Essverhalten

05. Januar 2021 09:44; Akt: 05.01.2021 10:31 Print

Das sind die Foodtrends 2021

Kaum ein Bereich ist von der Corona-Krise so stark betroffen wie die Kulinarik. Das beeinflusst auch unser Essverhalten, wie Food-Forscherin Hanni Rützler feststellt.

storybild

(Bild: Daria Shevtsova/Pexels)

Zum Thema
Fehler gesehen?
Snackification

Schon seit längerem ersetzen Menschen – vor allem im urbanen Raum – klassische Mahlzeiten wie Frühstück, Mittag- und Abendessen durch kleinere Snacks. Befeuert wird dieser Trend durch das Aufkommen von immer feineren Angeboten, wie Tapas, Burger, Ramen und Bowls. Snackification bezeichnet also nicht mehr eine Belohnung zwischendurch, sondern die Mischung kleinerer Mahlzeiten, die kreativ und unabhängig der Tageszeit zusammengestellt werden.

Mit dem Lockdown und dem Arbeiten im Homeoffice stellte Food-Forscherin Hanni Rützler vom deutschen Zukunftsinstitut in ihrem Food Report 2021 jedoch eine Rückkehr zu einer geregelten Ernährung fest – drei Mahlzeiten pro Tag zu essen hätte wieder ihre «strukturgebende Funktion zurückgewonnen», schreibt Rützler. Trotzdem stehen wir 2021 nicht täglich am Herd, sondern nutzen die stark aufkommende Take-Away und Lieferservice-Kultur.

Meet Food

«Immer mehr Menschen wollen Lebensmittel nicht nur verbrauchen, sondern erleben», steht im Food Report 2021. Das hat damit zu tun, dass Konsumenten und Konsumentinnen genau wissen möchten, wo das Lebensmittel herkommt und wie es produziert wird. Das Brot beim Bäcker, das Fleisch bei der Metzgerin oder das Gemüse direkt auf dem Bauernhof oder dem Wochenmarkt zu kaufen, wird 2021 noch wichtiger als in den letzten Jahren.

Doch auch diesem Trend macht Corona einen kleinen Strich durch die Rechnung. Weil wir öfters zu Hause sitzen müssen, erleben Back-, Wurst- und Käseworkshops ein ziemliches Hoch, außerdem boomen Online-Back- und Kochanleitungen.

Ghost Kitchen

Die nette Wirtin und die sympathische Kellnerin, die dir den Teller auf den Tisch stellt, haben offenbar bald ausgedient. In der Küche brutzeln 2021 immer öfter Menschen, die wir nie zu Gesicht bekommen werden – ziemlich gespenstig. Daher der Begriff Ghost Kitchen.

Die Unsicherheit in der Gastronomie hat zur Folge, dass sich immer mehr Betriebe dafür entscheiden, ganz auf Delivery oder Take-away zu setzen – Gasträume werden, zumindest laut dem Food Report 2021, immer häufiger verschwinden.

Soft Health

Es ist eine gute Nachricht für Geniesserinnen und Geniesser. Unter dem Food-Trend Soft Health versteht das Zukunftsinstitut ein «ganzheitlicheres Verständnis von gesunder Ernährung, das nicht mehr primär nährstoff- und kalorienbezogen ist».

Anstatt einzelne Lebensmittel aus dem Menüplan zu verbannen, weil sie als ungesund gelten, setzten die Forscher auf «Ausgewogenheit und Vielfalt». Beim Trend gehe es um Speisen mit einem hohen Anteil an Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreideprodukten. Das haben wir aber jetzt schon ganz gut drauf. Frisches Obst war nach Teigwaren und Konserven das am meisten gekaufte Lebensmittel in der Krise.

DIY Food und Gourmet Gardening

Erst wurden wir durch den Lockdown, Restaurant-Schließungen und Homeoffice dazu gezwungen, mehr zu kochen und vielleicht auch eigene Kräuter und Gemüse auf dem Balkon oder der Dachterrasse anzubauen. Nun haben wohl viele Freude an der Arbeit in Küche und dem Gärtnern bekommen und wollen das neu gewonnen Hobby auch 2021 weiterführen.

Laut Hanni Rützler kann man als Hobby-Gärtner oder -Gärtnerin sogar angeben. Sie schreibt in ihrem Food Report: «Das ist kein biedermeierlicher Backlash, sondern es waren und sind die hippen jungen Großstädter und -städterinnen, die auch den Schrebergarten für sich neu entdecken, im urbanen Raum Nutzgartenprojekte initiieren und Fenchel statt Geranien oder Tomaten statt Petunien auf ihren Terrassen pflegen.»

(L'essentiel/Lucien Esseiva)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.