Wasserstoffauto im Test

18. Februar 2021 07:28; Akt: 18.02.2021 07:34 Print

Der Toyota Mirai reinigt die Luft

Toyota legt den Mirai neu auf. Das Wasserstoffauto ist in allen Belangen besser als der Vorgänger – leider hapert es noch immer an der Infrastruktur.

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(Bild: Toyota)

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Null-Emissions-Autos sind heute angesagt, Fahrzeuge also, die während der Fahrt keine Schadstoffe ausstoßen. Aber wie wäre es mit einem Minus-Emissions-Auto? Ein Fahrzeug, das nicht nur nichts emittiert, sondern während der Fahrt sogar die Luft reinigt? Klingt nach Science-Fiction, ist aber Realität: Denn der neue Toyota Mirai stößt hinten nur aufwendig gefilterte Luft und reines Wasser in Form von Dampf aus. Im digitalen Cockpit wird sogar angezeigt, wie viel Luft das Auto bereits gereinigt hat – in unserem Testwagen war es die Atemluft für ein Jahr von 88 Menschen.

Möglich macht das der Wasserstoff-Antrieb, den Toyota mit dem ersten Mirai 2014 eingeführt hat. Nun steht die zweite Generation bei den Händlern, und diese ist in allen Belangen deutlich besser. Der Brennstoffzellen-Stack ist um etwa ein Drittel kompakter und findet neu unter der Fronthaube statt im Fahrzeugboden Platz, der Elektromotor für den Antrieb ist nun an der Hinterachse, die drei Wasserstoff-Tanks sind tief im Fahrzeugboden verteilt und fassen insgesamt 5,6 Kilogramm Wasserstoff, statt 4,6 wie bisher. Die Reichweite steigt um fast 30 Prozent auf 650 Kilometer im WLTP-Zyklus – eine entscheidende Verbesserung.

Bildstrecke: Der Toyota Mirai reinigt die Luft

Dieses neue Layout verändert das Fahrverhalten frappant: Der nun heckgetriebene Mirai fährt sich wesentlich agiler als der Vorgänger, ist optimal ausbalanciert und liegt wegen des tiefen Schwerpunkts gut in den Kurven. Das neue Brennstoffzellensystem liefert auch 12 Prozent mehr Power – und das ist spürbar: Der E-Motor mit 134 kW (182 PS) schiebt die 1,9 Tonnen schwere Limousine spielerisch vorwärts, beschleunigt munter aus dem Stand heraus und gibt sich auch bei Zwischensprints keine Blöße. Außerdem ist der neue Mirai deutlich leiser: Beim Beschleunigen ist vom Elektromotor nur wenig zu hören, ab und zu gurgelt die Brennstoffzelle leise vor sich hin, ansonsten herrscht während der Fahrt angenehme Stille.

Mehr Platz im Innern

Die Platzverhältnisse sind gut, vom Kofferraum einmal abgesehen, der wegen der Anordnung von E-Motor und Lithium-Ionen-Batterie nur 321 Liter fasst. Und da die Batterie wie beim alten Modell hinter den Rücksitzen montiert ist, lässt sich die Rückbank nach wie vor nicht umklappen – ein klarer Nachteil. Doch weil der Radstand der fast fünf Meter langen Limousine im Vergleich zum Vorgänger um 14 Zentimeter gewachsen und die Spur 7,5 Zentimeter breiter ist, gibt es spürbar mehr Raum für die Insassen. Im Fond können nun drei statt zwei Personen sitzen, wobei der mittlere Platz wegen des hohen Mitteltunnels zur Strafbank wird.

Derzeit gibt es in der Luxemburg noch keine Wasserstofftankstelle. Geplant ist 2022 eine an der Aire de Berchem.

(L'essentiel/Dave Schneider)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claude . R. am 18.02.2021 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    650KM dat léist sech jo mol weisen mat nëmmen 5,6 Kilogrammm Wasserstoff. A wann d'Loft och nach derbäi gefiltert get. As dat do jo awer eng besser Alternativ wéi rengen Elektro mat Akku.

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  • Gen X am 18.02.2021 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ja dann üssen sie nur noch den Wasserstoff mit erneuerbaren Energien herstellen. Denn bei den hohen Verlusten die momentan noch entstehen ist der aktuelle Strommix nicht vertretbar.

  • Red Dwarf am 19.02.2021 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fünf Meter Auto mit 321Liter Kofferraumvolumen; na toll, etwa soviel wie bei einem Polo. Das reicht nicht einmal für den normalen Wocheneinkauf im Supermarkt für eine vierköpfige Familie. Was denken sich die Hersteller wenn sie so etwas auf den Markt bringen? Ökologen und Techfans brauchen keinen Kofferraum? Oder Singels brauchen eine 5m Limousine mit ausreichend Beinfreiheit für die Rücksitzbank? Design und Technik finde ich toll. Jetzt muss nur noch gewährleistet sein dass der Wasserstoff "grün", mittels Solarsstrom oder Windstrom, hergestellt wird.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Red Dwarf am 19.02.2021 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Fünf Meter Auto mit 321Liter Kofferraumvolumen; na toll, etwa soviel wie bei einem Polo. Das reicht nicht einmal für den normalen Wocheneinkauf im Supermarkt für eine vierköpfige Familie. Was denken sich die Hersteller wenn sie so etwas auf den Markt bringen? Ökologen und Techfans brauchen keinen Kofferraum? Oder Singels brauchen eine 5m Limousine mit ausreichend Beinfreiheit für die Rücksitzbank? Design und Technik finde ich toll. Jetzt muss nur noch gewährleistet sein dass der Wasserstoff "grün", mittels Solarsstrom oder Windstrom, hergestellt wird.

  • Gen X am 18.02.2021 10:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ja dann üssen sie nur noch den Wasserstoff mit erneuerbaren Energien herstellen. Denn bei den hohen Verlusten die momentan noch entstehen ist der aktuelle Strommix nicht vertretbar.

  • Claude . R. am 18.02.2021 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    650KM dat léist sech jo mol weisen mat nëmmen 5,6 Kilogrammm Wasserstoff. A wann d'Loft och nach derbäi gefiltert get. As dat do jo awer eng besser Alternativ wéi rengen Elektro mat Akku.

    • Claude am 19.02.2021 08:49 Report Diesen Beitrag melden

      Daat wären 0,86 kg/100km oder emgerechent ronn 29 kwh/100 km Den Tesla model 3 verbraucht mol keng 20kWh/100km an duebel sou vill Pärd. Matt Photovoltaik um Dach kann en am Joer bis zu 5000 km domadder man. An Zukunft kann een matt dem Akku d'Verbraucher am Haus matt Stroum versuergen zb Owes an an der Nuecht. Dei Filterung ass jo awer eischter en Marketinggag

    • De_klenge_Fuerzkapp am 19.02.2021 17:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Claud Lithium-Akkuen bleiwen weider hin net ëmmweltfrëndlech. An Wasserstoffautoen sin nach net ausgereift. Do ass nach viel Loft no uewen.

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