Irreführende Werbung

10. Februar 2021 11:52; Akt: 10.02.2021 11:58 Print

Britische Influencer müssen Beauty-​​Filter kennzeichnen

Die britische Werbeaufsicht hat angeordnet, dass bezahlte und mit Filter bearbeitete Posts ausgezeichnet werden müssen. Es handele sich sonst um irreführende Werbung.

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(Bild: Instagram hollyboon__)

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Seien wir mal ehrlich, viele von uns verwenden Filter für unsere Instagram-Posts: Seien es nun extra für Instagram-Stories entwickelte Filter wie VSCOFilter von Userin basma_bada oder Cute baby face von Sasha_soul_art. Zudem gibt es auch Apps wie BeautyPlus sowie Facetune, die deinen Teint sofort zum Strahlen bringen. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden – jede und jeder so wie sie oder er will.

Paid-Posts mit Filter sind irreführend

Bist du allerdings eine Influencerin oder ein Influencer und verdienst mit sogenannten Paid Posts Geld, gelten mit Filter – darunter auch mit dem Glitzer-App Kirakira bearbeitete Posts oder Stories wie beim Bild oben von Userin Hollyboon__ – als irreführend. Oder in anderen Worten: Du produzierst damit genau genommen Fake-Werbung.

So wird es zumindest neu in Großbritannien gehandhabt. Denn die britische Werbeaufsicht Advertising Standards Authority, kurz ASA genannt, hat entschieden, dass Influencerinnen und Influencer Filter-Anwendungen bei ihren Posts per sofort angeben müssen. Sollten sie sich nicht daran halten, werden künftige Posts laut ASA sofort gelöscht. Sorry, Alessandra Steinherr.

Die #FilterDrop-Kampagne hat Erfolg

Dass die ASA überhaupt auf dieses Problem aufmerksam geworden ist, ist der britischen Mikro-Influencerin Sasha Louise Pallari zu verdanken, die letztes Jahr im Juni die #FilterDropChallange lanciert hat:

Ihr war aufgefallen, dass Influencerinnen und Influencer mit hunderttausenden Followern für bezahlte Beauty-Posts immer wieder Filter verwenden und ihrer Community damit quasi etwas vorgaukeln.

Mehr Realness auf Instagram

Das sieht die britische Werbeaufsicht mittlerweile genauso. Ein ASA-Sprecher sagt dazu: «Wir werden nun einen stärkeren Fokus auf solche Posts legen und Influencerinnen und Influencer vermehrt in Verantwortung nehmen. Wir möchten ihnen damit nicht ihr Einkommen wegnehmen, bei ihnen aber das Bewusstsein schaffen, dass sie mit ihren Paid Posts keine falschen Aussagen und damit Fake-Werbung produzieren dürfen.

Sasha Louise Pallari selbst schrieb neulich dazu auf Instagram: «Gefilterte Posts sollten nicht aus finanziellen Gründen oder für deinen persönlichen Profit verwendet werden. Falls du nicht genug selbstsicher bist, deine eigene Haut online zu zeigen, okay. Ich verstehe das. Dann solltest du aber vielleicht eher Fahrräder promoten, um online Geld zu verdienen.»

Übrigens, zum Hashtag #filterdrop gibts mittlerweile fast 3000 Posts.

(L'essentiel/Irène Schäppi)

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