Gefährlicher Trend

19. Oktober 2017 07:00; Akt: 18.10.2017 22:10 Print

Säubern Sie Ihre Vagina nicht mit Gurken!

Als optimale Reinigung für untenrum preisen US-Vloggerinnen zurzeit Gurken an. Zudem stärke der «Yoni Cucumber Cleanse» die Scheidenflora. Ärzte warnen.

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Blogger, Vlogger und Influencer verbreiten gern Gesundheitstipps. Wie gefährlich das zum Teil sein kann, zeigt ein aktueller Hype: In Amerika schwören Frauen auf Youtube und Instagram auf den sogenannten «Yoni Cucumber Cleanse».

Soll heißen: Sie raten dazu, Gurken in die Vagina einzuführen, um die Scheidenflora auf Vordermann zu bringen, für einen frischen Geruch zu sorgen und etwaige Wehwehchen zu heilen.

Die meisten empfehlen, das grüne Gemüse zu schälen und auf die «richtige Größe» zurechtzuschneiden. Einmal im Körper, solle man sie zudem längere Zeit einwirken lassen. So könne das weibliche Geschlechtsorgan sogar vor Geschlechtskrankheiten geschützt werden.

Unnötig und gefährlich

Mittlerweile sind auch Mediziner auf den Trend aufmerksam geworden und reagieren entsetzt. So schreibt etwa die in den USA praktizierende Gynäkologin Jen Gunter auf ihrem Blog: «Versuche, die Vagina zu ‹reinigen›, schaden ihr in Wahrheit.» Und weiter: «VAGINAS SIND NICHT SCHMUTZIG. Ich nutze die Großbuchstaben bewusst, denn ich schreie gerade vor Wut.»

Gründe für ihre klaren Worte liefert Gunter gleich mit. Sie erklärt, dass sich auf der Oberfläche von Gurken verschiedene Pilze und Bakterien befinden, die den pH-Wert der Scheidenflora stören und zu einer Infektion (bakterielle Vaginose) führen können.

Löcher im Genitalbereich

Und auch das Einführen selbst ist laut der Frauenärztin nicht ohne: So seien Fälle bekannt, in denen es dabei zu einer Vagina- und Blasen-Perforation gekommen sei. Ebenfalls eine unschöne Angelegenheit.

Stattdessen sollten Frauen die Hygiene ihrer Vagina dieser selbst überlassen, empfiehlt die Expertin: «Die Flora reguliert sich selbst – es reicht, die Vagina einfach mit Wasser zu waschen.»

Von den speziellen Intim-Waschgels und -Lotions hält Gunter dagegen nicht viel. Denn ob die wirklich weiterhelfen, sei unklar. Zudem kamen Forscher 2016 im Fachjournal «Epidemiology» zu dem Schluss, dass Frauen, die regelmäßig Vaginalduschen anwenden, ein höheres Risiko für Eierstockkrebs haben.

(L'essentiel/fee)

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