbruch. Wochenlang speite er Lava und zerstörte zwei Dörfer im auf 1700 Metern hoch gelegenen Nationalpark Chã das Caldeiras fast vollständig. 1500 Menschen mussten flüchten.

Lange hielten sie es in den Evakuierungsdörfern nicht aus. Viele kehrten zurück, bauten auf der noch warmen und arbeitenden Lava ihre Häuser wieder auf. Auch Cecilio, dessen Haus zum Teil stehen geblieben war. «Mein Herz ist hier», sagt er und lacht, seinen zweijährigen Sohn Celinho auf dem Arm, den alle nur «Vulcãozinho» nennen, weil er das erste Kind ist, das seit dem Vulkanausbruch geboren wurde.

Reiche Pflanzenwelt durch Lava

Auf dem Weg zum Pico Pequeno, wo die Lavamassen ihren Ausgang nahmen, erklärt Cecilio die reiche Pflanzenwelt. Obst und Gemüse wachsen ebenso wie Weinreben, denn es gibt keine fruchtbarere Erde als Lava. Der hier gekelterte Wein gilt als guter Qualitätswein.

Nach rund zwei Stunden ist der Gipfel erreicht. Der Ausblick auf die bizarre Vulkanlandschaft ist grandios, im Rücken des Schlunds der mächtige Pico do Fogo, vor einem das Tal mit den verschiedenen Lavastraßen, die alles verbrannten, was ihnen im Weg war. Einige Vertiefungen um den Krater sind noch so heiß, dass sich ein Papiertaschentuch innerhalb weniger Sekunden entzündet. Der Vulkan, er gibt und nimmt.

Santiago – die afrikanischste der Inseln

Laut und geschäftig kann es auch auf den Kapverden zu- und hergehen. Wer das sucht, wird in Praia auf Santiago fündig. Und in der rund 130.000 Bewohner zählenden Hauptstadt des Inselstaats soll es in naher Zukunft noch viel geschäftiger werden: Ein chinesischer Investor überbaut derzeit die in der Hafeneinfahrt gelegene unbewohnte Insel Santa Maria mit einem Hotelresort inklusive Casino und Jachthafen für 275 Millionen Dollar. Übrigens: Santa Maria war einst eine Quarantänestation für Leprakranke.

Karibik- statt Stadtfeeling kommt im Norden, in Tarrafal, auf. Der helle Sandstrand in der geschützten Bucht ist am Wochenende das Ausflugsziel der wohlhabenderen Bewohner von Praia.

Santiago wird immer wieder als die afrikanischste aller Kapverdischen Inseln, die bis 1975 portugiesische Kolonie waren, bezeichnet, weil viele Einwohner eine etwas dunklere Hautfarbe haben. Die vielen bunten Märkte könnte man sich auch in Dakar, das nur rund 500 km von Praia entfernt ist, oder Lagos vorstellen.

Und eine weitere Prise Afrika gibts zum Abendessen in der Musikbeiz Quintal da Música, wo bei kapverdischer Küche und dem nur auf Santiago praktizierten Batuko, einem wilden Tanz mit Gesang und lautem Getrommel, die Post abgeht. Dass die Kellnerin das Bier auf dem Kopf serviert, fällt im ganzen musikalischen Tohuwabohu gar nicht mehr groß auf.

Hier gehts zum ersten Teil der Kapverden-Reportage mit den Inseln São Vicente und Santo Antão

(L'essentiel)

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