Verhütung

19. Mai 2017 12:09; Akt: 19.05.2017 12:34 Print

Löwenzahn könnte die Pille überflüssig machen

Zwei neu entdeckte Pflanzenwirkstoffe verhindern die Befruchtung einer Eizelle. Das könnte zu einem Verhütungsmittel ohne Nebenwirkungen führen.

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Wer (noch) keine Kinder will, muss verhüten. Meist geschieht das mit Kondom, Pille oder Spirale. Alternativen aus der Naturheilkunde gibt es dagegen keine sicheren – zumindest bisher. Doch das könnte sich ändern.

Forscher um Nadja Mannowetz vom Howard Hughes Medical Institute in Boston haben zwei pflanzliche Wirkstoffe entdeckt, die zuverlässig die Befruchtung von weiblichen Eizellen verhindern (siehe Box).

Mehrere Pflanzen, zwei Wirkstoffe

Eine der Substanzen – das sogenannte Pristimerin – fanden die Wissenschaftler in Wilfords Dreiflügelfrucht (Tripterygium wilfordii). Deren Blätter werden in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange als Antifruchtbarkeitsmittel verwendet.

Auch den anderen Wirkstoff identifizierten Mannowetz und ihre Kollegen in aus der Naturheilkunde bekannten Pflanzen: Das sogenannte Lupeol ist unter anderem in Löwenzahnwurzeln und Mangos enthalten.

Sicher ohne Hormone

Im Labor wiesen die Forscher nach, dass beide Substanzen die Befruchtung verhindern. Dies, weil sie die Bindung des Progesterons an den Spermienrezeptor unterbinden, wie das Team um Mannowetz in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» schreiben. Der gleiche Mechanismus bewirkt auch, dass Stress die Fruchtbarkeit senkt.

Zudem reduzierten die pflanzlichen Substanzen die Beweglichkeit der Spermien. Und das, ohne Hormone oder irgendwelche Nebenwirkungen, so die Forscher weiter.

Große Hoffnungen

Bislang funktioniert die rein pflanzliche Verhütung nur im Labor. Doch die Forscher hoffen, dass die Wirkstoffe in Zukunft als Notfallverhütungsmittel anstelle der Pille danach eingesetzt werden können.

Rechtzeitig eingenommen – innerhalb von sechs Stunden nach dem Sex – könnten sie die Befruchtung an sich verhindern und nicht erst die Einnistung der befruchteten Eizelle.

Vorstellbar ist laut den Forschern aber auch der Einsatz als gängiges Verhütungsmittel. So könnten die Substanzen beispielsweise über ein Pflaster oder den Vaginalring zum Einsatzort gelangen.

(L'essentiel/fee)

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