Probefahrt

08. Mai 2020 09:16; Akt: 08.05.2020 09:31 Print

Der Mercedes GLA ist unaufdringlich luxuriöser

Mercedes-Benz positioniert den GLA neu. Aus dem verspielten Spaßmobil wird ein erwachsener Kompakt-SUV mit mehr Platz im Interieur und weniger Linien beim Design.

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Obwohl es für die Praktiker unter den Mercedes-Fans ja mittlerweile den GLB mit seinen bis zu sieben Sitzen gibt und der GLA mehr denn je die Freiheit zum Schöngeist unter den kompakten SUV gehabt hätte, haben die Stuttgarter einen eher konservativen Weg eingeschlagen: So haben sie zwar die Karosserie geglättet und ein paar der vielen verspielten Linien vom Blech genommen. Und zwei Zentimeter kürzer ist der GLA auch geworden.

Aber bei allem Pepp geht es doch eher ums Praktische: Deshalb haben die Entwickler den Radstand um drei Zentimeter gestreckt und vor allem das Dach um mehr als zehn Zentimeter angehoben. Damit bietet der neue GLA deutlich mehr Kopffreiheit als zuvor und zudem mehr Platz für Knie und Koffer. Und wem die 435 Liter Stauraum hinter der elektrischen Klappe nicht reichen, der kann nun erstmals auch die Rückbank verschieben. «Der neue GLA schafft die perfekte Synergie zwischen purer Schönheit und robusten Offroad-Elementen», so Daimler-Designchef Gorden Wagener. «Dadurch bringen wir das dynamische SUV in die Zukunft eines modernen Luxus.»

Während das Design halbwegs eigenständig ist, macht der GLA sonst ganz auf Familie: Das gilt für die Ausstattung mit dem flimmernd bunten Cinemascope-Cockpit samt dem wegweisenden Bediensystem MBUX, es gibt die Wellness-Funktionen des Energizing-Comfort-Systems sowie ein vielfältiges Heer von Assistenten, die nun im Notfall sogar automatisch bei der Rettungsgasse mitmachen. «Der GLA kann reagieren, wenn der Fahrer nicht reagiert», versprechen die Stuttgarter.

Vorerst 116 bis 225 PS

Und es gilt wie erwartet für die Antriebe. Die umfassen wie beim großen Bruder GLB mittelfristig drei 2,0-Liter-Diesel mit 116, 150 und 190 PS sowie zwei Benziner mit 1,3 Liter Hubraum und 163 PS oder 2,0 Liter Hubraum und 225 PS. Alle Motorvarianten außer den jeweiligen Basismodellen gibt es auch mit dem Allradantrieb 4Matic. Der ist jetzt elektromechanisch statt hydraulisch gesteuert und geht einher mit einem Offroad-Paket, mit dem der GLA als Fluchtwagen aus dem Alltag taugt und auch für kleinere Abenteuer gewappnet ist. Denn das G im Namen ist für die Schwaben – dem Vierkant G-Klasse aus Graz sei Dank – eine beinahe heilige Verpflichtung, der sie in der Kompaktklasse mit einem speziellen Fahrprogramm, einer eigenen Gelände-Einstellung für die intelligenten LED-Scheinwerfer, besonderen Info-Diagrammen auf dem Touchscreen sowie einer elektronischen Bergabfahrhilfe gerecht werden.

So unaufgeregt wie das Design ist auch das Fahrverhalten des GLA. Man sitzt etwas höher als früher, kann in allen Richtungen besser sehen und fährt viel ruhiger und entspannter: Der GLA federt komfortabel und lenkt sanft, und vom Antrieb ist zwar viel zu merken, aber nichts zu spüren. Zumindest nicht im 220d an der Spitze der Selbstzünder: Bis kurz vor dem Kickdown hält der Diesel absolute Ruhe, das 8-Gang-DSG-Getriebe schaltet unmerklich, und der Vortrieb ist nachhaltig, aber unaufdringlich. 190 PS und 400 Nm machen einfach nur ihre Arbeit, mit 7,3 Sekunden von 0 auf 100 ist man weit vorne dabei.

Das alles wirkt souverän, seriös und erstklassig. Aber auch ein wenig ernsthaft. Der GLA transportiert eher, als dass er wirklich bewegen würde, Herzrasen überlässt Mercedes jetzt allein der schnellen Truppe von AMG, die den Puls der GLA-Fahrer mit den 306 PS im 35-er oder den bis zu 421 PS im 45-er auf Touren bringen wird. Und damit die Klimakritiker nicht Sturm laufen, kündigen die Stuttgarter auch gleich noch eine weitere Variante an: Noch in diesem Sommer gibt es den GLA auch als Plug-in-Hybrid, der mit knapp 70 Kilometern elektrischer Reichweite alles CO2 kompensiert, das sie bei AMG so freimütig rausblasen.

Und damit ist der Generationswechsel ja noch nicht ganz durch: Denn auf Basis des GLA entsteht gerade auch der EQA, mit dem Mercedes-Benz noch in diesem Jahr losstromern will. Der Einstiegspreis beginnt beim GLA 180 d mit 116 PS bei 43.500 Euro, der günstigste Benziner (GLA 200) mit 163 PS kostet 2200 Euro mehr. Wer Allrad will, muss mindestens 52.000 Euro investieren.

(L'essentiel/tg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julie am 09.05.2020 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche Autobauer kommen einfach nicht in die Gänge und fordern schon wieder eine Abwrackprämie, tja das könnte sich für Tesla rechnen, besser wäre sie würden wieder einfache zuverlässige und demzufolge auch preisgünstigere Autos mit weniger BlingBling und Elektronik bauen, aber darauf kommen die nicht, immer nur weiter so, geradewegs in die Mauer, Tesla ist mittlerweile bei den Börsianern mehr gefragt als Mercedes und Co

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  • Julie am 09.05.2020 07:43 Report Diesen Beitrag melden

    Deutsche Autobauer kommen einfach nicht in die Gänge und fordern schon wieder eine Abwrackprämie, tja das könnte sich für Tesla rechnen, besser wäre sie würden wieder einfache zuverlässige und demzufolge auch preisgünstigere Autos mit weniger BlingBling und Elektronik bauen, aber darauf kommen die nicht, immer nur weiter so, geradewegs in die Mauer, Tesla ist mittlerweile bei den Börsianern mehr gefragt als Mercedes und Co