Autokauf

10. Januar 2018 12:36; Akt: 10.01.2018 13:06 Print

Deshalb bleibt die Auto-​​Probefahrt weiter analog

Alles wird digital. Auch der Autokauf. Doch nach Einschätzungen von Experten bleibt zumindest die Probefahrt eine analoge Angelegenheit.

storybild

Digitale Lösungen helfen bei der Vorauswahl, ersetzen aber (vorerst) keine richtige Probefahrt (Bild: BMW)

Zum Thema

Die Zeiten, als die Auto-Werkstatt oder der Händler am Stadtrand noch eine Art sozialer Treffpunkt war, sind vorbei. Die Empfangsdame, die dort in den 70er, 80er-, 90er- und teils in den 00er-Jahren noch Kaffee kredenzt und Croissant serviert hat, wurde längst ersetzt. Durch einen Kaffeeautomaten. Gedruckte Zeitungen sind in den wenigen Kaffeecken oder Bistros viel seltener zu finden als früher. Wozu auch, schließlich hat die Mehrheit der Kunden die News schon längst über das Smartphone konsumiert.

Kommunikation mit Display

Nicht nur das: Dank der digitalen Offensive der Hersteller sind die Kunden heutzutage fast ebenso gut informiert, wie das Verkaufspersonal. Wer zum Beispiel in den Tesla-Showrooms informiert werden will, muss nicht auf den «Verkäufer» warten, sondern informiert sich bequem, blitzschnell und topaktuell via Touchscreens. Das Beispiel hat Schule gemacht, bei den meisten Herstellern funktioniert das heute gleich.

Und ein Ende ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Digitaldienstleister wie Ameria und Mackevision, die auch die Fantasy-Serie «Game of Thrones» mit aufwändigen Animationen versorgen, präsentierten kürzlich in Stuttgart eine Technologie, die den Menschen fast überflüssig macht. So begrüßt eine blonde Dame im grauen Hosenanzug ihre Kunden im Autohaus der Zukunft auf einem lebensgroßen Display. Freudestrahlend erklärt sie die Vorzüge einer App, die per Smartphone durch das Geschäft leitet und Informationen zu den Fahrzeugen liefert. Will man mit der virtuellen Verkäuferin kommunizieren, wischt man durch die Luft und gestikuliert.

Junge Kunden im Visier

Solche Lösungen werden bereits heute durch «Augmented Reality»-Apps ergänzt, womit die Besucher den potenten Sportwagen oder den luxuriösen SUV mal ganz in Schwarz, in Rot oder mit neuen Felgen bestaunen können. Auf dem Tablett kann jedes Auto individuell konfiguriert und betrachtet werden, also wie auf dem Konfigurator Zuhause. Das ist nicht nur praktisch, sondern spart für den Handel auch Geld – denn die Neuheiten müssen nicht in allen Variationen «in Natura» gezeigt werden.

Das Ziel der Digitaldienstleister und der Hersteller: Die jungen Kunden in Zeiten, in denen sich Autos auch bequem online kaufen lassen und ein boomender Carsharing-Markt viele Menschen ganz vom Autokauf abhält, in das Autohaus zu locken. «Die Autobranche kann sich dem digitalen Wandel im Handel zwar nicht verschließen», bestätigt Felix Kuhnert, der bei PricewaterhouseCoopers für den Automotive-Bereich zuständig ist. «Aber manche Technologien können die Interaktion zwischen Händlern und Kunden auch stören.»

Die Probefahrt überlebt

Und gewisse Dinge, kann man digital schlicht und einfach nicht nachbilden. Darum wird die herkömmliche Probefahrt vor dem Autokauf wohl nicht so schnell aussterben. «Technisch sind Virtual-Reality-Probefahrten zwar möglich», erklärt Mackevision-Chef Armin Pohl. «Viele Menschen wollen aber im Autohaus gar keine verschwitzte Brille aufsetzen oder sich verkabeln lassen, sondern wollen ein Auto richtig spüren, fühlen und riechen.»

Und einen weiteren Trumpf hat der Verkaufsberater aus Fleisch und Blut (noch) in der Hinterhand: Im Gegensatz zur Software kann er mit den Kunden über Konditionen oder Zubehör verhandeln. Und das gehört beim Autokauf schließlich noch immer dazu.

(L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.