Japan-Blog

15. Februar 2018 11:02; Akt: 15.02.2018 11:01 Print

Ein Trommelkonzert wie ein kunstvoller Orkan

Taikos bringen einen ganzen Saal in Schwingung. In Tokio können sich auch Touristen an den japanischen Trommeln versuchen.

Zum Thema

Wer denkt, dass ein japanisches Trommelkonzert vor allem laut ist, wird überrascht sein von den verschiedenen Klangfarben, der Vielfalt der Trommeln und der unglaublichen Präzision der Show. Wer die großen Trommeln bespielt, braucht sehr viel Kondition und Kraft. Der Schweiß fließt und das Publikum lässt seinen Herzschlag mit demjenigen der Trommeln verschmelzen, während die Muskeln der Kompaniemitglieder auf der Bühne bewundert werden.

Es ist nicht nur ein schönes und eindrückliches Konzert. Es ist auch lustig, unterhaltsam und verspielt. Werden die großen Trommeln hinter dem Vorhang um- oder aufgestellt, wird das Publikum mit kleineren Trommeln (Shime- oder Okedo-daiko) davor unterhalten. Das Beste kommt zum Schluss: Die Odaiko, die größte Trommel (Ooki bedeutet groß, zusammengehängt mit Taiko entsteht das Wort Odaiko). Für diesen Trommelkörper wird ein einziges großes Stück des Stammes einer Ulme (Japanische Zelkove) ausgehöhlt und auf beiden Seiten mit Leder bespannt. Die Chudaiko (mittelgroße Trommel) wird aus den kleineren Stücken des Baumes hergestellt. Darum wird oft von einer Trommelfamilie gesprochen.

Mitgerissen vom Trommelwirbel

Wir Sakatas gehörten zu den kritischen Zuhörerinnen, als wir vor Jahren einmal Tickets für eine Taikoshow bekamen. Japankitsch im Ausland präsentiert, dachten wir. Aber wir hatten keine Ahnung. Innerhalb der ersten Minuten wurden wir mitgerissen von den Trommelwirbeln.

Es war schon immer ein Traum von mir, eine solche Trommel aus der Nähe zu betrachten, ja ihr vielleicht sogar ein paar Töne zu entlocken. Auf Airbnb fand ich die Aktivität «Taiko spielen mit Junko in Tokio». Kinder sind auch willkommen und so sind meine Tochter Mika und ich an einem verregneten Nachmittag nach Asakusa gefahren, wo Junko ihre Gäste empfängt. Junko spielt in einer der vielen lokalen Taiko-Gruppen und trainiert regelmäßig für Auftritte an Festivals und traditionellen Festtagen.

Im Keller eines Taiko-Geschäfts mietet sie ein schallgedämpftes Übungsstudio für Taiko-Workshops. Ich war gespannt, ob sie in dieser Stunde versucht, uns mit gewohnt japanischem Drill und Strenge zu Höchstleistungen anzutreiben. Junko wählte aber den spielerischen Ansatz und wir durften den Trommeln unbedarft nähertreten und einfach ganz viel ausprobieren. Mika und ich hatten zusammen mit einem kanadischen Koch aus Montreal großen Spaß. Die Zeit war zwar zu kurz, aber für einen kleinen Einblick ins Universum der japanischen Trommelkunst hat es gereicht. Eines ist auf jeden Fall klar: Der Respekt vor den großartigen Künstlern der Trommeltruppen ist ins Unermessliche gestiegen.

(L'essentiel/sei)

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