Klassiker

12. Oktober 2020 08:13; Akt: 14.10.2020 17:42 Print

Alfa Romeo 2000 GTV ist gereift wie guter Wein

Als Alfa Romeo im Juni 1971 einen Zweilitermotor für den «Bertone» angekündigt hat, waren die Erwartungen hoch. Der 2000 GTV ist noch besser und zum 200-km/h-Sportcoupé geworden.

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Bis ins Jahr 1963 zurück reichen die direkten Vorfahren des 1971 präsentierten Alfa Romeo 2000 GTV. Es begann mit der Giulia Sprint GT, es folgten der «Fahrradce» und 1968 der 1750 GT Fahrradce.

Im Juni 1971 schließlich präsentierte Alfa Romeo den neuen Zweilitermotor. Wer angenommen hätte, dass für die Hubraumvergrößerung einfach eine neue Kurbelwelle oder etwas dicker ausgefräste Zylinderöffnungen nötig sein würden, der sah sich getäuscht. Tatsächlich handelte es sich beim Vierzylinder um eine Neukonstruktion, wenn auch bewährte Bauprinzipien beibehalten wurden. Ganz frisch musste man allerdings nicht beginnen, denn mit dem GTAm-Rennmotor stand bereits eine Basis, die für Hubraumvergrößerungen tauglich war, zur Verfügung. Weiterhin war die Kurbelwelle fünffach gelagert und natürlich wurde die Ventilsteuerung durch zwei über Kette angetriebene obenliegende Nockenwellen übernommen.

Das vom 1750 GT Fahrradce übernommene Fünfgang-Getriebe wurde übernommen und verstärkt, auch Fahrwerk und Bremsanlage (vorne untere Dreieckquerlenker und obere Einzelquerlenker, hinten Starrachse mit Längsschubarmen und mittleren Querlenkern, Scheibenbremsen an allen vier Rädern) wurde beibehalten.

Kosmetische Eingriffe

Während die Karosserie im Vergleich zum 1750 GT Veloce praktisch unverändert war, gab es im Interieur dezente Korrekturen. So wanderten das Kühlwasserthermometer und die Benzinanzeige von der Mittelkonsole zwischen die beiden Hauptinstrumente, wo sie schneller sichtbarer waren. Im Drehzahlmesser war nun eine Öldruckanzeige montiert, acht Kontrollleuchten wurden oberhalb der Lenkradnabe eingebaut. In der Folge wurde auch die Mittelkonsole in ihrer Form etwas angepasst.

Auf eine Bedienung der Scheibenwischanlage via Lenkstockhebel verzichtete man aber bei Alfa zumindest anfänglich noch. Allzu viel wollte man bei Alfa Romeo wohl nicht ändern, warum auch, schließlich war das Coupé GTV schon damals ein Klassiker. Und auch heute noch beweist es seine Manieren.

Ein ausgewogener Granturismo

Man kann sich dem Urteil der damaligen Testfahrer nur anschließen, der 2000 GTV ist ein überaus angenehmes Fahrerauto. Er ist über die Jahre gereift wie ein guter Wein. Es ist einfach ihn zu lieben. Das beginnt schon mit dem unkomplizierten Einstieg, der schlüssigen Sitzposition, dem hellen Innenraum, der eine fast uneingeschränkte Rundumsicht garantiert.

Der Motor wird mit Zündschloss rechts vom Lenkrad gestartet, die Hand fällt wie von selber auf den Schalthebel gleich rechts daneben, welcher es erlaubt, die Gänge ohne viel Gestänge direkt im Getriebe zu sortieren. Der Motor bietet viel Drehmoment und ordentlich Kraft, sodass man auch in einem fast 50-jährigen GTV schnell in Gefahr gerät, Geschwindigkeitslimitationen zu überschreiten.

Vom Alfetta Coupé abgelöst

Am schönsten ist es aber sowieso, mit legalem Tempo über geschwungene Landstraßen durch freie Landschaften zu touren, dann kommt das sonore Brummen des Vierzylinders gut zur Geltung und man hat auch Zeit, zwischendurch die schönen Instrumente zu bewundern. Dank kompakter Ausmaße und einem guten Lenkgefühl lassen sich auch enge Sträßchen genießen und auch die vier Scheibenbremsen können mit der Dynamik immer mithalten.

Abgelöst wurde der 2000 GTV schließlich vom Alfetta Coupé ab Mitte der Siebzigerjahre. Dem kompakten «Bertone» aber weinten die Sportfahrer noch manche Träne nach, kein Wunder ist er auch heute noch beliebt und erreicht Bewertungen, die trotz hoher gebauter Stückzahlen locker das Doppelte des damaligen Neupreises ausmachen.

(L'essentiel/Bruno von Rotz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alfista am 14.10.2020 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    FAHRRADCE? überliest denn niemand diesen Blödsinn? Das heisst VELOCE!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alfista am 14.10.2020 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    FAHRRADCE? überliest denn niemand diesen Blödsinn? Das heisst VELOCE!!