Blöde Verwechslung

11. April 2018 13:11; Akt: 11.04.2018 13:15 Print

Darum fahren Insekten so auf unser Bier ab

Bier mit Zusatz? Das passiert im Sommer öfter – weil die Insekten den Duft des Getränks mit dem ihrer favorisierten Brutstätten verwechseln.

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Die Temperaturen steigen. Und mit ihnen die Gelegenheiten, sich das Feierabendbier oder den Wein draußen zu genehmigen. Doch das Open-Air-Anstoßen hat einen bedeutenden Nachteil: Man muss sein Getränk vor Insekten schützen, beispielsweise vor Ambrosiakäfern.

Die stürzen aber nicht zufällig ins Kaltgetränk, wie Forscher um Peter Biedermann von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» schreiben. Vielmehr lassen sich die Käfer auf der Suche nach einer Brutstelle vom Alkoholgeruch leiten.

Irren ist nicht nur menschlich

Für die zu den Borkenkäfern zählende Art ist Alkohol Voraussetzung für den gezielten Anbau von Pilzen, die ihnen und ihren Larven dann als Nahrung dienen. Biedermann zufolge wird Alkohol von geschwächten Bäumen produziert.

Die etwa zwei Millimeter großen Käfer riechen das und besiedeln diese Bäume, um dort Nahrungspilze anzubauen, die in Holz mit einem Alkoholgehalt von immerhin zwei Prozent optimal wachsen. Hingegen könnten bei solch einer Alkoholkonzentration Schimmelpilze, das «Unkraut» der Pilzlandwirte, nur schlecht bestehen, erklärt Mitautor und Holzforscher Philipp Benz von der Technischen Universität München.

Laut Biedermann sind die sechsbeinigen Bauern, die für Neuansiedlungen sogar Pilzsporen mitbringen, mit dieser Form der nachhaltigen Landwirtschaft seit 60 Millionen Jahren erfolgreich. Klar, dass Ambrosiakäfer «resistenter gegen Alkohol» seien als andere Lebewesen. «Vielleicht kann die Menschheit ja auch hier etwas von den Borkenkäfern lernen», schreibt Biedermann.

Die Käfer suchen sich gezielt alkoholhaltige Baumstümpfe – oder eben Bier. (Video: Youtube/Julius-Maximilians-Universität Würzburg)

(L'essentiel/fee)

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