White Witch

13. Juli 2018 15:36; Akt: 13.07.2018 15:41 Print

Wie im Cash-​​Song – das Anwesen von Annie Palmer

Die Rose Hall Mansion war die Heimat von Annie Palmer, der White Witch von Montego Bay, der Johnny Cash einst einen Song widmete.

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Etwas Unheimliches lauert in den Räumen der Rose Hall Mansion in Montego Bay, Jamaika. Glaubt man den Einheimischen, so ist es der Geist von Annie Palmer, der White Witch der Insel. Johnny Cash verewigte sie 1973 in einer Country-Ballade und sang von ihrer Herrschaft mit «schwarzer Magie, Peitschen, Mord und eisernem Willen».

Ihr Haus ist heute nicht nur ein Museum, sondern auch eine Erinnerung an die Legende der White Witch von Montego Bay.

Eine Hochzeit mit einer Hexe

Was hinter den Türen der Plantagen-Villa genau passierte, lässt sich heute kaum mehr nachvollziehen. Klar ist: Das georgianische Herrenhaus wurde von John und Rosa Palmer 1770 erbaut. James Hakewill, ein Gast an einem der rauschenden Feste der Palmers, schrieb: «Das Haus befindet sich auf einer Anhöhe und hat einen fantastischen Blick aufs Meer. Es hat den Charakter einer italienischen Villa.»

Der Neffe der Palmers erbte das Haus, als er gerade auf der Suche nach einer Ehefrau war. Hier kommt Annie Palmer ins Spiel: Sie war angeblich irisch-englischer Abstammung und lebte vorher in Haiti, wo ihre Eltern an Gelbfieber gestorben sein sollen. Aufgezogen wurde Annie von einem Kindermädchen, das sich mit schwarzer Magie und Voodoo beschäftigte. In Jamaika heiratete sie den Neffen der Palmers, John.

Tote Ehemänner und Sklaven

Annie soll von ihrem Kindermädchen einige Tricks gelernt haben, mit denen sie reihenweise Männer um die Finger wickeln konnte. Annie galt als manipulativ, gewalttätig und sadistisch, sie quälte nicht nur ihren Ehemann, sondern auch diverse männliche Sklaven.

Sie war zwar nur die Frau des Plantagenbesitzers, inoffiziell war Annie Palmer aber die Herrin über Rose Hall, die Plantagen und die bis zu 5000 Sklaven. Für ihr Verhalten gibt es eine mögliche Erklärung: die schwierige Ehe mit John Palmer. Als Waisenkind dachte Annie mit John einen sicheren Hafen gefunden zu haben.

Doch auch John Palmer war gewalttätig und vernachlässigte seine Frau. Annie soll sich mit Sklaven eingelassen haben, was weitere Misshandlungen durch ihren Ehemann zur Folge hatte. Angeblich tötete Annie John mit einer Mischung aus schwarzer Magie und Gewalt. Sein Schicksal erlitten auch mehrere Sklaven und Annies spätere Ehemänner.

Annies Ende

Angeblich fand Annie ihr Ende in einem Magier: Der Sklave Takoo, der ihr nächstes Opfer hätte werden sollen, konnte ihren Fluch abwenden und tötete die Weiße Hexe von Montego Bay. Die Sklaven veranstalteten ein Vodoo-Begräbnis, bei dem Annies Geist für immer eingesperrt werden sollte.

Die Zeremonie wurde allerdings unterbrochen und so soll Annie bis heute durch die Hallen der Rose Hall Mansion wandern. Als die Sklaven Jahre später rebellierten, wurde das Gebäude im Gegensatz zu vielen anderen Plantagen nicht niedergebrannt: Die Angst, Annies Geist komplett freizulassen, war einfach zu groß.

Rose Hall heute

Das majestätische Gebäude verfiel während fast 100 Jahren. Erst in den Sechzigern begann die Regierung das Gebäude zu restaurieren. 1977 wurde das Anwesen von der ehemaligen Miss USA, Michele Rollins, und ihrem Ehemann, dem Unternehmer John W. Rollins, gekauft und weiter renoviert.

Seitdem gibt es darin ein Museum, das sich mit der Geschichte der Sklaverei, der Legende von Annie Palmer und hauptsächlich europäischen Antiquitäten beschäftigt. Es gibt außerdem eine Bar und ein Restaurant und das Haus ist immer wieder Filmset, beispielsweise bei der einen Staffel von «America's Next Top Model».

Johnny Cashs Song über die White Witch von Montego Bay:

(L'essentiel)

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