150 PS und Pano-Dach

23. Januar 2018 13:49; Akt: 23.01.2018 13:54 Print

Erstes elektrisches Black Cab in London am Start

Das wohl berühmteste Taxi der Welt wird zum Öko: Seit heute fährt das erste legendäre Black Cab in London rein elektrisch. Und das macht Spaß.

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Es ist eine Ikone und gehört zum Stadtbild von London wie Big Ben, die Tower Bridge oder der Buckingham Palace. Und genau wie diese Bauwerke immer wieder modernisiert worden sind, zollt jetzt auch das legendäre London Taxi der neuen Zeit Tribut. «Denn seit dem 1. Januar dürfen nur noch Taxen neu zugelassen werden, die auch emissionsfrei fahren können», sagt Firmenchef Chris Gubbey von der London Electric Vehicle Company. Und die hat dem ehemaligen Tennisprofi David Harris heute den ersten Stromer übergeben.

150 PS und ein Range Extender

Angetrieben wird das Black Cab immer von einem Elektromotor, der mit 110 kW (150 PS) zu Werke geht und wie alle Stromer so flott beschleunigt, dass man sich hinten festhalten muss, wenn der Fahrer zu fest aufs Pedal tritt. Wenn man ab und zu trotzdem das Brummen eines Verbrenners hört, liegt das am serienmäßigen Range Extender, mit dem Chefentwickler Ian Collins dem realen Leben der Taxifahrer Rechnung trägt. Denn Batterien groß und leistungsstark wie in einem Tesla könnten sich die Cabbies genauso wenig leisten, wie die stundenlangen Stopps an der Ladesäule. Deshalb hat er einen Akku unter den Wagenboden geschraubt und aus dem Volvo-Regal einen Dreizylinder-Benziner an Bord genommen, der genau wie im BMW i3 mit konstanter Drehzahl nur einen Generator antreibt, wenn die Batterie nach 130 Kilometern leer ist. Eine Verbindung zu den Rädern gibt es nicht. Mit den 38 Litern Sprit im Tank kommt das Taxi dann noch einmal über 500 Kilometer, erläutert Collins.

Der Wendekreis bleibt bei 8,5 Metern

Der neue Antrieb hebt das Taxi aber nicht nur über die strengeren Zulassungshürden und entlastet die Umwelt, sagt Gubbey. Sondern es fährt auch billiger. Zwar verlangt die LEVC für das Erstlingsmodell TX nach Abzug der staatlichen Förderung noch immer 55.599 Pfund und damit rund ein Viertel mehr als für das im Sommer eingestellte TX4 mit Dieselmotor. Doch weil Strom billiger ist als Sprit, weil die Rekuperation die Lebensdauer der Bremsen verlängert und weil ein Elektroantrieb weniger Wartung braucht als ein Verbrenner, sparen die Cabbies pro Woche im Schnitt 100 Pfund, rechnet Collins vor. Außerdem sollen sie es bequemer haben im neuen Cockpit, das mit Abstandstempomat, Spurführungshilfe und Notbremsautomatik samt Fußgängererkennung besonders sicher sein soll. Trotz allen Neuerungen: Der maximale Wendekreis bleibt bei 8,5 Metern!

Freier Blick beim Sightseeing

Auch die Fahrgäste profitieren: Denn auch wenn das Black Cab auf den ersten Blick so aussieht wie seit über 30 Jahren, ist es außen ein bisschen und innen deutlich größer geworden. Und vor allem komfortabler. Schon seit je her geräumiger als jedes Taxi auf dem Festland, bietet es jetzt mehr Platz als eine Stretch-Limousine. Für die Beine, weil der Radstand auf imposante 2,99 Meter gestreckt wurde, und für den Kopf, weil der Neuling 1,89 Meter hoch ist. Aber es ist nicht der Platz alleine, der den Unterschied macht, sondern die vielen klugen Details: Das Panoramadach für den besseren Blick auf St. Pauls Cathedral oder The Shard ist buchstäblich offensichtlich, aber über die sechs USB-Anschlüsse, die 220 Volt-Steckdose fürs Laptop, das halbe Dutzend LED-Fluter an der Decke oder das kostenlose WLAN-Netz freut man sich mindestens ebenso. Neu sind zudem die entgegen der Fahrrichtung angeschlagenen Türen, die man sonst nur vom Phantom kennt. «Das macht unser Taxi zum Rolls-Royce des kleinen Mannes», schwärmt Chefentwickler Collins.

(L'essentiel/lab)

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