Studie beweist

11. Februar 2019 12:55; Akt: 11.02.2019 13:00 Print

Das Glück hält weniger lange, als man glaubt

Die Folgen von Lebensereignissen wie der Hochzeit oder eines Todesfalls werden überschätzt. Das haben Forscher der Universität Basel herausgefunden.

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Einschneidende Lebensereignisse wie eine Heirat oder der Tod des Partners wirken weniger lange nach, als Betroffene glauben. Menschen können ihr eigenes Befinden schlecht vorhersagen, berichten zwei Basler Forscher.

So würden sie systematisch überschätzen, wie lange ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben sich auf ihr Wohlbefinden auswirkt. Das berichten Reto Odermatt und Alois Stutzer von der Universität Basel. Ihre Studie mit 30.000 Teilnehmern widerspricht damit der grundlegenden Annahme der ökonomischen Theorie, dass Personen in der Regel korrekt vorhersagen können, was ihnen wie viel Nutzen bringt.

Odermatt und Stutzer nutzten für ihre Studie Daten aus einer wiederholten Befragung von Personen in Deutschland und fokussierten sich dabei auf Menschen, die gerade große Lebensereignisse erlebt hatten. Bei diesen verglichen sie, wie hoch die Befragten kurz nach dem Ereignis ihre Lebenszufriedenheit in fünf Jahren einschätzten und wie sie ihre tatsächliche Zufriedenheit fünf Jahre später beschrieben.

Effekt schwindet rasch

Zwar ließen positive Ereignisse wie eine Heirat die Lebenszufriedenheit stark ansteigen und negative Ereignisse wie der Tod des Partners oder Invalidität stark sinken, wie die Uni Basel am Montag mitteilte. Jedoch hielt dieser Effekt weniger lange an als die Betroffenen glaubten. Davon berichten die Forscher im Fachblatt Journal of the European Economic Association.

Ein Dämpfer dürfte dies für frisch Vermählte sein: Sie überschätzen demnach systematisch, wie zufrieden sie fünf Jahre später sein werden. Hoffnung machen könnten die Resultate aber jenen, die Partnerin oder Partner verloren haben, arbeitslos oder invalide geworden sind. Diese Gruppe der Befragten glaubte, ihre Lebenszufriedenheit werde viel länger deutlich eingeschränkt bleiben, als dies tatsächlich der Fall war.

Gewöhnung nicht bedacht

Grund für die Fehleinschätzung könnte sein, dass Menschen zu wenig den Effekt der Gewöhnung berücksichtigen beim Blick in die Zukunft, vermuten die Forscher. Neue Umstände verlieren mit der Zeit das Besondere und prägen das Wohlbefinden weniger, sowohl im positiven, wie auch im negativen Sinne.

Obwohl die Befragten nach einer Reihe von Lebensereignissen mit ihrer Einschätzung für die Zukunft daneben lagen, gab es doch Ausnahmen: Nach Trennung oder Scheidung vom Partner lagen die Teilnehmenden durchaus richtig, wie ihr Befinden einige Jahre später sein würden.

(L'essentiel/sda)

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