Unheimlich

22. Juni 2020 09:33; Akt: 22.06.2020 09:42 Print

Das Sauer Castle lockt viele Geisterjäger an

Auf einem Hügel in Kansas City stehen die Überreste eines Herrenhauses aus dem 19. Jahrhundert – mit einer unheimlichen Vergangenheit.

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Auf einem Hügel mit Blick über den Kansas River in Kansas City (Kansas) befindet sich das Sauer Castle, das direkt aus einem Horrorfilm stammen könnte. Das zwischen 1869 und 1871 erbaute Haus gilt als Paradebeispiel für den Italianate-Stil, eine Bauweise, die im 19. Jahrhundert sehr verbreitet war – und es gilt als heimgesucht.

Der ursprüngliche Besitzer des Sauer Castle war Anton Sauer, ein Sohn deutscher Einwanderer, der nach dem Tod seiner ersten Frau 1868 von New York nach Kansas City zog. Obwohl er selbst an Tuberkulose erkrankt war, schaffte Sauer den Umzug und lernte in Kansas die 28-jährige Witwe Mary Einhellig Messerschmidt kennen.

Diverse Geistergeschichten

Anton Sauer heiratete Mary und das Paar bekam in den nächsten Jahren fünf Töchter (zusätzlich zu den sieben Kindern, die die beiden aus ihren ersten Ehen mitbrachten). Seine jüngste Tochter starb 1897 als Baby, Anton starb wenige Monate später. Die beiden sollen auf dem Grundstück begraben sein.

Diverse Gerüchte behaupten sogar, jedes einzelne Mitglied der Familie Sauer sei irgendwo in oder um das Haus begraben. Dazu ranken sich diverse weitere Legenden um das alte Gemäuer: So soll sich eine junge Frau im Turm erhängt, ein Ehemann und Vater seine ganze Familie getötet haben. Es gibt Geschichten über versteckte Gräber, geheime Tunnels und Schätze, die sich im Haus befinden sollen.

« Die Geister kommen wohl nicht zur Ruhe. »

Die Nachbarn des Sauer Castle geben an, immer wieder seltsame Lichter zu sehen und Stimmen aus dem eigentlich unbewohnten Haus zu hören. Manchmal soll die Silhouette eines Paares zu sehen sein, das im Turm tanzt, oder die einer Frau, die durch den Garten huscht. «Die Geister kommen wohl nicht zur Ruhe» sagt eine Nachbarin, die anonym bleiben will, gegenüber Medien.

Diese Meldungen locken natürlich viele Geisterjäger an, immerhin lebten und starben fünf Generationen der Familie Sauer in diesem Haus. Im Laufe der Jahre waren Geisterjäger, paranormale Experten und Medien regelmäßige Besucher im Sauer Castle. In den Achtzigern sollen diverse Untersuchungen paranormale Vorkommnisse im Estrich bestätigt haben, Ende der Neunziger schrieb Maurice Schwalm, ein Medium, ein Buch über seine Erlebnisse im Haus.

Besitzer dementiert Geistersichtungen

Nicht alle sind so überzeugt: Becky Ray, ein Geister-Experte aus Kansas, sagt nach seiner Untersuchung: «Ich war mehrmals dort und kann keine paranormalen Aktivitäten feststellen, keine Geister, nichts. Es ist einfach nur ein wunderschönes, heruntergekommenes Haus, das danach schreit, Teil einer guten Geistergeschichte zu sein.»

Ähnlich sieht das der aktuelle Besitzer Carl Lopp, ein Nachfahre von Anton Sauer, der das Haus 1988 übernahm und ursprünglich renovieren wollte. Auf der Facebookseite des Hauses schreibt er, dass sich im Haus weder Geister noch böse Dämonen befinden.

Unerwünschte Besucher

Auf der Facebookseite wird auch mehrfach darauf hingewiesen, dass das Sauer Castle ein Privathaus ist und nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist von einem Maschendrahtzaun umgeben, um unerwünschte Besucher abzuhalten.

So machen sich die Nachbarn auch weniger Sorgen um allfällige Geister und mehr um den Zustand des Hauses an und für sich: Es zerfällt immer mehr und lockt damit Vandalen, aber auch urbane Entdecker an. Das Sauer Castle ist für viele Bewohner von Kansas City aber ein Stück Geschichte und liegt ihnen am Herzen.

(L'essentiel/ms)

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