Kenwood Mansion

23. November 2017 09:57; Akt: 23.11.2017 10:08 Print

John Lennons Villa steht zum Verkauf

«Imagine»: Stellen Sie sich vor, Sie könnten in John Lennons Haus leben. Genau das ist jetzt in Weybridge, England, möglich.

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Hier wurden einige der größten Hits der Beatles geschrieben: im Haus von John Lennon und seiner ersten Frau Cynthia in Weybridge, England. Nun wird es für 11,6 Millionen Euro verkauft.

Ein Haus mit Geschichte

Die Beatles haben viele Orte berühmt gemacht: Die Penny Lane und die Abbey Road, beispielsweise. Dort können Sie aber normalerweise nicht wohnen. Anders sieht es bei der Kenwood Mansion in Weybridge aus: Hier lebte und arbeitete John Lennon mit den Beatles von 1964 bis 1968.

Der Kaufpreis ist mit 11,6 Millionen Euro massiv gesunken: Lennon bezahlte 1964 noch 26,2 Millionen für das großzügige Anwesen. Für dieses Geld bekam der Musiker aber auch viel geboten: Es gibt sechs Schlafzimmer, sechs weitere Zimmer, sechs Bäder, einen Pool und ein Grundstück mit rund 6000 Quadratmeter Fläche.

Bekannte Songs entstanden in der Kenwood Mansion

In den vier Jahren, in denen Lennon mit seiner Frau Cynthia und Sohn Julian hier lebte, schrieb er einige der bekanntesten Songs der Beatles. Aus diesem Haus stammen «I Feel Fine», «Ticket to Ride», «Norwegian Wood», «I Am the Walrus» und der größte Teil des «Sgt. Pepper»-Albums.

Das Haus stammt aus dem Jahr 1913 und war ursprünglich als The Brown House bekannt. Später hat es Kenneth Wood, Erfinder der Kenwood-Küchenmaschinen, umgebaut – seit damals heißt das Gebäude in den St. George Hills Kenwood Mansion.

Kreative Oase für alle Pilzköpfe

Falls Ihnen die Beatles nicht so zusagen: In dem Haus waren auch Bob Dylan, Michael Nesmith von den Monkees und Peter Cook regelmäßig zu Besuch – und natürlich die anderen Beatles. Ringo Starr lebte im selben Viertel und George Harrisons Anwesen war nur einen Steinwurf entfernt. Bloss Paul McCartney blieb während dieser Zeit in der Stadt London.

Und doch trafen sich die vier regelmäßig bei Lennon. Mark Lewisohn, Autor einer Beatles-Biografie, sagt: «Die Beatles waren zwar von 1957 bis 1970 zusammen, aber hier hatten sie ihren künstlerischen Höhepunkt.» Und er fügt an: «Sie waren sich hier sehr nahe: Sie lebten fast zusammen, sie arbeiteten zusammen.»

Dauernder Fan-Ansturm

Es war angeblich auch das Haus, in dem John Lennon mit LSD zu experimentieren begann – was sich wiederum in den teilweise psychedelischen Klängen von «Sgt. Pepper» niedergeschlagen haben soll. Paul McCartney hatte angeblich die Idee für «Eight Days a Week» in einem Taxi auf dem Weg zur Kenwood Mansion, und das Albumcover für «Rubber Soul» wurde hier geschossen.

Aus privater Sicht war die Kenwood Mansion nicht optimal: Cynthia versuchte den gemeinsamen Sohn Julian normal zu erziehen, abseits von Starrummel und psychedelischen Drogen. Das Problem? Die Fans. Ständig war eine Gruppe weiblicher Beatles-Fans vor den Toren der Villa, manchmal auch im Garten.

«Es gab zwar ein Tor, das war aber zu dieser Zeit meistens offen. Die Beatles, speziell John, mochten ihre Fans und suchten auch selbst die Nähe zu ihnen. Den Abstand, den Prominente heute häufig halten, war damals noch kein Thema», sagt Biograf Lewisohn.

Yoko Ono und das Ende von Kenwood Mansion

Übrigens: Hier lernte John Lennon 1965 Auto fahren. Seine Fans gingen so weit, ihm nicht nur hinterherzufahren, sondern jedes seiner Manöver zu kopieren. Und es war auch in diesem Haus, in dem sich John Lennon und Yoko Oko lieben lernten. Bei ihrem ersten Besuch in der Kenwood Mansion haben die beiden angeblich die meisten Songs von ihrem «Two Virgins»-Album aufgenommen.

Cynthia, Lennons Ehefrau, weilte zu diesem Zeitpunkt in den Ferien in Griechenland. Bei ihrer Rückkehr fand sie John in einer neuen Beziehung vor. Die beiden zogen aus dem Haus aus und verkauften es Anfang 1969. Diverse Nachbesitzer haben am Interieur außerdem einiges geändert.

(L'essentiel/mst)

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