Wiktor But

26. März 2018 08:34; Akt: 26.03.2018 08:33 Print

Das verlassene Flugzeug des Waffenhändlers

In der Wüste im Emirat Umm al-Qaiwain steht ein verlassenes Sowjet-Flugzeug. Das ist seine Geschichte.

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Das verlassene Flugzeug steht in der Wüste. (Bild: Dmitry Avdeev / Wikipedia )

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Bei dem Flugzeug in Umm al-Qaiwain, einem der Vereinigten Arabischen Emirate, handelt es sich um eine Iljuschin Il-76, ein Transportflugzeug, das in der Sowjetunion gebaut wurde. Derzeit hat es eine Werbung für das lokale Palma Beach Hotel aufgedruckt, seine Vergangenheit ist aber wesentlich turbulenter.

Im Besitz diverser Fluggesellschaften

Laut der AeroTransport Data Bank, einer Website, die Daten über jedes Flugzeug sammelt, wurde diese Iljuschin Il-76 1975 in dem Teil der Sowjetunion gebaut, der heute Usbekistan ist. Bis zum Ende der Sowjetunion war sie als Militärflugzeug unterwegs, danach für die russischen Luftstreitkräfte. Zu Beginn der Neunziger wurde sie an die arabische Air Cess verkauft.

Air Cess ist ein Flugunternehmen, das Sergei But gegründet hat. Sergei wiederum ist der Bruder des berühmten Waffenhändlers Wiktor But (auch Viktor Bout), der nicht nur in diversen Geschäften seines Bruders mitmischte, sondern auch die Inspiration für den Charakter des von Nicolas Cage gespielten Waffenhändlers in «Lord of War» (2005) war.

Air Cess – mysteriöse Fluggesellschaft

Ursprünglich in Belgien gegründet, verlegte die Air Cess ihren Hauptsitz 1997 nach Schardscha, einer Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Iljuschin Il-76 wurde an eine Partnerfirma, Air Pass, übergeben – die aber kurz darauf aufgelöst wurde, weil Air Cess 146 Verstößen gegen das Luftfahrgesetz beschuldigt wurde.

Die Airline ließ sich davon aber nicht aufhalten: Sie änderte kurzerhand den Namen und machte ab 1998 als Centrafrican Airlines weiter. Die Iljuschin Il-76 ist zwar als «derelict» (verfallen) registriert, der letzte Besitzer ist aber nach wie vor Centrafrican Airlines, die Firma von Sergei But. Sie beendete das Geschäft 2001, nachdem Wiktor But die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate untersagt wurde.

Inoffiziell Wiktor Buts Firma

Die Vereinten Nationen sehen den Zusammenhang zwischen Waffenhändler Wiktor But und Centrafrican Airlines: Auch wenn But nicht im Tagesgeschäft tätig war, so hätten Untersuchungen gezeigt, dass er diverse Verträge für den Kauf und Verkauf von Flugzeugen und Grundstücken unterschrieb. Dem Flugunternehmen werden diverse illegale Waffentransporte in Kriegsgebiete vorgeworfen.

Konkret: Die Iljuschin Il-76 soll mehrfach im Jahr 2000 Waffen in das bürgerkriegsgeplagte Liberia geliefert haben, darunter auch zwei Mil Mi-24, Kampfhubschrauber und neun Strela-Luftabwehrraketen. Organisiert wurde der Transport von Centrafrican Airlines, deren Konten nach der Entdeckung dieser Transporte eingefroren wurden.

Verlassener Flughafen

Aber wie kam das Waffenhändler-Flugzeug in die arabische Wüste? Laut einem Buch über das Leben von Wiktor But, geschrieben von Doug Farah, soll But selbst einem Piloten 20.000 Dollar geboten haben, damit er das mittlerweile marode Flugzeug nach Umm al-Qaiwain flog – zu welchem Zweck ist bis heute unklar.

Klar ist nur, dass das Flugzeug nun seit einigen Jahren in der Sonne verrottet. Der Flughafen von Umm al-Qaiwain, auf dem es einst stand, schloss vor rund acht Jahren. But wurde 2012 zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, der «Händler des Todes», wie er auch genannt wird, wird sein Flugzeug so bald nicht mehr sehen. Dafür die Autofahrer auf der E11, einer Autobahn, die am Wrack vorbeiführt.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Steffi am 26.03.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Könnte man nach Mamer bringen für ein Restaurant auf die Hauptstrasse.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Steffi am 26.03.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Könnte man nach Mamer bringen für ein Restaurant auf die Hauptstrasse.