Hashima

02. Januar 2018 09:11; Akt: 02.01.2018 09:16 Print

Verlassene Insel war einst dichtbesiedeltester Ort

Hashima vor der japanischen Küste war einst der am dichtesten besiedelte Ort der Welt – heute ist die Insel gänzlich verlassen.

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Die Insel Hashima liegt etwa 17 Kilometer vor der Küste von Nagasaki und hat zwei Spitznamen: «Gunkanjima» (軍艦島, Schlachtschiff-Insel) und «Midori nashi shima», Insel ohne Grün. Die Namen sprechen eigentlich für sich und passen zum Erscheinungsbild der 160 mal 480 Meter großen Insel: ein Haufen Steine mit den verrottenden Überresten von Betongebäuden.

Dichtbesiedeltester Ort der Welt

1890 kaufte Mitsubishi die Insel und baute eine Fabrik, in der unterseeischer Kohleabbau gefördert wurde. 1916 wurde das erste Betonhochhaus auf Hashima gebaut: neun Stockwerke mit winzigen Wohnungen, grau in grau. Bis 1959 lebten auf der kleinen Insel über 5000 Minenarbeiter (hochgerechnet 83.476 Einwohner pro km²) mit ihren Familien, was sie zum dichtbesiedeltesten Ort der Welt machte.

Auf der Insel gab es kaum Platz für Farmen: Die Bewohner waren bis 1957 sogar auf Wasserlieferungen vom Festland angewiesen. Ansonsten war die Insel eine eigene kleine Welt: Es gab Schulen, Spielplätze, Kinos, Läden, ein Krankenhaus und einige Bordelle. Es gab keine Autos und keine Lifte – den neunten Stock mussten die Arbeiter zu Fuß erreichen.

Erdöl gegen Kohle

In den 60er-Jahren begann Japan schrittweise von Kohle auf Erdöl umzusteigen. Die Kohleminen im ganzen Land mussten schließen und die Mine auf Hashima war keine Ausnahme. Im Januar 1974 wurde die Mine offiziell geschlossen und die Bewohner der Insel verließen ihr Zuhause fast fluchtartig – es gab nichts mehr, was sie auf der kargen Insel hielt, und nach zwei Monaten war sie komplett unbewohnt.

Jahrzehnte harscher Witterung haben die Gebäude verfallen lassen. Heute ist Hashima ein Stück Geschichte und eine Traumdestination für Fotografen aus aller Welt.

(L'essentiel)

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