Japan-Blog

08. April 2018 17:00; Akt: 08.04.2018 16:59 Print

Achtung, Tür! So geht Taxi fahren in Japan

Wer sich ein «Takushii» heranwinkt, muss einiges beachten. Eine Anleitung – vom Einsteigen bis zum Trinkgeld.

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«Takushii-noriba wa doko desuka?» Mit dieser Frage kommt man zum nächsten Taxistand. Das internationale Wort Taxi wird auch in Japan benutzt. Es wurde, ganz Japan-getreu etwas umgemodelt und in die japanische Silbensprache adaptiert: Ta-ku-shi-i.

Auch in Japan gilt: leuchtendes Schild = Taxi frei – und man darf es heranwinken. Wenn das Taxi vorfährt, wird wie von Zauberhand die hintere Seitentür geöffnet. Der Taxifahrer (Taxifahrerinnen sind in Japan sehr selten) ist dankbar, wenn seine heilige Tür nicht berührt wird, denn sie schließt sich nach dem Einsteigen ebenfalls automatisch. Die Automatiktür gibt es nur auf der Trottoir-Seite. Auf der Straßenseite ein- oder auszusteigen, wäre aus Sicht der Japaner viel zu gefährlich.

Spitze wie bei Tante Berta

Dieser Taxi-Kundenservice ist in ganz Japan Standard, außer bei der Luxusvariante: Die Taxi-Firma mit einem Herz und dem Schriftzug MK auf dem Dach. Hier wird einem die Tür vom Taxifahrer mit weißen Handschuhen höchstpersönlich geöffnet. Während er die Tür mit der einen Hand öffnet, hält er die andere Hand schützend an den oberen Rand der Türöffnung, damit der Gast den Kopf nicht anstößt.

Im Inneren des stets sauberen Taxis fallen die weißen Spitzenüberzüge an den Autositzen auf. Wenn man das erste Mal ein japanisches Taxi besteigt, könnte man denken, dass gerade dieser Fahrer einen etwas lustigen Geschmack hat. Im Taxi sieht es aus wie bei Tante Berta zu Hause. Spätestens bei der zweiten Taxifahrt stellt man aber fest, dass es ein ungeschriebenes Gesetz gibt, das besagt: Ein richtiger Taxifahrer hat weiße Spitzen über seinen Sitzen montiert. Wer mit dieser weißen Pracht angefangen hat, konnte ich nicht herausfinden.

Das Ziel der Fahrt sagt man dem Fahrer am besten, indem der Name der Sehenswürdigkeit genannt wird. Also zum Beispiel «Kinkakuji», um zum goldenen Tempel in Kyoto zu gelangen. «Kinkakuji made onegaishimasu» ist die höfliche Variante. Hat man einen Taxifahrer erwischt, der ein bisschen Englisch spricht, dann funktioniert auch: «Golden temple, please» oder in für ihn besser verständlichem japanisch-englisch: «Goruden temupuru puriisu.»

Heiteres Häusersuchen

Anspruchsvoller wird es bei einer privaten Adresse oder einem Restaurant in einem Außenquartier. Am besten gibt man dem Fahrer eine Telefonnummer fürs Navi. Zum Glück gibt es dieses GPS inzwischen, denn noch vor nicht allzu langer Zeit mussten sich selbst die Taxifahrer im Quartier durchfragen oder die aufgestellten Orientierungstafeln studieren, um das Ziel zu finden. Denn in Japan ist die Hausnummerierung nicht der Reihe nach der Straße entlang geregelt, sondern in der Reihenfolge, in der die Häuser gebaut werden. Eine hohe Zahl im gleichen Quartier bedeutet also, dass das Haus neu ist. Das ist zwar lustig, aber nicht sehr praktisch. Schon gar nicht für den Taxifahrer.

Die Taxipreise sind je nach Region sehr unterschiedlich. In Tokio sind die Startpreise tiefer als in Kyoto, dafür kostet der Kilometer mehr. Insgesamt sind die Kosten für eine Fahrt etwa vergleichbar mit denen in der Schweiz. Bezahlt wird bar. Kartenzahlungen sind in Japan allgemein erst im Aufkommen, Trinkgeld kennt man auch im Taxi nicht.

Da im Bus meistens Fixpreise pro Fahrt gelten, kann sich ein Taxi für eine Gruppe von vier Personen schon lohnen. Dann ist es übrigens auch erlaubt, vorn einzusteigen. Viele Touristen fahren darum per Taxi zu Sehenswürdigkeiten, dementsprechend sind die Straßen in der Hochsaison voller Taxis.

(L'essentiel)

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