1455 Projekte

18. Dezember 2020 12:04; Akt: 18.12.2020 12:32 Print

Architekturmagazin zeichnet die besten Projekte aus

Das Magazin «Dezeen» hat auch dieses Jahr die außergewöhnlichsten Architektur-Projekte gekürt. Abgeräumt hat ein Bauernhaus in Vietnam.

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(Bild: Ben Hosking)

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Mit den Dezeen Awards 2020 hat Dezeen, eines der einflussreichsten internationalen Magazine für Architektur und Design, erneut die besten Architekturprojekte des Jahres gekürt. Unter den Gewinnern findet sich eine Primarschule im Iran, ein Hotel in Bali, Fahrrad-Parkplätze in Dänemark und ein Mehrfamilienhaus in China. Hauptgewinner über alle Kategorien ist aber das «Red Roof», ein Bauernhaus mit bepflanzbarem Dach in Vietnam.

Ausgewählt wurden die Siegerprojekte von einer 25-köpfigen Jury mit Persönlichkeiten aus dem Architekturbereich. Auswahl gab es genug: 1455 Projekte wurden eingereicht, 64 haben es in die engere Auswahl geschafft. Wir zeigen dir die Gewinner aus acht Kategorien.

Stadthaus des Jahres

Das Stadthaus des Jahres, das «Thang House» befindet sich in Danang City in Vietnam und überzeugte die Jury mit Nachhaltigkeit: Im Erdgeschoss gibt es einen Fischteich, das Wasser darin wird aber auch verwendet, um die Bäume auf dem Dach zu gießen.

Das Thang House ist Teil des Projektes «House for Tree», mit dem ein möglichst nachhaltiges und ökologisches Leben möglich sein soll. Die Jury sagt, sie sei «beeindruckt vom Versuch, den ökologischen Fußabdruck mit Bepflanzung zu verkleinern». Außerdem sei das Haus eine Bereicherung für die Umgebung.

Landhaus des Jahres

Hauptgewinner über alle Kategorien ist dieses Haus. Hier gibt es ebenfalls einen Dachgarten und es befindet sich ebenfalls in Vietnam. Allerdings ist das Haus in Quang Ngai für eine weniger vermögende Bevölkerungsschicht ausgelegt, was der Jury gefällt: «Kleine Projekte wie dieses zeigen, dass großartiges Design für alle Menschen zugänglich ist.»

Gebaut wurde es für ein Paar, dass schon seit Jahrzehnten in der Gegend wohnt, die sich in den vergangenen Jahren sehr schnell entwickelt hat.

Mehrfamilienhaus des Jahres

Dieses Projekt ist ein Mehrfamilienhaus im dicht bevölkerten Guangzhou. Es wurde für ein ganz bestimmtes Klientel gebaut: Sogenannte «Slash Youths», also junge Chinesinnen und Chinesen, die im kreativen oder digitalen Bereich arbeiten. Im Haus gibt es sieben Wohnungen, in denen sich die künftigen Bewohner bestmöglich entfalten können sollen.

Der Jury gefällt das Projekt vor allem wegen der Message: «Etwas an diesem Projekt ist so optimistisch, so hoffnungsvoll.» und «Mehrfamilienhäuser machen manchmal den Eindruck, als würden sie isolieren. Dieses Projekt hilft, zu einer gemeinsamen Nachbarschaft zurückzukehren.»

Wohn-Umbau des Jahres

Dezeen zeichnet auch Umbauten aus, wie zum Beispiel beim Qishe Courtyard: Das Haus ist ein Hutong, das ist eine traditionelle Bauweise von Wohngebieten mit Innenhöfen in China. Sie werden immer seltener, da heute vermehrt in die Höhe gebaut wird. Das Architekturbüro Arch Studio hat den Hutong in ein Wohnhaus mit gebogenen Fenstern zum Innenhof umgebaut.

Ursprünglich befanden sich im Hutong sieben Holzhäuser, sie waren aber alle in einem desolaten Zustand. Für das Projekt wurden die Häuser miteinander verbunden. Der Jury gefällt vor allem die Kombination aus alt und neu: «Mit diesem Projekt wird ein Stück Geschichte gerettet und gleichzeitig modernisiert.»

Öffentliches Gebäude des Jahres

Diese Schule steht in der Stadt Bastam in Iran und soll eine «pädagogische Nachbarschaft» für Kinder sein. Die Kinder sollen sich dort auch nicht nur Wissen aneignen, sondern zu verantwortungsbewussten Erwachsenen werden.

«Die Schule ist ein Rückzugsort. Sie wirkt einladend, gerade im Vergleich mit der kargen Landschaft. Und sie macht die Schule zu einer kleinen Stadt, einer Gemeinschaft für Kinder», sagt die Jury über das Projekt.

Hotel des Jahres

Das Boutique Hotel The Tiing in Bali ist der Jury positiv aufgefallen: Beim Bau wurden viele traditionelle Materialien und Bautechniken verwendet – einerseits als Hommage an diese Techniken, andererseits auch, weil das Hotel sehr abgelegen liegt. Beton und Bambus sind die Hauptmaterialien, mit denen gearbeitet wurde.

Der Jury gefällt die Nähe zur Umgebung: «Dieses Projekt zeigt eine starke Verbindung zur umliegenden Natur. Die Landschaft ist Teil des Designs.»

Landschaftsprojekt des Jahres

Der Karen Blixens Plads ist ein öffentlicher Platz in Kopenhagen, Dänemark. Dank des Projekts des Architekturbüros COBE gibt es auf dem Platz jetzt 2000 von der Witterung geschützte Fahrrad-Parkplätze. Die Jury zeigt sich von der Praktikabilität begeistert: «Es ist eine tolle Mischung aus Landschaftsbau und Architektur – und löst mit den Fahrradplätzen gleichzeitig ein großes Problem in Kopenhagen.»

Infrastrukturprojekt des Jahres

In Belgien kann man jetzt durch Baumwipfel Fahrrad fahren: Das Projekt «Cycling Through Trees» wurde von der Tourismusbehörde von Limburg, Belgien, in Auftrag gegeben. Der Weg ist 700 Meter lang und befindet sich zehn Meter über dem Boden.

Die Jury lobt die Naturverbundenheit des Projektes: «Es passt perfekt in die Umgebung und bietet den Fahrradfahrern eine fantastische und ungewohnte Aussicht.»

(L'essentiel/Meret Steiger)

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