Kunst made in USA

19. Februar 2012 20:33; Akt: 19.02.2012 20:45 Print

Größer ist eben doch besser

Sie denken, Ihre Digitalkamera sei nicht zu übertreffen? Falsch gedacht! Der US-Fotograf Dennis Manarchy hat eine zehn Meter lange Kamera gebaut. Sie schießt unglaublich scharfe Bilder.

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Vielleicht liegt der Grund für sein Handeln im Nachnamen verborgen. Dennis Manarchy muss ein kleiner Anarchist sein. Während alle Welt immer kleinere Kameras benutzt, baut er ein Riesengerät, das Fotos in der guten alten Analogtechnik schießt. Mehr als zehn Meter lang ist die Balgenkamera.

Mit seiner Kamera will Manarchy quer durch die USA tingeln. Sein Vorhaben ist es, Vertreter von verschwindenden Kulturen zu portraitieren: Indianer und Inuit, aber auch Weltkriegs-Veteranen oder die letzten Cowboys. «Vanishing Cultures» nennt er sein Projekt und er könnte auch sich selber ablichten, schliesslich gehört er als Analogfotograf ebenfalls zu einer aussterbenden Spezies.

Bilder, die schärfer als scharf sind

Von den gezeigten Menschen wird jede Hautpore und jede Augenwimper gestochen scharf zu sehen sein. Denn Manarchys außergewöhnliche Kamera stellt Negative her, die eine Größe von 1,8 x 1,3 Meter haben. Das ergibt eine Fläche, die der von 2700 herkömmlichen Negativen der mittlerweile praktisch ausgestorbenen Analogfilme entspricht. Die Portraits können so in einer den Betrachter schier erschlagenden Dimension von 7,80 Meter Höhe und 4,80 Meter Breite ausgestellt werden.

«Die Schärfe der Bilder ist unglaublich», schwärmt Dennis Manarchy im Gespräch mit dem Blog «Film's Not Dead». Ihn begeistere besonders, «wie ehrlich diese Bilder sind. Mit Photoshop und der Digitaltechnik ist nichts echt.»

Ein Bild, zwei Fotografen

Damit das Projekt wirklich starten kann, benötigt der Fotograf noch mehr Geld. Bisher sind in einer Online-Sammlung rund 8000 der erhofften 50 000 Dollar zusammengekommen.

Von der Kamera existiert bislang erst ein Prototyp, es ist bereits der dritte. Seit Jahren arbeitet Manarchy an «Vanishing Cultures», alleine hunderte Linsen hat er geprüft, bis er die richtige gefunden hat.

Bedienen kann der Fotograf sein Monstrum nicht alleine. Während er selber vor der Kamera für die richtige Beleuchtung sorgt, stellt ein Gehilfe im Inneren des Apparats die Bilder scharf. Die beiden stehen mit einem Funkgerät miteinander in Verbindung, um den richtigen Moment zu finden, um abzudrücken.

Ein Geschenk zum 200. Geburtstag

Die XXL-Kamera wird auf einen fahrbaren Untersatz montiert, damit Manarchy mit ihr durch die USA reisen kann. Mindestens 30 verschiedene Regionen und ihre Bewohner wollen er und sein Team besuchen. Sie hoffen, ihre Reise bis im Jahr 2014 abschließen zu können, rechtzeitig zum 200-jährigen Bestehen des Fotoapparats.

The Project from Distortion Design on Vimeo.


Fotograf Dennis Manarchy über sein Projekt «Vanishing Cultures» (Quelle: thefpac.org)

(L'essentiel online/rme )

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